Ein Licht der Hoffnung (erster Teil)
Einige Tage nach der Heimesnacht:
Perval Groterian bittet uns einen Pilgerzug der Heiligen Dreischwestern in die Wildermark zu begleiten. Ihr Ziel ist Wutzenwald, wo sie den bedürftigen Bewohnern der Wildermark in diesen schweren Zeiten beistehen wollen. Der Zug besteht aus drei voll beladenen Wagen und wird begleitet von einem Gänseritter, einem Krieger, zwei Reichssoldaten, zwei Waffenknechten, einer Kundschafterin, vier darpatischen Fuhrleute und sogar einem Peraine-Geweihten. Bruder Travinor leitet den Zug.
In den kommenden Tagen reisen wir von Eslamsgrund nach Gareth. Die Reise verläuft ruhig und in Gareth bekommen wir die Möglichkeit uns für unsere Expedition in die Grenzlande auszurüsten.
Auf der Straße nach Wehrheim begegnen wir einer Gruppe Orks. Ganz gegen unsere Erwartungen wollen diese jedoch lediglich mit uns in Handel treten und Travinor kann günstig einige Felle und einfache Handwerksgegenstände erwerben.
Einige Tage später erreichen wir Wehrheim. Bei dieser Gelegenheit besuchen wir die Wehrheimer Hämmerlinge und berichten ihnen von der guten Ankunft ihrer Verwandten in Warunk. Brenda, unsere Kor-Akoluthin, hat nun ihr Noviziat abgeschlossen und wird zur Geweihten erhoben. Wir wohnen diesem blutigen Ritual bei.
Unsere Reise führt uns von Wehrheim nach Osten. Einige Tagesreisen später, während der Nachtruhe, stürmt auf einmal ein aufgeregter Bauer in unser Lager. Aus einem benachbarten Weiler kommend, berichtet er uns von Untoten, die seine Leute angreifen und bittet uns verzweifelt um Hilfe. Unsere Recken Brenda und Reo eilen ihm nach und tilgen dieses Unleben schnell von Deres Antlitz.
Der Rest der Nacht vergeht ruhig und wir können am nächsten Morgen doch einigermaßen ausgeruht die Weiterreise antreten. Im Laufe des Tages treffen wir auf den Barden Travidon. Er berichtet uns von den schrecklichen Gräuel die der Baron Aldoron von Wutzenwald an einem Pilgerzug des Herren Boron angerichtet hat. Geschockt und gewarnt von diesen Berichten reisen wir weiter.
Einige Praiosläufe später erreichen wir eine Zollstation. Schnell vergewissern wir uns, dass es sich um kaiserliche Soldaten unter Oberst von Drôlenhorst handelt. Sie wollen von uns einen Sonderzoll erheben. Auch wenn Reo eigentlich weiß, dass dieser Zoll nicht rechtens ist, glaubt er dem Oberst, dass Sonderedikte dazu vorliegen. Als dieser jedoch den Pilgerzug und Travinor erkennen, lassen sie unseren Zug passieren.
Auf unserem späteren Weg begegnen wir einer Gruppe Flüchtlinge. Halb verhungert und heruntergekommen betteln sie um etwas Essbares. Wie geben ihnen soviel wie wir entbehren können. Die Kundschafter Branje und Sarion machen sich auf, um zu jagen und kehren bald darauf erfolgreich zurück. So werden alle satt. Nachdem die größte Not behoben, wollen sich die Flüchtlinge uns anschließen und wir reisen mit ihnen gemeinsam weiter.
Die Schrecken auf dem Weg durch die Wildermark nehmen kein Ende. Gegen nachmittag stürzen zwei Männer auf uns zu und berichten von einem Ungeheuer, welches sich über ihre Zugtiere und Waren hermacht. Sofort gehen wir der Sache nach. Bei dem Wagen der Händler angelangt bietet sich uns wiederum ein Bild des Schreckens. Ein Wesen, von der Gestalt eines Wolfes, aber in echsische Schuppen gekeidet hat, den Zugochsen gerissen und tut sich nun an dessen Eingeweiden gütlich. Brenda und Reo kommen sofort ihrer göttergefälligen Aufgabe nach, dieses Untier zu vernichten. Es ist ein wahres Glück, dass uns eine Streiterin Rondras drachenblütigen Sohnes und ein Recke, der gleichermaßen Travia und Rondra verbunden ist, begleiten.
Die Unbilden der Wildermark scheinen auch sehr göttergefällige Menschen in ihren Bann zu ziehen und sie vom rechten Weg abzubringen. Eine Hand Praioten, die anscheinend von einem Geweihten angeführt und von zwei Bannstrahlern begleitet wird, verstellt uns den Weg und fordert die Auslieferung aller Magiebegabten aus unseren Reihen. Diese Verblendeten, im Irrglauben ihrem Gott zu dienen, stellen auch unser Götterwissen auf eine Probe. Zum Glück kann uns der Gänseritter Reo über den Status dieser Anhänger Albuins aufklären. Von der Heiligen Praioskirche verbannt, versuchen sie nun ihren fanatischen Glauben in in der Wildermark fortzuführen.
Sarion allerdings, als Waldläufer meist auf sich selbst gestellt, zögert den Praioten gegenüber nicht lange und eröffnet mit einem präzisen Schuss auf ihren Anführer den Kampf. Sofort stürzen die Bewaffneten aufeinander los, während Yendor mit seinen magischen Fähigkeiten versucht die Praioten-Sektierer zu verwirren und ihre Kampfmoral zu schwächen. Nach einem kurzen und harten Gefecht, bei dem sich die beiden angeblichen Bannstrahler als zähe Gegner herausstellen, werden die Fanatiker von uns bezwungen und ihre sterblichen Überreste borongefällig bestattet.
Einige Meilen weiter nimmt uns die Familie Erpeldinger auf und wir können uns von den Schrecken und Verletzungen des Kampfes erholen. Für sie ist es göttergefällige Pflicht einen Pilgerzug der Heiligen Dreischwestern bei sich aufzunehmen und zu versorgen. Natürlich wollen wir uns nicht auf Kosten einer armen Bauernfamilie sättigen und werden machen ihnen zum Abschied großzügige Gastgeschenke.
Schließlich erreichen wir Wutzenwald. Ein wahrer Lichtblick in diesen dunklen Zeiten. Es zeigt uns, dass ehrliche Menschen auch im Angesicht der Verwüstung göttergefällig leben können. Wir werden als Pilgerzug der Dreischwestern sofort von einem Geweihten begrüßt und dann dem Pfleger des Landes, dem Hochgeweihten der Peraine in der Wildermark, vorgestellt. Er erkundigt sich nach unserer bisherigen Reise und unseren weiteren Plänen. Dafür überreicht er uns noch geweihte Storchen-Amulette, die die Träger für ein Jahr vor Krankheiten schützen sollen, wenn sie sich göttinnengefällig verhalten.


