Mirna Beerensammler

Halbling Leichtfuß
chaotisch-neutral
Bardin
25 Jahre alt
76 cm groß
Sprachen: Handelssprache, Halblingisch, Elfisch, Goblinisch, Zwergisch
Schutzgottheit: Brandobaris

Lieblingszauber: Tashas fürchterlicher Lachanfall - man werfe mit Törtchen und schwenke dabei eine Feder durch die Luft…und der Gegner wird sich vor Lachen auf dem Boden wälzen…
(Und ich habe dem Meister noch nicht verziehen, dass er mich mit 50% Chance belegt hat, selbst getroffen zu werden!)

Neue Fähigkeiten

Ich bin klein – sogar für eine Hin. Das hat meinen Vater immer gestört. Wenn man so klein ist wie ich, braucht man zum Ernten der Zitronenbäume eine besonders hohe Leiter, außerdem dachte er wohl, ich wäre nicht kräftig genug. Mein Vater hat mir auch beigebracht, dass wir Hin sind: „Merk dir das, Mirna! Wir sind nichts Halbes, auch wenn uns die Großen so nennen. Wir sind Hin und wir haben unseren Stolz!“

Ich sehe es nicht ein, warum der Name Halbling meinen Stolz verletzen soll. Ich weiß, was ich bin, ohne dass ich es mir jeden Tag neu vorbete: ein Leichtfuß. Das hat mein Vater aber lieber vergessen, für ihn waren wir immer nur Hin. Als wäre es eine Schande, Leichtfuß zu sein. Und das Schlimmste: wahrscheinlich wäre ich genauso, wenn mein Großvater nicht gewesen wäre!

Mein Großvater war Barde. Er kommt aus einer typischen Halblingsfamilie, ist seine ganze Kindheit und Jugend mit seiner Familie durch die Herzlande Faeruns gezogen. Irgendwann hat er dann seine Meisterin getroffen, eine elfische Bardin, die ihn als Lehrling angenommen hat. Fortan zog er als Barde durch die Lande Faeruns und erlebte Abenteuer, besiegte Monster und lernte alle Lieder, die ihm auf seinen Reisen begegneten, die magischen und die nichtmagischen. Irgendwann kam er auch nach Luiren und dort, in Beluir, erlebte er das Abenteuer seines Lebens: er traf meine Großmutter. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und Deridra wurde zu seinem letzten und, wie er sagte, schönstem Lied, denn er wurde sesshaft und blieb bei ihr in Beluir. Er hat sie mir oft vorgesungen, ich kann sie heute noch – aber außerhalb von Luiren interessiert sie nur wenige, schließlich hat sie ein Happy End. Traurige Balladen sind meist gefragter in den Schenken.

Der Kommentar meines Vaters zu diesem Lied war jedes Mal: „Siehst du, auch dein Großvater ist irgendwann vernünftig geworden!“. Ich weiß nicht so recht, warum mein Vater so geworden ist, so … schwerfüßig! Vielleicht meinte er, er müsse ein Gegengewicht zur Abenteuerlust seines Vaters bieten? Oder er wollte sich in einem Land voller Beherzter seiner Umgebung anpassen? Schließlich kam er nie so sehr in Kontakt mit anderen Völkern, wie das bei anderen Leichtfüßen normal ist: Meine Großeltern wanderten, noch als er ein Kind war, nach Krenalir und betrieben dort eine Zitronenplantage. In Krenalir findet man nicht sehr oft Fremde, die Anreise durch den Merzecken-Sumpf ist zu beschwerlich. Auch die Handelskarawanen, die die Zitronen wegbringen im Tausch gegen alles andere, was wir so brauchen, sind nur wenige, denn wer den Weg durch den Sumpf nicht kennt und weiß, wie man seinen Meerow und Knochigen aus dem Weg geht, der traut sich gar nicht erst nach Krenalir.

Vielleicht war mein Vater aber auch nur frustriert, dass ausgerechnet ich seine einzige Tochter geblieben bin, denn meine Mutter ist bei einem Meerow-Angriff gestorben, bevor ich mich an sie erinnern konnte.
Ich war nicht nur klein, ich war auch ein Wildfang. Wann immer ich meinem Vater entwischen konnte, trieb ich mich am Markt herum, um die anwesenden Händler über ferne Länder auszufragen (dabei reisten die meisten nicht weiter als nach Beluir). Oder ich saß bei meinem Großvater, lauschte seinen Abenteuergeschichten und Liedern und versuchte, sie nachzusingen. Schon als ich ein kleines Kind war, schenkte er mir eine Thelara, einen Pfeifstock, und lehrte mich darauf zu spielen. Damals hat sich mein Vater noch darüber gefreut, denn nach einem arbeitsamen Tag könne ein wenig Musik nicht schaden. Danach arbeite man am nächsten Tag umso besser… Als mein Großvater aber anfing, mir das Lautenspiel beizubringen und ich immer häufiger meine Altersgenossen mit kleinen Konzerten unterhielt, fand er das nicht mehr so gut. Ich sollte diesen Firlefanz lassen, Zitronen ernten und im Geschäft mitarbeiten, schließlich sei ich eine Hin aus Luiren! Wenn ich ihm dann entgegenwarf, dass auch die meisten Hin in Luiren wandern und ich außerdem in erster Linie eine Leichtfuß war, dann ignorierte er das oder drohte mir immer öfter damit, mich ins Kloster zu stecken – die würden mir schon Disziplin beibringen (und mich außerdem meinen Großvater vergessen lassen, aber das sagte er nicht ganz so laut, jedenfalls nicht, solange der lebte).

Mein Großvater hat wahrscheinlich vorausgesehen, was ich tun würde, denn schon als ich zehn war, brachte er mir bei, mit der Armbrust zu schießen. Als ich 13 wurde, schenkte er mir eine eigene Armbrust, eine Meisterarbeit, die er schon lange vorher bei einer Handelskarawane bestellt haben musste – die örtlichen Waffenbauer waren zu so guter Arbeit nicht in der Lage. Als er sie mir schenkte, sagte er, bei meiner Größe sollte ich die Monster lieber schon von weitem treffen können, schließlich seien meine Beine zu kurz, um schnell wegzulaufen. Weglaufen sollte ich überhaupt nicht, sondern mich meinen Feinden mutig stellen und ihnen ein passendes Lied entgegenschleudern.

Zu dieser Zeit begann er auch, mir außer dem Lautenspiel selber auch die dazugehörigen Lieder beizubringen – die nichtmagischen, aber auch die ersten magischen. Als erstes lernte ich, mir und anderen Mut anzusingen. Mut brauchte ich – jedes Mal wenn mein Vater mich bei der Musik ertappte und mich dazu verdonnerte, stundenlang über seinen Geschäftsbüchern zu sitzen, fragte ich mich, wie ich diesem Leben jemals entrinnen sollte. Ich sah mich noch alt und grau Rabatte und Kreditzinsen ausrechnen… Als nächstes lernte ich, Licht zu erzeugen und geisterhafte Geräusche entstehen zu lassen. Wahrscheinlich gelang mir dies so leicht, weil ich so großen Spaß daran hatte, meinen Vater damit zu täuschen. Lange hatte er keine Ahnung, dass mir auch die Magie nicht mehr fremd war. So konnte ich die lange trockene Rechenarbeit auflockern, indem ich draußen vor dem Fenster eine ganze Kapelle spielen ließ – die natürlich verschwand, sobald mein Vater nachschaute, woher denn der „Lärm“ kam.

Hätte mein Vater geahnt, was mein Großvater mir alles beibrachte, hätte er das sicher schnell unterbunden. Schließlich sollte ich später seine Plantage und sein Geschäft übernehmen und meinen konstruktiven Beitrag zur Gesellschaft Luirens leisten. Wenn man ihn so reden hörte, hätte man nie gedacht, dass er auch ein Leichtfuß ist. Pflichterfüllung ist sein ein und alles. Warum ist er nicht selber Mönch geworden? Das hätte mir viel Ärger erspart.

Wegen diesen Ansichten bekam ich auch nie eine eigene Laute – mein Vater hätte sie schnell gefunden und mir weggenommen. Stattdessen übte ich auf der Laute meines Großvaters, die ich einmal erben sollte. „Du wirst wissen, wenn es soweit ist“ sagte er dazu, oder „wenn du dir einen Meister suchst“. Dabei hatte ich ja schon einen Meister: meinen Großvater. Aber natürlich wusste er, wie alt er war. Und vermutlich wusste er auch, dass er ohne seine geliebte Deridra nicht mehr lange weiterleben würde. So kam es dann auch: als ich 16 war, starb zunächst meine Großmutter und schon ein Vierteljahr danach mein Großvater. Eine Weile blieb ich noch bei meinem Vater, nicht zuletzt, weil er die Laute meines Großvaters an sich genommen und eingeschlossen hatte. Ich suchte solange, bis ich in der Stadt jemanden gefunden hatte, der mir beibrachte, wie man Schlösser öffnete. Keine magischen oder übermäßig komplizierten – aber für das alte Truhenschloss meines Vaters reichte es. Als ich dass eines Tages einen Mönch der Faust in Begleitung meines Vaters sah, fiel mir die Entscheidung nicht mehr schwer: ich packte meine Sachen, meine Armbrust und die Laute meines Großvaters und verließ Krenalir bereits am nächsten Morgen mit einer Handelskarawane.

Wahrscheinlich wollte der Mönch lediglich Zitronen für das Kloster kaufen – wahrscheinlich war ich schon zu alt, um ins Kloster aufgenommen zu werden. Aber die Drohungen meines Vaters klangen mir in den Ohren, ich konnte keine Zitronen und keine Kontobücher mehr sehen und der Verlust meines Großvaters tat zu sehr weh: ich brauchte nur noch den kleinsten Anlass, meinen Vater zu verlassen. Der war gekommen.

Die Karawane reiste nur bis Beluir. Schon dort sah ich in wenigen Tagen mehr Wesen aus anderen Völkern als in meinem ganzen bisherigen Leben, dabei leben auch in Beluir vorwiegend Hin! Da ich mich nicht alleine in den Lluirwald traute und da ich vor allem als Bardin noch nicht genug gelernt hatte, spielte ich solange in den Tavernen und Schenken, bis ich von einer Bardin hörte, die in die Stadt gekommen war, einer hoch gewachsenen Menschenfrau. Mit einiger Mühe schaffte ich es, sie zu überzeugen, mich als Lehrling anzunehmen – wenigstens müsse sie mir nicht mehr die grundlegendsten Anfänge beibringen, meinte sie.

Mit meiner neuen Meisterin bin ich von da an durch die Lande von Faerun gereist, bis sie der Meinung war, ich hätte jetzt das wichtigste gelernt und sie wolle endlich mal wieder alleine sein. Seitdem reise ich alleine oder mit einigen wenigen Gefährten, die alle aus anderen Völkern stammen. Ich erlebe Abenteuer wie die, von denen mir mein Großvater als Kind erzählt hat und wenn ich andere Barden treffe, versuche ich, von ihnen zu lernen. Als Hin bezeichne ich mich nur noch selten, ich habe schon lange keine anderen meines Volkes getroffen. Der Name Leichtfuß sagt den meisten nichts, sie wissen nicht einmal, dass es verschiedene Völker unter den Hin gibt. Die meiste Zeit bin ich ein Halbling – und ich bin stolz darauf!

Zitronen mag ich übrigens auch wieder, seit ich sie nicht mehr selber ernten muss. Zitronenmarmelade auf einem frischgebackenen Brot… Ja, ich bin ein Halbling: ich esse gerne, ich esse gerne gut und ich schäme mich nicht dafür!

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