„(…) Ja solche Leute sollte man nicht hereinlegen.“
Der Wirt putzt nachdenklich sein Glas und schaut Euch forschend an.
In Euren Ohren klingen noch die Geschichten nach die er über den Kah erzählte.
Euch wurde der Kah „mit Vorsicht empfohlen“ und ihr seid nun sicher, den richtigen gefunden zu haben.
Abermals spricht Euch der Wirt direkt an, während ein Junge mit einer Flöte, vom Aussehen her offenbar der Sohn des Wirtes, ein kleines Podest betritt und anfängt zu spielen.

„Ha! Das ist mein Junge. Aus dem wird noch was Großes!
(Der Wirt wendet sich Euch wieder zu)
Also, wollt Ihr jemanden für Eure Sache gewinnen, jemanden der zuverlässig ist?
Und…könnt Ihr Euch an Regeln halten?
Uru sitzt da drüben…“

„Da drüben“ ist zunächst ein menschenleerer Fleck. So voll dieses Gasthaus sonst auch sein mag, hat sich um diese eine Person am Tisch ein Kreis gebildet, als wolle niemand dieser Person zu nahe treten. Das zweite das auffällt ist, das Uru der Kah nicht ganz den vorher gemachten Vorstellungen entspricht. Denn Uru ist eindeutig eine Frau. Eine Frau mit einem sehr netten Gesicht, die entspannt an ihrem Tisch sitzt, den jungen Flötenspieler und die Gäste beobachtet. Ab und an kreuzt sich der Blick ihrer grau-grünen Augen mit dem eines Gastes. Stets erhebt dieser dann sein Glas und nickt ihr zu. Bei manchen hat dieses Nicken schon fast die Andeutung einer kurzen, nervösen Verbeugung. Und stets nickt Uru zurück. Manchmal sogar lächelnd.

Die Rüstung, die diese schwarzhaarige Frau trägt, ist irgendwie seltsam. Nunja, sie ist recht ansehnlich stellt Ihr fest, auf ihre Art. Die Rüstung – und ihr wusstet bisher nicht, dass sich das über Metallbekleidung sagen lässt – ist außerordentlich gut geschnitten. Findet euer Auge jedenfalls. Denn diese Rüstung unterstreicht durchaus die Weiblichkeit ihrer Trägerin. Auf den ersten Blick könnte dieser Schnitt fast, aber nur fast, über den Nutzen einer Brustplatte hinwegtäuschen. Und über das Bastardschwert. Das Schwert, auf dem Euer Blick kurz haften bleibt, ist ganz augenscheinlich meisterhaft gearbeitet, wird gut gepflegt und wurde, wie es scheint, auch das ein oder andere Mal benutzt. Der Blick wandert wieder zur Brustplatte. Auch sie scheint gut gepflegt zu sein, wenn auch die Trägerin offenbar darauf bedacht war, sie nicht glänzen zu lassen. Das Metall muss irgendwie behandelt worden sein, denn es ist gepflegt, aber matt.

Irgendetwas berührt euch unangenehm. Nicht wirklich körperlich, aber … erschrocken hebt ihr den Blick ein wenig und merkt wie Ihr leicht errötet. Uru der Kah blickt Euch direkt in die Augen und lächelt nur ein ganz klein wenig. Der Blick ist ausgesprochen kühl, aber nicht ablehnend. Ihr spürt, dass ihr nun wirklich zum geschäftlichen Teil des Abends kommen solltet, sonst habt ihr es euch verscherzt. Und nach diesen drei Kreisen die auf ihre Stirn tätowiert sind, solltet ihr vielleicht auch erst etwas später fragen. Wenn Ihr überhaupt eine Antwort erhoffen könnt. Ihr überlegt kurz, ob ihr die Unterredung mit einem Kompliment beginnen solltet, wie „Das Bastardschwert passt überaus gut zu Eurer Hautfarbe“, verwerft diese Idee aber wieder. Vielleicht fällt Euch ja was Intelligentes auf dem Weg zum Tisch ein. Nervös macht Ihr Euch auf den Weg.

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