Aus Hass geboren
Erster Teil
Nachdem sich die Aufregung in Khunchom etwas gelegt hat, beraten wir mit Khadil Okharim, Rakorium und Hilbert über das weitere Vorgehen. Leider konnten sie die Schrift auf der Rolle nicht entziffern, darum schicken sie uns zu Llezean aus Vallusa, einer Ordensgroßmeisterin der Grauen Stäbe. Sie ist eine Drachenexpertin und hat außerdem Kontakt zu Dracodan von Misaquell, der ein Abgesandter des Drachen Apep ist - und da wir eh nach Vallusa müssen, kriegen wir auch gleich noch Damiano aufs Auge gedrückt, den wir zu seinem Meister Taphïrel 'ar Ralahan zurückbringen sollen.
Wir gehen also zum Hafen und sichern uns die Passage auf einer Kogge, die im Morgengrauen Richtung Norden auslaufen wird. Gandrix besorgt sich schnell noch ein Fass und Material zu einem kleinen Stein- und Kräutergarten, während Pytheas sich ein erstes und vorerst letztes Mal mit seiner Alicia trifft. Bei einem romantischen Abendessen zeichnet er Porträts von ihr und sich selbst. Schließlich versprechen sich die beiden Turteltauben, sich auf jeden Fall wieder zu treffen, sobald Pytheas wieder in Khunchom ist.
Die ersten Tage unserer Schiffsreise verlaufen ruhig und Carlotta hat Zeit sich der Kraftfokus-Thesis zu widmen, die sie in Khunchom bekommen hat, während Scheijian und Laila auf dem Achterdeck Kampfübungen abhalten, Pytheas sich in die Feinheiten der Seefahrt einweihen lässt und Gandrix seinen Steingarten aufbaut.
Am vierten Tag unserer Reise spüren die Wachen kurz vor Sonnenaufgang eine seltsame Kälte, dann meldet der Ausguck ein Schiff, dass völlig vereist aussieht. Es nähert sich schnell und greift uns über wie unter Wasser an. Mit tapferem Kampf und einigen direkten magischen Angriffen auf den Anführer des gegnerischen Schiffes können wir uns ein bisschen Luft verschaffen. Das Eisschiff dreht zunächst ab, aber die Schäden an unserer Kogge sind zu groß, wir sinken.
Zum Glück haben wir ein Rettungsboot. Schnell hauen wir ein paar Planken aus dem Deck, auf denen wir unsere wichtigsten Habseligkeiten vertäuen. Dann legen wir den Mast um und befestigen an ihm die Rolle. Mit dem großen Mast und den Planken im Schlepptau, kommen wir im Rettungsboot allerdings kaum voran. Das denkt sich auch unser eisiger Gegner. Schon setzt sein Schiff wieder zum Angriff an, da wird es unter Wasser von etwas gerammt und gebremst. Wir dagegen erfahren kurz darauf einen kräftigen Schub. Als wir uns über die Bordwand lehnen, sehen wir, dass eine riesige Drachenschildkröte unser Boot anschiebt. Nach kurzer Fahrt erblicken wir eine kleine Flotte. Auch unser eisiger Verfolger scheint sie bemerkt zu haben, denn er gibt die Verfolgung nun auf. Wir winken SOS und werden von der fremden Flotte an Bord genommen.
Die Flotte gehört Ruban ibn Dhachmani dem Rieslandfahrer, der gerade wieder eine Expedition beginnt. Sein letzter Zwischenstopp in der Zivilisation soll ausgerechnet Vallusa sein, wo er noch einmal Vorräte auffrischen will. Er versichert uns, dass er uns gern bis dorthin mit nimmt.
In Vallusa begeben wir uns sofort zur Ordensburg des ODL. Dank eines Empfehlungsschreibens von Khalid Okharim werden wir sofort zu Llezean von Vallusa vorgelassen. Sie untersucht die Rolle, muss aber schon unter dem gewaltigen Einfluss der ersten wenigen Zeilen aufhören. Immerhin kann sie uns sagen, dass es sich um eine Art Chronik handelt. Sie meint aber, der Text sei zu reichhaltig für einen menschlichen Leser und empfiehlt, Dracodan von Miserquell aufzusuchen und mit ihm zu einem Drachen zu gehen, um sich den Text übersetzen zu lassen. Zuvor möchte sie uns aber zu Taphïrel 'ar Ralahan begleiten, um Damiano heim zu bringen.
Als wir drei Tagesreisen später an der Stelle ankommen, wo Taphïrel 'ar Ralahans Turm manchmal zu finden ist, werden wir wieder von dem mysteriösen Gegner und seinen Eiswesen angegriffen. Ein erstaunlich schneller und kraftvoller Angriff von Scheijian auf den geheimnisvollen Anführer - was diesen veranlasst auf magische Weise rasch zu verschwinden - gepaart mit dem plötzlichen Erscheinen des Magierturms schlägt den Gegner jedoch in die Flucht. Wir gelangen mit Llezean gerade rechtzeitig ins Innere als sich der Turm auch schon auf seinem Gradienten weiterbewegt.
Neugierig wie sie ist, kramt Carlotta ihr Oculus-Monokular aus der Tasche und betrachtet durch die Fenster des Turmes den Limbus. Ganz in die Betrachtung versunken kriegt sie kaum mit, wie Taphïrel Damiano begrüßt und nach dem Messinstrument fragt, dass letzterer dabei hatte. Laila und Pytheas erzählen ihm alles, was wir von Damiano wissen. Taphïrel glaubt, das Damiano entführt worden ist und ihm das Messinstrument gestohlen wurde. Es ist anscheinend ein recht wertvolles und mächtiges Artefakt aus Endurium, mit dem man Kraftlinien vermessen kann. Wir versprechen ihm, unsere Augen offen zu halten und das Artefakt mitzubringen, falls es in unsere Reichweite gelangt. Alle schauen nochmal durch Carlottas Monokular, aber die meisten können dem Blick in den Limbus nicht viel abgewinnen. Da ist der Turm auch schon wieder in der dritten Sphäre angelangt und wir treten etwas verwirrt ins Freie.
Unser Pferdefuhrwerk ist noch da und wir laden die Rolle wieder auf, sammeln noch die Waffen unserer Gegner ein und verabschieden uns von Llezean. Wenige Tage später kommen wir in Perainefurten an. Bereits am Stadttor fallen uns ein drei Bewaffnete auf, die uns seltsam vorkommen.
Nachdem wir die Rolle beim ODL eingelagert haben und sich die Kämpfer bei der Kanzlei registriert haben, begeben wir uns zum Haus von Dracodan von Misaquell. Auf unser Klopfen wird nicht geantwortet, aber wir finden das abgerissene Türschild und da die Haustür nicht verschlossen ist, gehen wir rein um dort auf ihn zu warten. Allerdings fällt uns auf, dass Dracodan sein Haus ziemlich überstürzt verlassen haben muss, da seine Robe noch da ist. Außerdem finden wir einen kleinen Blasrohrpfeil. All das kommt uns höchst verdächtig vor und wir berichten es dem ODL. Dort stellt einer der Magier mittels alchemistischer Analyse fest, dass der Pfeil vergiftet war.
Während Pytheas die Waffen unserer Eisgegner bei einem Händler versilbert, versucht Laila erfolglos, Erkundigungen einzuholen. Schließlich sprechen wir noch einmal in der Kanzlei vor, wo man uns den tapferen Ritter Kuno und einen Sonderermittlungsbefehl mitgibt. Als wir nun die Bürger und Torwachen befragen, gibt man uns bereitwillig Auskunft. Ein Mütterchen erzählt uns, dass sie Dracodan gestern Abend leicht bekleidet - nur mit einem auffälligen Halsband um den Hals - und scheinbar stark betrunken von ein paar Männern gestützt durch die Stadt Richtung Fluss wanken sah. Die Torwachen bestätigen, dass gestern Abend ein Kahn die Stadt flussabwärts verlassen hat. Wir fragen noch schnell im Wirtshaus nach den Verdächtigen, die sich anscheinend nur einen Nachmittag in der Stadt aufgehalten haben - es handelt sich wohl dabei tatsächlich um die Bewaffneten, die uns bereits am Stadttor aufgefallen sind.
Wir folgen dem Fluss zu Pferde, in der Hoffnung das Boot oder eine Spur der Verbrecher zu finden. Tatsächlich finden wir gegen Abend das versenkte Boot. Die Spur führt zum Gestüt von Kunos Schwester. Dort hält man uns für die Hilfe, nach der wegen vier Morden geschickt worden war. Die Toten sind zwei Wachen und der Großknecht mit seiner Frau. Tatwaffen waren Giftpfeile und ein Meuchelmesser. Die Mörder haben außerdem sechs gute Pferde und entsprechendes Sattelzeug gestohlen. Wir übernachten im Gestüt und brechen bei Anbruch des Tages mit frischen Pferden auf, um die Spur der Entführer und Mörder zu verfolgen. Die Ganoven wurden im Weiler Trotzingen gesehen, das wir gegen Mittag erreichen. Dort behaupteten sie, einen Kranken zum Kloster hinter Trotzingen bringen zu müssen. Als wir im Kloster nachforschen, erfahren wir aber, dass die Verdächtigen dort nicht gesehen wurden. Der Klosterbruder gibt uns den Tipp, Richtung Burg Kleinwardstein weiter zu suchen, wohin wir sodann unsere Reise fortsetzen.
Zweiter Teil
Die Burg Kleinwardstein stellt sich als eine starke Befestigung und Hauptsitz des RONdrianischen Ordens der Hohen Wacht heraus, die 1024 BF Jahren geschleift wurde und sich nun im Wiederaufbau befindet.
Uns werden TRAviagefällige drei Tage Nachtlager und Essen angeboten. Angesichts unserer Suche nach den Entführern von Dracodan nehmen wir davon nur einen in Anspruch und versuchen herauszufinden, ob wir der richtigen Fährte folgen.
Im Gespräch mit der Ordensgroßmeisterin Rondirai Leuentreu von Havena stellt sich heraus, dass unter den Durchreisenden der letzten Tage eine Gruppe war, auf die unsere Beschreibung der Entführer zutreffen könnte. Diese haben neben den Handwerkern in eigenen Zelten gelagert.
Die Handwerker geben uns bereitwillig Auskunft und es ist nun sicher, dass es sich um die Entführer handelt, die sich vor ca. 12 Stunden Richtung Burg Tobelstein an den Ausläufern der Schwarzen Sichel aufgemacht haben - das markante Zeichen an den Hufeisen der gestohlenen Pferde in deren Spuren bestätigt dies.
Für die Verfolgung wird uns außerdem dringend eine Tinktur gegen die lästigen Mücken empfohlen, die wir dankend annehmen. Der Weg wird mit oder ohne Pferd ca. drei Tage dauern, die uns an der Tobimora entlang führen.
Oberst Leomar Groterian des hier stationierten Regiments Yslisteins erklärt uns die Gerüchte über Tobelstein: Die Answinistin Praiodane von Falkenstein wurde dorthin in die Verbannung geschickt und hat bisher noch keine Eindeutige Loyalität zu der einen oder anderen Seite bekundet.
Wir machen uns nach einer kurzen Nacht in den sicheren Mauern von Kleinwardstein bei Anbruch des Tages rasch auf den Weg, um die Verfolgung wieder aufzunehmen. Irgendwie scheinen Gandrix, Pytheas und Sheijian aber mit dem falschen Bein auf die Pferde aufgestiegen zu sein, weshalb uns ein schneller Ritt - auch wenn dies das Gelände bald eh kaum noch zugelassen hätte - verwehrt bleibt.
Dennoch kommen wir schließlich nach zwei eher mühsamen Tagen in Sichtweite des Weilers Eberfels, welcher einige Meilen vor Burg Tobelstein gelegen ist. Wir suchen uns ein verstecktes Lager in einem kleinen Wäldchen abseits der Straße, wo wir die Pferde sicher abstellen können und wir uns einen trockenen Ort zum Schlafen einrichten können, um zunächst kein Aufsehen zu erregen.
Sheijian macht sich am folgenden Morgen unter den Augen von Leila, die ihm gerade noch auf Sichtweite folgt, so gleich auf den Weg ins Dorf, wo er Auskünfte über die Gegend und Burgherrin einholt, und ob es möglich ist dieser den Waffenarm zu vermieten. Da ihm dies bestätigt wird, begibt er sich zur Burg - wobei er auf den Weg dorthin einen interessanten Wasserfall mit einer kaiserlichen Statue entdeckt - und bietet dort zum Schein seine Dienste an. Mit einer geringen Besoldung wird er auch sofort eingestellt. Unter den Bewaffneten macht er auch schon nach einiger Zeit Personen aus, auf die Beschreibung der Entführer von Dracodan passt.
Auch wenn die anderen vorerst nicht viele Informationen auf diesen Weg erhalten können, ist es bestimmt nicht von Nachteil einen Spion innerhalb der Mauern zu haben.
Schließlich kehrt Leila zum Lager zurück und berichtet den anderen von Sheijians Erfolg. Daraufhin wird ohne Ergebnis den ganzen Abend beratschlagt, wie mit dieser Situation am besten verfahren wird.
Am nächsten Tag geht Pytheas ins Dorf, wo er sich als Kartograph vorstellt, der für hohe Herren aus Vallusa die Gegend erkundet. Ihm wird neben der Burg - auf deren Herrin die Dorfbewohner nicht allzu gut zu sprechen sind - noch der 150 Schritte hohe Wasserfall als besonders interessant empfohlen. Ansonsten kann er jedoch nichts weiter herausfinden.
So begibt er sich bald zurück ins Lager, um dann Richtung Wasserfall und Burg aufzubrechen und so seine geweckte Neugier zu befriedigen. Der Anblick der Statue des hier gestorbenen Kaiser inmitten des tosenden Wassers beeindruckt ihn und er wagt einen Blick hinter den Wasserfall. Sogleich beschließt er dann eine Runde in dem erfrischenden Gebirgswasser zu schwimmen.
Die auf einen steilen Hügel gelegene und gut befestigte Burg betrachtet Pytheas aus einiger Entfernung - immerhin hat man zwei Meilen freien Blick von deren Zinnen - mit seinem Fernrohr. Ohne List oder Magie wird man in die ausgeklügelte Befestigung auf keinen Fall kommen. Zudem soll innerhalb ihrer Mauern ein ganzes Banner stationiert sein (was Sheijian nach seiner Einweisung in seine neuen Pflichten inzwischen bestätigen könnte).
Währenddessen sucht Gandrix Kräuter, um eine noch wirksamere Tinktur gegen die Mücken herzustellen, bevor diese zu einer echten Plage werden - was nicht auszuschließen ist, wenn das Tiegelchen, das uns in Kleinwardstein mitgegeben wurde, leer ist. Des weiteren versucht sich Carlotta an einigen geringeren Zaubersprüchen, um sich die Zeit zu vertreiben und Ritter Kuno kümmert sich um die Pferde.
Den Tag darauf besucht Leila nun ebenfalls das Dorf - unbewaffnet und in der Kleidung einer einfachen Borongeweihten. Sie bietet den Menschen dort zwölfgöttlichen Beistand in Form von Segnungen an, welche diese dankbar annehmen.
Sie erfährt, dass sich innerhalb der Befestigungsmauern ein TRAvia- und PHExschrein befindet, worauf hin sie plant am nächsten Tag dort um Einlass zu bitten, um diesen aufsuchen zu dürfen.
Am Abend erkundet Carlotta per Geistesreise Teile der Burg: neben Wachräumen, Gesinderäumen und herrschaftlichen Gemächern gibt es einen Turm, in dem ein Magier studiert und ein Verließ für gemeine Verbrecher. Auch eine Grabkammer entdeckt sie. Aber eine Spur auf den Verbleib Dracodans findet sie nicht.
Dann nimmt sie magisch Kontakt mit Sheijian auf, der sehr verwundert darüber ist, und verabredet mit ihm einen nächtlichen Treffpunkt um Mitternacht auf dem Abort.
Leila setzt am folgenden Tag ihr Vorhaben um und kann so im Namen Borons ebenfalls die Burg betreten. Sie nimmt sich den seelischen Bedürfnissen der Wachen und Gemeinen an und schenkt ihnen ein offenes Ohr - wobei sie bei Bedarf auch Rat oder Trost spendet. Da es Geweihte anscheinend nur sehr selten nach Tobelstein verschlägt, wird für sie sogar ein Quartier eingerichtet. So verkündet sie am Vormittag des nächsten Tages einen Boronsdienst für alle abzuhalten, den sie auch gleich dann vorbereitet.
Während der Nacht erweitert Carlotta ihre Erkundungen per Geistesreise: in den Privatgemächern von Praiodane kann sie Teile eines Briefs lesen, in dem etwas von einer sicheren Verwahrung eines Gefangen steht - bei dem es sich augenscheinlich um Dracodan handeln. Schließlich nimmt sie wiederum Kontakt zu Sheijian auf, dieser hat des Nachts gesehen, wie Essen in den Magierturm gebracht wird.
Am darauf folgenden Vormittag hält Leila den Boronsdienst innerhalb der Burg ab. Da sich sehr viele Leute dazu eingefunden haben - selbst die sehr mitgenommen und übernächtigt erscheinende Praiodane läßt sich nun das erst mal blicken - wirkt die Boroni etwas nervös, weshalb ihre Predigt den meisten etwas seltsam anmutet.
Mit Hinweis auf ihre schlechte Verfassung kann Leila aber anschließend die Burgherrin noch zu einem Privatgespräch überreden. Nachdem das anfängliche Misstrauen überwunden ist, schildert diese sodann ihre Gewissensprobleme: sie muss gegen ihren Willen einen Gefangen in ihrer Burg verstecken.
Auch wenn sie bei ihren Ausführungen noch nicht sonderlich konkret wird, so ist dennoch klar, dass die Boroni durch ihr gutes Verständnis der menschlichen Seele nun das Vertrauen von Praiodane erlangt hat, und dass es sich um den Gefangen Dracodan handelt. Sie hofft, dass dieser bald wieder abgeholt wird, was allerdings nur ihr eigenes Wunschdenken zu sein scheint.
Am nächsten Morgen wird Sheijian zu einem Botendienst für den Magier ins Dorf geschickt und auch Pytheas ist dorthin unterwegs, um die Vorräte des Lagers aufzufüllen. So treffen sich beide dort und bestreiten den Rückweg gemeinsam.
Sheijian hat für den Magier vom Büttel eine Tasche voll mit Kräutern mit bekommen. Im Lager untersuchen Gandrix und Pytheas diese und stellen fest, dass es sich ausschließlich um Beruhigungsmittel in großen Mengen handelt.
Wieder in der Burg angekommen, erwartet der Magier auch schon die Lieferung und fängt sofort an sie zu verarbeiten. Nachdem kein Qualm mehr aus dem Turm des Magiers aufsteigt, wird ein großes Fass Wasser in den Turm gebracht, das diesen nicht mehr verlässt.
Leila kümmert sich im Laufe des Tages noch weiter um die gequälte Seele der Burgherrin, deren Heil ihr anscheinend tatsächlich am Herzen liegt. Praiodane hat nun so viel Vertrauen zu der Boroni gefasst, dass sie sogar erzählt, dass der Djinn der Nacht sie gegen ihren Willen dazu zwingt den Gefangenen gut versteckt zu halten. Wenn sie gegen seine Befehle handelt, muss sie mit ihrem Leben - oder schlimmeren - dafür bezahlen. Über dies ist sie total verzweifelt, vor allem da die Handlanger des Djinns, die Entführer von Dracodan, nun in ihrer Burg verweilen.
In der Nacht berichtet Sheijian der geistreisenden Carlotta, die seltsamen Einlagerungen im Magierturm. Also erkundet diese den Boden und kann nach einigen Versuchen sich durch den massiven Fels zu bewegen auch einen Hohlraum finden. Allerdings ist es hier so dunkel, dass sie keine weiteren Erkundungen machen kann. Sheijian untersucht daraufhin den Boden, kann eine Spalte ertasten und findet sogar an einem Fackelhalter den Mechanismus, um den Geheimgang zu öffnen. Diesen erkundet er jedoch nicht allein.
Am Tag erzählt Sheijian Leila von seinem nächtlichen Fund und diese ihm wiederum von den Gewissenskonflikt der Burgherrin. Irgendwie scheint die Boroni das Seelenheil von Praiodane noch nicht gegen die Befreiung von Dracodan abwiegen zu können.
Dennoch macht sie sich in einer weiten schwarzen Kutte angeblich ins Dorf auf, um aus dem Lager ihre Rüstung zu holen und die anderen vom Fund des Geheimgangs zu unterrichten. Es wird geplant, den Gefangen in der übernächsten Nacht zu befreien: Gandrix und Carlotta wollen sich per Magie in die Burg hineinbegeben, mit Leila und Sheijian nach Dracodan im Geheimgang suchen und sich dann auf ähnliche Art mit dem Gefangenen mittels Magie wieder ins Lager zurück begeben.
Pytheas nutzt derweil noch die verbleibende Zeit, um tatsächlich eine Karte der Gegend fertig zu stellen sowie die Wasserfälle zu zeichnen und Carlotta sammelt noch einmal ihre astralen Kräfte.
Und so wird der Plan tatsächlich in der besagten Nacht vollzogen:
Carlotta nutzt den TRANSVERSALIS, um sich selbst mit Leilas Waffen und Gandrix in den Turm zu zaubern. Dort warten schon die anderen beiden. Es geht in den Geheimgang, an den sich ein Höhlensystem anschließt. Dort befinden sich Lagerräume für haltbare Lebensmittel und eine Waffenkammer. Es führen zwei Schächte tiefer nach unten, einer davon ist mit einer mechanischen Apparatur versehen, mit der man sich bequem in einem Korb nach oben oder nach unten kurbeln kann.
Carlotta kann hier ihre Höhenangst nicht überwinden, weshalb sich die anderen ohne sie nach unten hinablassen. Nach etlichen Schritt erreichen sie einen unterirdischen See mit einer Insel in der Mitte, durch dessen Mitte der Schacht noch weiter nach unten führt. Die Fahrt endet und eine eisenbeschlagene Tür versperrt den Weg. Der geweihte Rabenschnabel der Boroni wird von Leila und Sheijian abwechselnd dazu missbraucht, diese einzuschlagen.
Dahinter erstreckt sich ein größerer Lagerraum, hier stehen einige Kisten voller Gold und Edelsteinen. Außerdem stapeln sich hier scheinbar Pergamente mit brisanten Informationen aus der Zeit Praiodanes als Richterin. Dracodan, dem Eisenfesseln und ein seltsamen Halsband angelegt wurden, liegt hier auf einer Pritsche!
Die anderen schaffen es doch noch Carlotta zu überreden hinunter zu kommen, damit sie das Halsband mittels ihres Oculus-Monokulars analysieren kann. Es ist stark antimagisch - zudem stellt sie fest, dass Dracodan gerade zu förmlich vor Magie pulsiert, das Halsband soll wohl seine Kräfte eindämmen.
Gandrix werden die Edelsteine in die Tasche gepackt und Carlotta nimmt sich wahllos ein paar der Pergamente mit. Gandrix vollzieht das Geodenritual Weg durch Sumus Leib und verschwindet mit Carlotta und Dracodan durch die Wand zurück ins Lager!
Ein interessanter Nebeneffekt dabei ist, dass nun Eisenfesseln und Halsband in die Wand hineingezogen wurden und nun dort feststecken…
Sheijian überlegt noch, wie er möglichst viel von dem Gold aus der Höhle schaffen kann, findet aber keinen Weg. So versenkt er eine der Kisten im tieferen Wasser, in der Hoffnung sie irgendwann einmal dort bergen zu können.
Er und Leila begeben sich möglichst unauffällig zurück zu ihren Nachtlagern, während der Rest sich mit den Pferden und Dracodan sofort noch in der Nacht zur Straße begeben. Gut, dass Pytheas eine genaue Karte angefertigt hat, die diesen Weg in der Nacht erleichtert. Erst am nächsten Abend soll wieder eine Rast eingelegt werden, damit der Vorsprung zu etwaigen Verfolgern möglichst groß ist.
Am Morgen nach der Befreiungsaktion wird das Verschwinden von Dracodan bemerkt und die Entführer nehmen sofort die Verfolgung auf. Die Burgwachen suchen die nähere Umgebung und das Dorf ab.
Nur die Berichte von einem Kartographen aus Vallusa, der in den letzten Tagen in der Gegend gewesen sein soll und danach auch nicht mehr gesichtet werden kann, dienen als Spur.
Praiodane ist verzweifelt, dass sie nun die Konsequenzen für die Flucht tragen muss. Aber Leila kann sie beruhigen, dass sie für die Flucht nicht verantwortlich gemacht werden kann, schließlich hat sie ihr bestes getan, denn Dracodan ist anscheinend durch den Fels geflohen (nur die zerstörte Tür und die verschwunde Kiste Gold sind etwas unerklärlich). Selbst die Entführer, als Handlanger des Djinns der Nacht, müssen ihr dies zugestehen. Leila macht ihr klar, dass die Sache doch kaum besser für sie hätte ausgehen können.
Nachdem so die Seele von Praiodane ein wenig beruhigt ist, kann die Boroni sie nun am folgenden Tag verlassen. Sie heuert dazu scheinbar Sheijian als Leibwächter zu ihrem Schutz an und beide können unbehelligt ihrer Wege gehen.
Carlotta, Gandrix und Pytheas haben bereits Zuflucht bei den Rondrianern auf Kleinwardstein gesucht und warten nun auf das Eintreffen der beiden anderen. Dort kümmert man sich um Dracodan von Misaquell. Es werden zudem die Edelsteine geschätzt und die Dokumente gesichtet.
Die Steine haben wohl einen Wert von ca. 500 Dukaten und werden nach den Bedürfnissen der Schuldner unter uns entsprechend aufgeteilt. Die wahllos entwendeten Akten belasten die Familie von Hartsteen, Pytheas nimmt diese sorgsam in seine wasserdichte Pergamentrolle auf.
Der längerfristige Plan das Gold aus der Burg zu „bergen“ stößt auf geteilte Meinungen, wird aber im Hinterkopf behalten…
Alsbald Dracodan wieder zu Kräften gekommen ist, geht es mit Geleitschutz eines Rondrianers wieder nach Perainefurten. Dort zeigt sich der Kanzler ob der Rettung des Entführten dankbar. Er bietet jedem von uns an eine Waffe, eine Rüstung oder gar Pferd als Belohnung. Wir nehmen sein Angebot an, die erprobten Pferde, die wir zur Verfolgung von dem Gestüt geliehen bekommen haben, nun zu behalten. Nur für den Zwerg Gandrix wird stattdessen ein braves Pony aufgetrieben.
Schließlich versucht Dracodan in den Räumlichkeiten der Kanzlei die Birscha-Rolle zu übersetzen. Doch auch er scheitert dabei…
Er bemerkt, nur ein Drache selbst wäre dazu in der Lage. Glücklicherweise ist er bereit den Kontakt zu einem echten Drachen herzustellen. Rasch verlässt er daraufhin die Stadt, vermutlich um sich zu einer Unterredung mit diesem zu begeben.
Nach zwei Tagen ruft uns Ritter Kuno zum Kanzler, Dracodan ist mit einer Antwort zurück. Er sagt, Apep der Ewige wird uns empfangen, wenn wir ihn aus eigener Kraft finden und die Rolle zu ihm bringen können. Wir sollen nach Apeps Wacht in den Drachensteinen suchen und bekommen folgenden Hinweis:
„Sucht den Scheideweg…“
Dritter Teil
Mit Dracodans kryptischer Wegbeschreibung im Hinterkopf machen wir uns auf den Weg in die Drachensteine. Zuvor befragen wir jedoch den Kanzler, der uns eine markante Weggabelung beschreibt, an der das Gasthaus „Zum Scheideweg“ steht. Zwei Tage später erreichen wir das Gasthaus und kehren ein.
Die Wirtsleute, die von der Schlacht bei Vallusa gezeichnet sind, servieren uns Tee, Bier und eine deftige Kartoffelsuppe und empfehlen uns die Pferde zurück zu lassen und zu Fuß ins Gebirge zu gehen. Sie erzählen uns auch, dass Gesandschaften an Apep normalerweise den östlichen Weg wählen.
Am nächsten Morgen folgen wir zu Fuß mit einem Packpferd für die Rolle dem empfohlenen Pfad, verlieren ihn aber schon bald und krakseln über ein Geröllfeld, bevor wir ihn kurz vor einem Bach wiederfinden. Mittags erreichen wir einen Ort, wo die Worte „Drachenrast“ in den Fels geschnitten sind. Gandrix erinnert uns an die kryptische Wegbeschreibung. Pytheas schaut sich um und entdeckt die nebelumwölkte Spitze des Berges „Dämonenkralle“. Wir halten darauf zu und erreichen am nächsten Tag eine riesige Klamm. Dort entdecken wir eine laut Gesteinskundigen ca. 2500 Jahre alte Inschrift, die wir nicht entschlüsseln können - Phyteas malt sie ab.
Auf dem weiteren Weg wird die Luft schlechter und Pytheas und Carlotta leiden unter Einbildungen. Sheijian erkennt, dass die schlechte Luft giftig sein muss. Zum Glück erreichen wir bald bessere Gegenden und gönnen uns eine kurze Mittagsrast. Am Nachmittag erreichen wir einen Höhleneingang in der Form des Mauls einer Löwin, auf der ein riesiger steinerner Drache thront. Wir wagen uns hinein und entdecken in der Höhle Fresken auf denen Echsen und Mandraken einen goldenen Drachen anbeten - Pyrdacor wahrscheinlich.
Ein Stück weiter kommen wir an ein seltsam regelmäßiges Geröllfeld, das unser Packpferd unmöglich durchklettern kann. Wir schicken das Pferd zurück zum Gasthaus und schultern die Rolle. Nach einiger Krakselei kommen wir auf einer Anhöhe an, wo ein Drachenskelett liegt. Pytheas findet einen Drachenzahn. Wir erreichen eine Felswand, die magisch ist und wie zu Fels erstarrtes Feuer aussieht.
Als nächstes erreichen wir eine Stelle, wo eine schmale Felsbrücke über einen Abgrund führt. Als wir die Mitte der Brücke erreichen, schälen sich vor uns Gestalten aus dem Nebel, sie tragen ein Symbol der Drachenkultisten. Als wir uns umdrehen, entdecken wir hinter uns den Dschinn der Nacht mit seinen Eiskreaturen. Wir sitzen fest und es kommt zum Kampf. Während Sheijian die Kultisten beinahe allein erledigt und Leila die Eiskreaturen auf Abstand hält, schleutert Carlotta Blitze und Pytheas und Gandrix verteidigen die Rolle. Es sieht allerdings nicht gut für uns aus. Leila und Carlotta werden bewusstlos geschlagen, Pytheas verliert seinen Kampfstab und Gandrix fällt gar von der Brücke. Sheijian besiegt schließlich auch die letzte Eiskreatur und den Dschinn der Nacht. Da taucht plötzlich ein Kaiserdrache auf und fängt Streit an - doch bevor es zu Handgreiflichkeiten kommt, erscheinen zwei Perldrachen mit dem bewusstlosen Gandrix und Pytheas Stab auf den Rücken. Sie richten dem Kaiserdrachen aus, dass sein Vater Apep ihn zerreißen wird, falls er sich nicht unverzüglich aus seinem Gebiet zurückzieht. Die Perldrachen wecken Gandrix, Leila und Carlotta und setzen uns auf der anderen Seite der Schlucht ab.
Am nächsten Tag folgen wir dem Pfad und treffen Dracodan von Misaquell in einer Höhle. Er zeigt uns einen Schwebemechanismus, der uns im Bergschacht aufwärts bringt. Durch den oberen Gang gelangen wir in eine Kristalldruse, die offensichtlich voller Magie steckt. Apep erscheint und liest unsere Rolle. Er erklärt uns, dass es sich um eine Art Chronik der Drachengeschlechter handelt, aber er ist zu jung um alles zu verstehen und schickt uns weiter zu Fuldigor, einem der ältesten Drachen, der im Ehernen Schwert wohnt. Wir übernachten bei Dracodans Lager in Apeps Hort und holen am nächsten Tag unsere Pferde von der Herberge ab, um nach Perainefurten zurückzukehren und unsere nächste Reise vorzubereiten.


