Adrian Kaskaden
Adrian ist strohblond und seine Haare sind etwas länger. Er hat sehr hellblaue Augen, die seine Gefühle immer genau wiederspiegeln. Er ist schlank und wirkt etwas knochig oder mager. Durch starke Masern in seiner frühen Kindheit ist er taub geworden, was er manchmal sarkastisch Glück nennt, da er so von seiner Familie (besonders sein Bruder und seine Mutter) Mitleid bekommt. Dies ist das einzige Gefühl ist, das er von ihnen erwarten kann. Sein Blick wirkt manchmal stechend und unangenehm. Dennoch findet man in ihnen Menschlichkeit und einen wachen Verstand. Er hat eine mysteriöse Ausstrahlung und niemand könnte sagen, was er als nächstes machen wird. Ihm ist nichts wichtiger als die Menschen, die er mag. um sie zu beschützen würde er sogar seinen Prinzipien widersprechen oder gegen sein Besserwissen handeln. „Ihm erschien alles im Gedenken an Haupts Tod kindisch und unwichtig. Er gibt sich Selbst die Schuld. Er machte es sich immer schwerer, über den Tod des Freundes hinwegzukommen. Keine Schuld. Keine Vorwürfe mehr. Eine innere Stimme versicherte ihm, dass es Unsinn war sich Vorwürfe zu machen.“ Adrian ist ein 20-jähriger Mann, der seine Kindheit in dem Haus seiner Eltern (Madeleine und Titus Kaskaden) verbrachte. Sein Vater war ein Minenbesitzer, der die meiste Zeit von einer Mine zur anderen reiste, um sie zu kontrollieren. Seine Mutter war die Hausdame, sie kümmerte sich um alles und traf alle Entscheidungen. Sie schien eine starke Frau zu sein, was jedoch nur ein Schutz war, um nichts und niemanden emotionell nahe an sie zu lassen. Adrian hat einen Zwillingsbruder, Valerian, der ihm äußerlich zum verwechseln ähnlich sieht aber im Inneren ganz anders ist. Valerian war beim Militär und seine Züge sind sehr zackig und militant. Er zeigt alle Merkmale eines Haudegens. Adrian hingegen ist sehr sanft und seine Bewegungen sind sehr fließend. Außerdem hat er noch zwei kleine Schwestern. Sie sind auch Zwillinge und sie sind 11 Jahre jünger als ihre Brüder. Er kann die Geschäfte seines Vaters dank seiner Behinderung nicht übernehmen, was ihn nur noch mehr ausgrenzt. Manchmal beneidet er seine Schwester um die Liebe, die sie von ihrem Vater bekommen und die er und Valerian nie bekamen. Er spielt leidenschaftlich gerne Oboe und beherrscht das Instrument trotz seiner Taubheit sehr gut. Früher hat er seiner Familie jeden Abend etwas vorgespielt, aber er tat so als könne er es nicht. Seine Familie spielte dieses Theater immer mit und applaudierte als würde es ihr gefallen. Sein Vater hat ihm in der Kindheit mal ein Musikstück beschrieben. Das ist Adrians und Titus kleines Geheimnis und eine der Leidenschaften die sie teilen: Die Liebe zur Musik. Er freut sich über jedes Lob, das er von Titus bekam. „Mein Vater sagt, dieses Land gehört den Schwarzen. Sie haben nichts anderes getan, als ihre Heimat zu verteidigen. Wie kann man ihnen deshalb einen Vorwurf machen?“ „Ist das Eure Meinung oder die Eures Vaters?“ „Darin sind wir uns einig.“ Er schaut dem Sprecher immer auf die Lippen während er redet. Sonst versucht er ihm in die Augen zu blicken. In seiner Sprache erkennt man keine Gefühle. Er sagt alles kalt und sachlich. Obwohl seine Eltern es ihm verbieten und obwohl es gefährlich ist, tut er was er will. Dieses Verhalten ist sozusagen seine Möglichkeit sich Selbst zu beweisen. Oft treibt ihn jedoch seine Hilflosigkeit zur Verzweiflung. Trotzdem machte ihm die Stille, die ihn sein Leben lang umgab, nur einmal angst: Als er alleine war und seine Schwestern nicht finden konnte, obwohl er sie überall suchte. Er verfluchte sie außerdem, als er lauschen wollte, ob sein Vater noch Klavier spielte und er es nicht hören konnte. „Früher, als er und sein Zwillingsbruder Verstecken gespielt hatten, war Valerian immer im Vorteil gewesen, Valerian konnte alle verdächtigen Geräusche hören, mochte Adrian sich noch so gut vor seinen Blicken verbergen. Adrian hingegen musste sich stets auf seine Augen verlassen. Und natürlich auf die Kräfte, die er damals gerade entdeckte.“ Er ärgert sich oft über sich selbst, weil er sich selbst leid tut, was er nicht will. „Dann seid Ihr zu beneiden. Weil Liebe umsonst zu sein scheint, vergisst man leicht, wie kostbar sie ist.“ „Sein Jungengrinsen nahm dem folgenden Satz die Bitterkeit: „Wenn Ihr Glück habt, macht sich schon jemand Sorgen um Euch.“ Er fühlte sich als kleines Kind ungeliebt und vernachlässigt und war durch seine Taubheit gehemmt. Deshalb folgte er den Räten eines ehemaligen Praios-Geweihten damals ohne Zögern. Außerdem zog es ihn zu den Mohas, unter denen er gute Freunde hatte… Er kennt den Glauben der Moha und hält ihre Legenden für wahr, jedoch zweifelt auch er an manchen Dingen. Er ist jedoch viel mehr in ihren Glauben verstrickt, als er sich selbst eingestehen will. Seine Begabung zwingt ihn dazu. Er hat Probleme mit seiner Begabung und möchte sie eigentlich nicht haben. Er sieht keinen Nutzen in ihr. Die Mohas betrachten ihn als verloren, denn er akzeptiert es nicht und würde nie etwas für ihren Stamm mit seiner Begabung tun. „Sein Verhältnis zu den Mohas ist gespalten. Er hatte Freunde unter ihnen, wenn auch längst nicht so viele, wie seine Mutter vermutete, und er ehrte und schätzte ihre Kultur; zugleich konnte er Haupts Vorbehalte gegen die Mohas durchaus nachvollziehen. Der Praiosgeweihte hatte gute Gründe, das Treiben der Buschleute abzulehnen, und Adrian war sich bewusst, dass er selbst längst daran zugrunde gegangen wäre, hätte Haupt ihn damals nicht gewarnt und unter seine Fittiche genommen.“ Auch heute wirkt er noch schüchtern und scheu. Er würde sich niemals jemandem aufdrängen. Manchmal wirkt es, als habe er zwei Gesichter: einmal die Schüchternheit und auf der anderen Seite sein Sarkasmus und die kühlen Reden die er hält. Man könnte auch glauben, eins davon ist eine Maske, die er nur zur Schau trägt. Er lächelt immer, aber immer auf verschiedene Weisen, mal bitter, mal als spräche er zu einem Kind, jedoch niemals ernsthaft fröhlich. Sein Zynismus ist unübertreffbar, man kann eigentlich immer auf die nächste scharfe Bemerkung von ihm warten. Auch sein Hohn und Spott sind schwer zu übertreffen. Er meint selten etwas ernst und respektiert die Lebensweise eines Mittelreichers in dem Gebiet der Mohas nicht. Für ihn drangen sie in dieses Reich ein und zerstören es, obwohl man die Mohas respektieren müsste. „Was, wenn es in Wahrheit und die Angst waren, die sie alle zur Verzweiflung brachten? Wenn der Irrsinn, der sich langsam breit machte, viel schlimmer war als alles, was ihm aus dem Dschungel folgen mochte?“ Adrian besucht keine Messe der Zwölfgötter und er war auch schon ewig in keinem Tempel mehr, trotzdem verehrt er Tsa. Meist zieht er alleine durch die Umgebung und zeigt sich anderen Menschen selten. Er reitet oft in die kleine Stadt in der Nähe seines Elternhauses und besucht dort Haupt (den Praios-Geweihten) oder einige Mohas, die dort nahe der Siedlung wohnen und mit ihm befreundet sind. Seine Mutter hatte unter einem Zauber seinen Vater getötet. Seine Schwestern kamen mit kleinen Verletzungen davon, als sie sich selbst bekämpften. Sein Bruder war im Dschungel verschwunden und seine große und einzige Liebe, Cendrine, ebenso. Die Mohas, seine damaligen Freunde hatten dafür gesorgt, dass sie in der Wüste blieb. Haupt starb auch kurz zuvor. Nichts hielt ihn mehr dort, nachdem seine Mutter und seine Schwestern wieder zurück ins Mittelreich gingen… „Für einen Sekundenbruchteil flackerte ein Bild durch Adrians Geist. Wie angewurzelt blieb er stehen. Ein stummer Aufschrei stieg in ihm auf.“ „Er wollte gar nicht völlig begreifen, was geschehen war. Die Endgültigkeit. Die Folgen. Wollte nichts davon wahrhaben.“ „Adrian war stocksteif. Die Erkenntnis einen Menschen getötet zu haben – es war so leicht, so unglaublich leicht – drang nur langsam zu ihm durch.“ „Adrian konnte den Aufschrei hören.“ Also zog er ins Abenteuer.
Die San, der Mohastamm, sind sehr friedlich, sie würden niemals einen Aufstand planen oder ihn durchführen. Sie sind klein, wendig und ihre Haut ist sehr dunkel. Ihre Gesellschaft kennt keine Anführer und doch haben ihre Schamanen Privilegien, auf die keiner von ihnen besteht, sie haben sie einfach. Sie arbeiten sogar für die Kolonisten. Ihr Volk ist sehr friedliebend. Trotzdem haben sie Adrian, Haupts Bruder und Cendrine bedrängt, da sie die selbe Begabung wie ihre Schamanen haben. Sie verfolgen solche Weißen überall und nutzen jede Chance sie darüber „aufzuklären“. Meist ist es zu spät, wenn man merkt, dass es eine Falle ist und die San die ganze Zeit gelogen hatten. Quabbo, ihr mächtigster Schamane, versucht immer wieder, Weiße mit dieser Begabung zu lehren mit ihr umzugehen. Wilhelm Haupt kam von solch einer Reise nie wieder und auch Cendrine schien es nicht besser ergangen zu sein, obwohl sie Selbst das Vielfache Quabbos Macht hat. Vielleicht sind sie auch tot, niemand weiß was passierte.


