Wegwocket "Stolperente" Nackel

  • Gnom
  • Kämpferin
  • 80 Jahre
  • 105 cm groß
  • 20 kg schwer
  • blaue Augen
  • blonde Haare
  • braune Haut
  • Gottheit: Baravar Schattenmantel
  • Gesinnung: chaotisch gut

Ausrüstung:

  • Schuppenrüstung
  • schwerer Holzschild
  • Langschwert
  • Kurzbogen
  • zweihändige Keule

( Ich habe mir vor kurzem eine Steitaxt erworben, weil mein Langschwert verrostet ist. Die restlichen Waffen habe ich „ablegen“ müssen.)

Hintergrundgeschichte:

Laut den Erzählungen meines Vaters wurde ich auf Lantan geboren, dem typischen Heimatort der Gnome. Leider bin ich dort nicht aufgewachsen, meine Mutter starb bei meiner Geburt, seitdem meidet mein Vater diesen Ort. Mein Vater war nie sehr heimatverbunden. Er wurde zwar auf Lantan geboren, ist dort aufgewachsen, doch zog es ihn schon immer von Stadt zu Stadt. Er war ein Kämpfer und Abenteurer, doch er kehrte zwischendurch nach Lantan zurück, um seine Familie zu besuchen und ihnen seine Geschichten zu erzählen. Doch es hielt ihn nie lange dort fest. Meine Mutter hingegen war eine Lantanerin, die es sich nicht vorstellen konnte, ihre geliebte Insel zu verlassen, um woanders zu leben. Sie war eine Künstlerin. Sie schnitzte kleine Skulpturen aus Holz und verkaufte sie auf dem Markt.
Meine Eltern lernten sich kennen und lieben. Mein Vater beschloss sogar, auf Lantan zu bleiben, so sehr liebte er sie. Doch als sie starb, hielt es mein Vater dort nicht mehr aus. Alles erinnerte ihn an meine Mutter.Er konnte kein Kämpfer bleiben, es gab ja jetzt mich, um die er sich kümmern musste. Aber er wollte nicht, dass seine Abenteuer in Vergessenheit gerieten, daher kam er auf den Gedanken, sich einem Jahrmarkt anzuschließen, um dort seine Geschichten zu erzählen. Ich wuchs zwischen Buden und Zelten auf. Hin und wieder zog der Jahrmarkt weiter in eine andere Stadt. Er wurde berühmt durch

  • Lia, eine menschliche Bardin, die wunderschöne Lieder spielte
  • Eldon, einen Halbling als Zauberer, der alle in seinen Bann zog
  • Brotor, einen zwergischen Kämpfer, mit dem man seine Kräfte messen konnte
  • und meinen Vater, der seine Geschichten erzählte

Mein Vater hatte ein eigenes Zelt. Am Eingang war ein Holzschild angebracht, auf dem stand: „Die großartigen Abenteuer des Siebo Nackel“. Drinnen hatte er seine Rüstung mit Schlild, sein Langschwert, seinen Kurzbogen und Gegenstände, die er auf seinen Abenteuern gesammelt hatte, ausgestellt. An einer Zeltwand stand auf einem Podest eine kleine Holzskulptur. Sie zeigte eine zarte, schöne Gnomin. Mein Vater erzählte mir, dass dies ein Abbild meiner Mutter sei. Meine Mutter hatte sie geschnitzt. Es gibt davon nur zwei Stück, eine Skulptur schenkte sie meinem Vater, die andere verkaufte sie auf dem Markt. Der hintere Teil des Zeltes war durch Tücher abgehängt. Dort befanden sich die Schlafplätze von meinem Vater und mir.
Der Jahrmarkt füllte sich erst zur Abendstunde. Wenn mein Vater seine Geschichten erzählte, durfte ich nie dabei sein. Er sagte mir, das sei nichts für kleine Gnominnen. Trotzdem lauschte ich jedesmal vor dem Zelt, von weitem hörte ich die Klänge der Bardin.

Dann wurde es still. Dunkelheit umfing mich und ein modriger Geruch stieg mir in die Nase. Ich streckte meine Hände aus, sie berührten glibschigen Stein und rutschten ab. Ich wagte nicht, mich weiter zu bewegen. Mein Atem trommelte in meinen Ohren, ich versuchte mich zu beruhigen, doch da stockte er mir. Ich sah einen Lichtschein, der sich langsam auf mich zu bewegte. Ich kniff die Augen zusammen, um besser sehen zu können und ich erkannte, dass dort eine Gestalt sein musste, die eine Fackel hielt. Ich war in einer Höhle. Ich wollte fliehen, aber wusste nicht, wohin. Die Gestalt kam näher und ich sah sein blutverschmiertes Gesicht. Es war ein Gnom. Er hielt sein Schwert hoch und schwenkte den Kopf hin und her, als würde er etwas suchen. Ich kauerte mich zusammen. Schreie. Furchtbare Schreie und Gehechel. Irgendetwas schoss an mir vorbei und traf den Gnom am Bein. Er keuchte und zog sich einen Pfeil aus seinen Oberschenkel. Im Lichtkegel sah ich zwei Wesen, die sich langsam auf ihn zubewegten. Sie hatten zwei kleine Hörner auf dem hundeähnlichen Kopf, leutend rote Augen und einen Schwanz ähnlich dem einer Ratte. Der Gnom hob sein Schwert. Blut schoss mir entgegen und ich presste meine Hände vors Gesicht. „HA! Ich erwischte beide mit einem Schlag. Ich trennte den Kobolden die Köpfe vom Rumpf“, hörte ich meinen Vater rufen. Ich nahm die Hände vom Gesicht und befand mich lauschend vor dem Zelt meines Vaters. Ich liebte seine Geschichten, er war ein Held für mich.

Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass er sich lieber einen Sohn gewünscht hätte, der Kämpfer werden und somit Abenteuer erleben konnte. Stattdessen hatte er mich, eine Tochter. Ich fing an zu trainieren. Ich ging in den nahe gelegenen Wald, um zunächst Äste zu stemmen. Es dauerte nicht lange und ich konnte schon meinen ersten Baumstumpf heben. Ich hielt mich oft bei Brotor auf und sah zu, wie er kämpfte. Ich versuchte mir seine Schritte, seine Schläge einzuprägen. Ich probierte sie später an einem bemoosten, morschen Baum aus, bis kaum noch etwas an den Baum erinnerte. Ich bat Brotor darum, mich das Kämpfen mit einer Waffe zu lehren. Er bot mir seine zweihändige Axt an, doch diese war noch zu schwer für mich. Er sagte mir, dass er noch einen Dolch hätte und ihn nur gebräuchte, um seine Zahnzwischenräume zu reinigen. Ich nahm den Dolch mit gezwungenen Lächeln dankend entgegen. Er zeigte mir, wie man eine Stichwaffe zu führen hat, wo man den Gegner am stärksten verletzt. Bald darauf konnte ich alle Tricks. Eine größere Waffe musste her. Ich stahl mich nachts aus dem Zelt und nahm das Langschwert meines Vaters mit. Ich traute mich nicht, damit zu Brotor zu gehen, er kannte die Waffe meines Vaters. Ich ging in den Wald und übte dort. Nacht für Nacht, bis ein Jahr verstrichen war. Mittlerweile hatte ich die volle Größe und die Statur meines Vaters erreicht. Ich fühlte mich sicher im Umgang mit dem Langschwert. Die Zeit war gekommen. Ich wollte dem großen Abenteurer Siebo Nackel zeigen, was ich konnte. Als mein Vater und ich das nächste mal allein in seinem Zelt waren, nahm ich mir sein Langschwert. Er wollte protestieren, doch ich sagte nur: „Vater, schau! Ich bin eine Kämpferin!“ und schwang sein Schwert. Ich zerschnitt die Luft. Schweiß rann mir über mein Gesicht. Er sollte stolz sein auf seine Tochter. Doch da passierte es. Ich erwischte die Holzskulptur, das Abbild meiner Mutter. Vor Entsetzen ließ ich das Schwert fallen. Mein Vater schrie: „Du bist eine STOLPERENTE und die können keine Kämpfer werden!“. Er hob die Holzskulptur auf, sie war in der Mitte zerteilt. Mein Gesicht brannte von den Tränen, die mir runter liefen. Ich bat um Verzeihung, doch mein Vater schmiss mich aus seinem Zelt. Ich weinte, bis keine Tränen mehr kamen.

Einige Zeit verging. Auf dem Jahrmarkt wurde über mein Missgeschick gelacht und bei jedem hieß ich nur noch Stolperente. Jedesmal war es ein Stich ins Herz, ich konnte die Schande nicht ertragen. Tag für Tag sah ich die Enttäuschung und die Trauer in den Augen meines Vaters. Ich beschloss, zu gehen, um sie zu suchen. Irgendwo war sie, die zweite Holzskulptur, und ich würde sie finden. Eines Nachts, als mein Vater schlief, zog ich seine Rüstung über. Ich nahm sein Holzschild, sein Langschwert und seinen Kurzbogen mit Pfeilen, sowie einen Beutel mit Verpflegung und dem, was man zum Überleben brauchte, mit. Unter Tränen schrieb ich den Abschiedsbrief, doch mit Zuversicht verließ ich das Zelt.

Ich habe mir ein Ziel gesetzt und ich werde es erreichen. Diesmal wird mein Vater stolz auf mich sein.

groups/d_d/gnom.txt · Zuletzt geändert: 2006/10/03 20:47 (Externe Bearbeitung)