Corvenius ex Verditius

corvenius.jpg Auf den ersten Blick ist Corvenius ex Verditius ein gemütlicher, ruhiger, alter Magier. Dem Anschein nach etwa 70 Jahre alt mit ergrautem Haar und gepflegten, aber auch leicht zotteligem grauem Vollbart. Er legt viel Wert auf edle Kleidung, gutes Essen, ist nur schwer aus der Ruhe zu bringen und lässt den Dingen gerne seinen Lauf. Generell zeigt er nur wenig Interesse an Themen wie Macht, Einfluss, Abenteuer oder Politik. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt seinen Forschungen und den Artefakten, die er mit kunstvoller Hand aus den edelsten Metallen zu fertigen pflegt. In der Tat scheint er seine kostbare Zeit am liebsten in seinem Labor zu verbringen, aus dem er oft Tagelang nicht mehr heraus kommt. Die übrige Zeit sitzt er in der Kermenate und genießt das vorzügliche Essen aus dem magischen Ofen oder sinniert im prächtigen Garten des Konventes bei einer schönen Pfeife über neue Ideen für nützliche Artefakte.

Corvenius legt viel Wert darauf, sein Leben genießen zu dürfen und ist den vielen Reisen seiner Sodale eher abgeneigt, doch viel zu oft lässt er sich dazu überreden. Seiner gemäßigten Laune während der Reisen trägt er durch zahlreiche Beschwerden über zu enge Schiffskajüten oder ungemütliche Zeltbetten zum Ausdruck. Man könnte fast meinen, seine häufigen Beschwerden dienen dem Zweck, bei der nächsten Reise einfach in Ruhe gelassen zu werden. Doch wenn es darauf an kommt und die Magier seine Hilfe brauchen, scheint Corvenius die Anstrengungen und Meinungsverschiedenheiten sofort zu vergessen und tut, was er kann. Denn auch wenn Corvenius oft den Anschein erweckt, am liebsten alleine gelassen zu werden, ist er ein sehr geselliger Geist und äußerst zuverlässig, wenn man einmal seine Hilfe erfragt.

Was nur wenige Magier und noch weniger Sterbliche wissen: Sein Alter ist nicht natürlich. Er altert etwa doppelt so schnell wie ein normaler Mensch und so kommt es, das ein recht junger Geist in einem alternden Körper steckt. Inzwischen genießt er den Respekt, den er als alter Magier von Unwissenden entgegen gebracht bekommt und lebt die Jahre, die im noch bleiben, in vollen Zügen. Sein Äußeres kommt seiner ruhigen Art sogar sehr zuteil und da er seit einer seltsamen Nacht nicht einmal mehr seine Gebrechen spürt, unter den er schon jahrelang gelitten hatte und eigentlich ein sehr gesundes Leben führt, ist er voller Zuversicht, einen schönen Lebensabend genießen zu dürfen.

Doch das war nicht immer so. Früher hatte Corvenius diesen Umstand als Fluch und als Strafe für eine schwere Sünde angesehen, die er in seiner Jugend verbrochen hatte. Er schämte sich seines Äußeren und hatte nur wenig Lebenswille und Gottvertrauen übrig behalten. Und es wurde nicht einfacher, als er an das Konvent der Tore berufen wurde.

Umgeben von erfolgreichen, lebenslustigen und jungen Magiern, die allesamt mächtiger waren als er selbst, wurde ihm seine Schwäche erst richtig bewusst. Er entwickelte eine tiefe Feindseligkeit gegenüber den anderen Magiern des Konventes, die bis zum Verrat reichte. Als eines Tages aufgedeckt wurde, das Corvenius von fast allen Konventsmitgliedern Blut, Speichel oder sonstige arkanen Verbindungen gesammelt hatte, war er im Vertrauen bei den anderen Magiern schon tief gesungen. Doch als dann das Schicksal noch einmal mit voller Härter zu schlug und die schwere Sünde seiner Vergangenheit, sein dunkelstes Geheimnis, den anderen Magiern offenbart wurde, sah er keinen Sinn mehr in dem Leben, das er bisher geführt hatte. Das schreckliche Geheimnis allein wär Grund genug für seine Sodale gewesen, ihm jede Unterstützung abzusprechen. Sie hätten ihn vernichten können und Corvenius hätte es sogar verstanden. Wäre er an ihrer Stelle gewesen, hätte er es getan. Doch sie hielten erstaunlicherweise trotzdem zu dem alten, sturen und uneinsichtigen Narren und in seiner größten Not kämpften sie mit ihm Seite an Seite, vergaßen alle Feindseligkeiten und setzten zum Teil sogar ihr Leben für ihn aufs Spiel.

Diese Einsicht hat ihn in den Wochen danach sehr nachdenklich gestimmt und er begann, sich über den Sinn seins Lebens Gedanken zu machen. Er beschloss, etwas zu ändern, solange er es noch konnte. In den Tagen darauf legte er die fast schon tödliche Feindseeligkeit zu Duncan McKay öffentlich bei und entschuldigte sich ehrlich und aufrichtig bei den Magiern für seinen Verrat. In den nächsten Monaten begann er, die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und sein Vertrauen bei den anderen Magiern Stück für Stück wieder her zu stellen. Die Anderen unterstützten ihn bei seinem Lebenswandel und gaben ihm das Gefühl, das richtige zu tun. Diese Ereignisse und nicht zuletzt seine enge Bindung an Coras, dem Vertrauten und Freund des alten Magiers, lehrten ihm den Wert von Freundschaft und brachten ihn auf den rechten Weg zurück. Corvenius wird seinen Sodale für diese Chance auf ewig dankbar sein.

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