Herren von eigenen Gnaden

Aus dem Tagebuch von Yendor

Verteilung einer schweren Bürde

Tja, es hätte so schön sein können… Die Helden erschlagen den Nekromanten und reisen weiteren Abenteuern entgegen. Nun sitzen wir aber in der alten Grafenburg in Zweimühlen und wollen uns der Verantwortung nicht entziehen. Diese Stadt hat schon mehr als genug gelitten. Wir beschließen also eine provisorische Regierung einzusetzen, bis die Verhältnisse sich klären. Ich selbst übernehme die repräsentativen Aufgaben. Brenda kümmert sich um die Sicherheit und Sarion um das umliegenden Land und die Wälder. Für Handel und Handwerk ist Yalik verantwortlich, während Reo Ansprechpartner für die Kirchen und das allgemeine Volk ist.

Bestandsaufnahme und Haushalt

Des Weiteren schicken wir einen Brief an den Pfleger des Landes, in dem wir um Unterstützung bitten - vielleicht schickt er uns ja sogar einen Geweihten der Herrin Peraine. Den Zehnt reduzieren wir auf 2 Zehnte. Außerdem führen wir den Kirchenzehnt wieder ein, den dieser von den Göttern verlassene Magier abgeschafft hatte. In der Stadtkasse finde wir magere 52 Dukaten vor. Mit Zordans Hilfe schätzen wir, dass wir etwa 250 pro Zehnt und Monat bekommen. Die Bestandsaufnahme über die Schäden der Stadt ist ernüchternd. Neben der teilweise zerstörten Mühle, dem niedergebrannten Perainetempel und den vielen verfallen Häusern steht es auch um die Verteidigungsanlagen nicht zum Besten. Erdwall, Graben und Palisade sind etwa zu 9 von 10 Teilen zerstört. Die Tore sind größtenteils noch intakt (25% zerstört) und von den Türmen steht nur noch ein kümmerlicher Rest (95% zerstört). Daher verfügen wir, das jeder arbeitsfähige Zweimühler 6 Stunden in der Woche beim Wiederaufbau der Stadt zu helfen hat. Ferner beschließen wir folgenden Haushalt:

Posten Passiva / Aktiva
Schatztruhe 52 Dukaten
Zehnt 500 Dukaten
Sold, Verpflegung und
Unterkunft für 40 Söldner
200 Dukaten
Unterhalt der Burg 50 Dukaten
Lohn der provisorischen
Stadtverwaltung
18 Dukaten
Tagelöhner 24 Dukaten
Reparatur 200 Dukaten
Spende zum Wiederaufbau
des Perainetempels
8 Dukaten

Audienzen

Die ersten Bürger der Stadt machen uns ihre Aufwartung. Der Händler Cordovan Weitzmann fällt durch eine Großzügige Spende auf. Er fragt nach den Einfuhrzöllen für Handelswaren, die wir auf großzügige 5% festlegen, um den Handel anzukurbeln. Die Abgabe entfällt, wenn ein Händler seine Waren in einem Kontor in der Stadt feil bietet und daher den Zehnt entrichtet. Auch Mutter Erlgunde ist unter den ersten Besuchern. Sie nimmt erfreut zur Kenntnis, dass ihr ab sofort wieder der Kirchenzehnt für die Versorgung der Waisenkinder zur Verfügung steht. Wie bitten sie, etwas von dem Geld für den Wiederaufbau des Perainetempels zur Seite zulegen, wenn es möglich ist. Als nächstes kommt der ehemalige Besitzer des Hauses, in dem mittlerweile die Blutgrube residiert. Wir weisen ihm das Anwesen zu, dass der blutige Neb sich einst unter den Nagel gerissen hat. Der Wirt des hiesigen Gasthauses möchte wissen, wie er denn sein Etablissement heißen soll - schließlich heißt es immer nach dem aktuellen Herren der Stadt (zuletzt: Mogul Nekrorius). Nach kurzer Diskussion beschließen wir den Namen „Zur Zweimühler Freiheit“.

Einen Geist zu bannen

Als nächstes gehen wir Berichten nach, die besagen, dass es in der beschädigten Mühle spukt. Tatsächlich sehen wir in der Nacht den Geist des alten Müllers. Er beschuldigt seinen Sohn ihn ermordet zu haben. Als wir den Sohn zur Rede stellen wollen, versucht er zu fliehen. Aber Reo kann ihn zu Pferd recht schnell wieder einfangen. Er wird vorläufig in den Kerker der Burg gesperrt. Am nächsten morgen befragen wir seine Schwester. Er hat ihr erzählt die Sache sei ein Unfall gewesen. Wir berufen ein Gericht ein und bestimmen neben dem Gänseritter Reo die Geweihten Mutter Erlgunde und Brenda zu Richtern. Da der junge Mann seine Tat gesteht und aufrichtig bereut, lassen sie milde walten und verurteilen zum Arbeitsdienst beim Wiederaufbau der Stadt. Der Geist des Vaters kann nun endlich Frieden finden. Reo kümmert sich außerdem um die Schwester und hilft ihr das Familienunternehmen wieder aufzubauen, damit es in einem halben Götterlauf wieder gutes Zweimühler Bier gibt. Am Ende Woche bekommen wir überraschend Besuch aus Wutzenwald: Der Perainegeweihte Pyglaion wurde vom Pfleger des Landes geschickt um uns zu unterstützen. Er wohnt vorläufig bei Mutter Erlgunde.

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