Des Greifen stumpfe Krallen
Verlobungsfeier
Damit die geplante Verlobung Reos und seiner Angebeteten Agelia in entsprechender Atmosphäre stattfinden kann, müssen natürlich entsprechende Vorbereitungen wie Essen, Raumschmuck und alles weitere getroffen werden. Da sich niemand sonst um solche Angelegenheiten kümmert, nahm ich, Madalena Cavazarro aus Punin, das eben in die Hand. Doch schon bei den ersten Einkäufen kam mir von den Händlern zu Ohren, dass Sonderzölle erhoben wurden, sodass die Waren teurer seien und ihr Eintreffen zu gewünschter Zeit unter Umständen nicht möglich sein würde. Der Verdacht fiel natürlich sofort auf den Oberst Drôlenhorst der Reichsarmee, der uns schon in der Vergangenheit Schwierigkeiten bereitet hatte, und der nun endlich gestellt werden müsste. Wie erwartet stritt er jedoch alle Vorwürfe ab, dieser Halunke! Aber wir werden ihn schon seiner gerechten Strafe zuführen, auf welchem Weg auch immer.
Die Verlobungsfeierlichkeiten verliefen dann trotz aller Komplikationen zu meiner und auch zu des Paares Zufriedenheit mit vielen Gästen, darunter insbesondere auch Reos Schwester aus Rommylis, und in angemessener Atmosphäre.
Auch in der Zollproblematik sollte sich etwas ändern, denn die Kaiserin hat einen Gesandten geschickt, der den Fall aufklären und dann den Oberst endlich dort hinbringen wird, wo er hingehört, nämlich in einen Kerker, aus dem er kein Unheil mehr anstellen kann.
Mord an einem Gesandten
Doch, wie meistens, kommt es anders, als man gern hätte: Ron teilte uns auf einer Besprechung mit, dass teure Reitstiefel und weitere in dieser Gegend unübliche Sachen gefunden wurden, die er uns auch vorlegt. Mich dünkte, dass unser Handelproblem noch nicht gelöst ist, denn der Gesandte wurde hinterrücks und unter ominösen Umständen ermordet.
Als Herren dieser kleinen, aber schützenswerten Stadt, machten wir uns natürlich sofort auf den Weg, dieses Verbrechen aufzuklären und den Täter zu finden. Seine Leiche wurde geborgen und entsprechend der Gesetze der Zwölfgötter behandelt, jedoch war seine Fundstelle nicht der Tatort. Dieser konnte von Sarion ausgemacht werden und ein Geisterruf meinerseits bestätigte meinen Verdacht, dass er ein Opfer eines hinterhältigen, wohl aber gut geplanten, Mordes geworden ist. Unser Versprechen, seinen Mord aufzuklären, werden wir nicht brechen, also folgten wir der Spur der Söldnergruppe, die der Gesandet vor seinem Tod als letztes gesehen hatte. Doch welch ein kluger Zug der Mörder: Gerüchten zu Folge sollen die Herren von Zweimühlen den Mord in Auftrag gegeben haben oder gar selbst ausgeführt! So reisen wir inkognito nach Gallys und schmieden Pläne, wie wir das Ränkespiel doch noch zu unseren Gunsten wenden und den Mord aufklären können.
Schließlich können wir die Söldnergruppe ausmachen und ihr Gildenhaus finden, wo ich mich als Freundin des Nekromanten, der die Stadt vor uns beherrschte, ausgab, mit einer starken Abneigung gegen die heutigen Herren, nämlich uns. Der Anführer der Söldner sagte mir zu, dass seine Gruppe in zwei Tagen für diesen Auftrag bereitstände, was uns zu einer Überwachung der Söldner anregte. Diese brachen auch wie erwartet am nächsten Tag auf, konnten einer Verfolgung durch meine Freunde aber nicht entgehen.
Was sie vorfanden als die Söldner an ihrem Ziel angekommen waren, war aber nicht weniger überraschend: Sie griffen Ludalf von Wertingen an, der mit seiner Eskorte schon in arger Bedrängnis war, als meine Freunde eintrafen. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht von ihren Heldentaten berichten, wichtig ist aber das Ergebnis: Ludalf von Wertingen hat den Kampf überlebt und uns bei unserer Mordaufklärung seine Unterstützung zugesichert. So kehrten meine Freunde und einer der Männer des Marschalls nach Gallys zurück, wo unser weiteres Vorgehen entsprechend angepasst wurde…


