Answin Fredor von Punin
Hintergrund
Answin ist der zweite Sohn der wohlhabenden und angesehenden Händlerfamilie Fredor, deren Anwesen etwas außerhalb Eslamsgrunds' liegt. Handeln tut die Familie Fredor mit allerlei Alltagswaren, aber ein Großteil ihres Erfolges basiert auf den Export von regionstypischen Spezialitäten von Gareth bis Punin. So besuchen sie auf ihren Inspitionsreisen oftmals einige ihrer Kunden persönlich und haben so ein weitreichendes Netz aus Beziehungen aufbauen können, mit denen sich manchmal sogar eine teure Ladung almadanischen Weines oder ein edles Ross vermitteln läßt. Seine Eltern Albor und Fenya Fredor führen den schon seit drei Generationen existierenden Familienbetrieb mit geschickter Hand und haben in Answins einem Jahr älteren Bruder Felian schon einen würdigen Nachfolger gefunden. Seine drei Jahre jüngere Schwester Dara soll dereinst 'gewinnbringend' verheiratet werden. Answin hingegen war in seiner Kindheit stets der zurückhaltenste der dreien und so sahen es Answins Eltern als eine glückliche Fügung des Schicksals an, dass sich in Answins Kindheit schnell herausstellte, dass er magisch begabt war. Denn einen Magier in der Familie zu haben ist immer angesehen, und nach seiner Ausbildung könnte er seinen Eltern und später seinen Bruder dabei helfen bei Verhandlungen nicht auf magischem Wege betrogen zu werden. Also machten die Fredors ihren Einfluss in Punin geltend und versuchten Answin in der dortigen Akademie unterzubringen, da dort die besten Hellsicht-Magier ausgebildet werden. Answin wurde nach einigen Tests als äußerst begabt eingestuft und schließlich auch aufgenommen.
Mit seiner Aufnahme an der Akademie zu Punin begann für Answin ein ganz neues Leben. Die ersten Jahre waren eher unangenehm für ihn und Answin wünschte sich in sein behütetes Zuhause oder zumindest in die Fredorsche Ferienresidenz nahe Punin zurück, indem er nicht von jedem herumkommandiert und für etwaige Botengänge und Aufräumarbeiten herangezogen wurde. Lediglich die ersten Meditationsübungen bereiteten ihm etwas Abwechslung. Außerdem hatte sich Answin durch sein ständiges Genörgel unter den meisten anderen Novizen nicht gerade Freunde gemacht. Das wurde noch durch die Tatsache unterstützt, dass Answin, im Gegensatz zu vielen anderen Schülern, nicht adliger Abstammung war und sich herumsprach, dass seine Eltern ihm quasi einen Platz in der Akademie 'erkauft' hatten. So kam es das Answin schon bald zu den Außenseitern zählte und er sich mit anderen 'merkwürdigen Gestalten' herumtreiben musste. Zwei von ihnen wurden zu Answins besten Freunden: Gyldo und Oleana, beide ebenfalls bürgerlicher Abstammung.
Doch Answins Zeit sollte kommen. Nach den ersten langweiligen Jahren begannen schließlich auch die ersten Zauberübungen und eine der fundamentalsten Eigenschaften Answins wurde geweckt: die Neugier. Er begann geradezu aufzublühen und er verschlang nahezu alles ihm gegenüber offenbarte Wissen zur Magie. Und auch die anfänglichen Übungen und die Theorie bekamen plötzlich einen Sinn. Doch aufgrund seines schwierigen Rufes an der Akademie begann eine Magista ihn besonders hart ranzunehmen: Prishiya von Garlischgrötz zu Grangor, die gleichzeitig Spektabilität und Gildensprecherin der großen grauen Gilde des Geistes war. Sie war für ihre Strenge berühmt und unter den Schülern gefürchtet, doch auf Answin schien sie es besonders abgesehen zu haben. Ihrem Unterricht folgte Answin immer abgestoßen und angezogen zugleich. Oft stellte sie ihm, anscheinend aus reiner Boshaftigkeit, nahezu unlösbare Aufgaben und nicht selten löste er sie dennoch. So schnell wollte er sich nicht geschlagen geben. Hätte Answin nicht längst zu den besten Schülern der Akademie gezählt, wären diese Jahre wesentlich härter für ihn ausgefallen. Im Nachhinein betrachtet glaubte Answin, dass Prishiya ihn nicht ohne Grund so behandelte. Sie wollte wohl nur ohne Rücksicht auf Verluste seine Begabung fördern. Und so gesellte sich zum merkwürdigen Gefühlsgemisch' Answins Prishiya gegenüber, bestehend aus Angst, Bewunderung und Neugier, auch noch die Dankbarkeit, die jedoch auch stets noch dem Respekt weichen musste. Doch bei aller späteren Dankbarkeit, Answins Lieblingslehrer war ein anderer: Der Elf, Magister Firdayon Finkenfarn. Dies gründete schon darauf, dass Answins einziges Vergnügen in den ersten Jahren seiner Akademiezeit die Meditationsübungen bei ihm gewesen waren, aber auch darauf, dass er als einziger der Magister beinahe freundlich war und darauf, dass er Answins Lieblingsfach unterrichtete: Die Magica Clarobservantia, im gemeinen Volksmund auch Hellsichtmagie genannt. Denn das Wissen, das er in den zahllosen Vorlesungen vermittelt bekam, reichte lange nicht mehr aus, um Answins Wissensdurst zu befriedigen. Er begann weitere Bücher aus der Bibliothek zu 'entwenden', um sich weiterzubilden und er nutzte alle ihm bisher offen stehenden Möglichkeiten der Hellsicht, um noch weitere Schlüsse zu ziehen. Daraufhin bekam Answin gewaltigen Ärger, da er etliche seiner anderen (nervigen) Pflichten vernachlässigt hatte, sodass er beinahe von der Akademie geflogen wäre. Also achtete Answin fortan stets darauf all seinen Aufgaben nachzukommen - doch wann immer er etwas Zeit hatte oder nicht all zu müde war, ging er seinen privaten Forschungen nach.
So gingen die Jahre in der Akademie vorüber und die Male, an denen Answin und seine Freunde Gyldo und Oleana die Akademie verlassen konnten, ließen sich an zwei Händen abzählen, bis schließlich der Abschluss vor der Tür stand. Gyldo war zu einem absoluten Alchimiefanatiker herangewachsen und redete von nichts anderem mehr, als das er endlich seinen Forschungen zur Schaffung von Gold mittels einer arkanen elementar-heptalogischen Transpopiation nachgehen könne. Und Oleana war, selbst für Puniner Verhältnisse, zu einem totalen Bücherwurm geworden; sie wusste noch nicht, was sie nach dem Abschluss machen wolle. Answin begann sich etwas Sorgen um sie zu machen, denn nachdem sie sich die Daimonologie als Hauptfach und Spezialgebiet erwählt hatte, war sie sehr ruhig und zurückhaltend geworden; sie kam nur noch selten hinter ihren Büchern hervor. Die meisten der anderen Abgänger wussten bereits, was sie nach ihren Abschluss machen würden. Viele von ihnen nahmen einen Platz als Hofmagus oder Leibmagae ein, einige hatten sich auch nur aus 'Prestige-Gründen' zum Magier ausbilden lassen und unterstützten ihre wohlhabenden Familien so. Answin jedoch gehörte zu den wenigen, die noch nicht genug gelernt hatten und und nach seinen Abschluss sein Glück auf Wanderschaft suchen wollte, um nach weiteren magischen Wissen Ausschau zu halten. Seinen Eltern hatte er bereits von seinen Plänen berichtet und sie waren nicht sehr erfreut darüber. Besonders sein Vater versuchte ihn zu überreden seine Meinung zu ändern - schließlich hatte er Pläne mit ihm, doch Answin ließ sich nicht beirren. Er hatte seinen Beschluss gefasst und auch der 'Trick' seines Vaters nicht für die Ausbildung an der Akademie aufzukommen, so dass Answin, im Gegensatz zu beinahe allen anderen Abgängern aus reichen Familien, selbst auf seinen Schulden sitzen blieb und so Geld verdienen musste, konnte ihn nicht aufhalten. Er bestand seine Abschlussprüfungen mit Bravour und wurde schließlich Jahrgangsbester. Für seine Magister, für seine Spektabilität, für seine Freunde, seine Jahrgangsgenossen und für Answin selbst war dies jedoch keine allzu große Überraschung. Denn Answin war zu einem der vielversprechendsten Talente des Hellsicht-Zweiges der Akademie der letzten Jahrzehnte herangewachsen. Und jetzt würde er ausziehen, um sein Wissen noch mehr zu mehren, um altes Wissen wieder zu entdecken, und um neues Wissen zu erlernen…
Entwicklung I: Vom Stubenhocker zum gestandenen Magier
Answin entwickelte sich im Laufe seiner Abenteurerjahre vom weltfremden und leicht trotteligen Gelehrten zu einer mittlerweile gestandenen Persönlichkeit. Damals war es noch ein Leichtes gewesen, ihm ein minderwertiges Gasthauszimmer zu einen total überhöhten Preis anzudrehen oder ihm beim Glücksspiel übers Ohr zu hauen - auch wenn ihn das nie wirklich störte. Doch mittlerweile findet er sich ganz gut zurecht in der Welt jenseits der Puniner Bibliothek. Als er einst auszog, um neues Wissen zu finden und zu erforschen, hatte er in seinen ersten Abenteuern durchaus Probleme, wenn es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam und er musste sich auf seine Gefährten verlassen. Nun beherrscht er einige Zauber, die seinen Gegnern das fürchten lehren und auch seinen Stecken weiß er halbwegs gut zu führen. Sein Geist wandelte sich von einem in Magierkreisen beschränkt denkenden Individuum in eine weltoffene und allem Wissen gegenüber tolerante Person, die auch vor beinahe frevlerischen Schriften nicht zurückschreckt, um ihnen verwertbare Informationen zu entlocken. Denn mit den Jahren hat er gelernt mit ebensolch Schrecknissen, wie auch Götterlästerungen umzugehen, als er wider Dämonen, Untote, Anhänger des Namenlosen und Borbaradianer (darunter selbst Galotta und Rhazzazor) focht.
Entwicklung II: Göttlicher Einfluss und menschl. Arroganz
Die letzten Geschehnisse in der Schlacht in den Wolken brachten ihn neben seinen Hauptgöttern Hesinde, Nandus, Phex und Rahja auch Boron und sogar Praios näher. Das, und das Wissen ob seiner eigenen Fähigkeiten, haben ihn zu einer selbstbewussten Person gemacht, die zur Not bereit wäre, das eigene Leben zu riskieren, wenn es sein muss. Auch seine Schulden konnte er mittlerweile begleichen. Aber trotz all dieser Erlebnisse ist Answin immer noch der Alte geblieben, sicher etwas zynischer und selbstsicherer, aber immer noch höflich und neugierig wie eh und je und sein Kopf gehört immer noch allem Wissen, sein Herz aber gehört der Analyse magischer Phänomene und der Hellsicht. Und noch immer ist er auf der Suche nach arkanen Wissen und Schätzen, um sich vielleicht dereinst in seinen eigenen Magierturm zurückzuziehen und seinen Forschungen über die letzten Geheimnisse von schwarzen Augen und der Magica Clarobservantia widmen zu können. Doch bis dahin wird es noch ein wenig dauern und Answin überlegt sich derzeit, ob er nicht seiner Abenteuerlaufbahn eine kleinere Pause gönnen soll, um ein Zweitstudium zu beginnen…
Entwicklung III: Dämonischer Einfluss
Dazu kam es aber nicht, denn der Kampf gegen Rhazzazor erforderte nicht nur drei Opfer aus Fleisch und Blut an die Helden von Gareth, seine langjährigen Gefährten (sowohl Lares, als auch Wulfgard und Zoltan starben), sondern auch eine Seele: Seine Eigene! In einer völlig unmotivierten Belagerung kam es, dass sich Answin plötzlich nach einem Ausfall von Gegnern umzingelt sah und getötet wurde, bevor er auch nur handeln konnte. In seinen letzten Wahrnehmungen vernam er schon Golgaris Schwingen, doch etwas anderes bahnte sich den Weg zu ihm. Ob es Thargunitoth selbst oder eine sonstwie geartete Essenz ihrer Macht war, mochte er nicht sagen, doch ganz deutlich wurde ihm die Konsequenz dessen klar, was ihm wiederfuhr. Er hatte die Wahl zwischen einem einfachen Tod und dem Einzug in die göttlichen Gefilde Alverans, bzw. seiner Paradiese, oder er konnte sich dem Bösen hingeben und weiter Leben. Natürlich würde er einfach sterben und dem Angebot widerstehen. Doch dann begann das Feilschen erst richtig: Die Präzentorin der Heulenden Finsternis verstand es ausgezeichnet die 'Schwächen' Answins auszunutzen. Answin war bereit gewesen zu sterben, für das, was er tat, auch wenn er in diesem Fall nicht damit gerechnet hätte. Sein einziges Ziel war die Rettung des Reiches und das Zurückschlagen der schwarzen Horden gewesen. Dem konnte er jetzt nicht mehr nachgehen. Ohne ihn würden es seine Gefährten, nachdem auch Cordovan und Boltrik spurlos verschwanden, auch nicht leichter haben. Der Stab des Vergessens, Borons heiligstes Artefakt, den er lange Zeit getragen hatte, war zwar wiederhergestellt, doch würde ein erneuter Einsatz gegen Rhazzazor nicht funktionieren. Die Kette Thargunitoths machte den untoten Kaiserdrachen zudem beinahe unverwundbar und ihr Dämonensplitter verlieh ihm ungeahnte Kräfte, die selbst vor göttlichen Eingreifen gefeit waren. Wie also sollten sie den Schwarzen aufhalten, wenn er in voller Kraft zurückkehren wird und sich von IHREN Ketten zu befreien versuchte. Von IHREN Ketten befreien? Ihm war nicht klar woher er das wusste, aber er wusste, dass sie Feuer mit Feuer bekämpfen mussten. SIE konnte ihm die Macht geben, den Splitter zu unterwerfen. Den Wahren Namen. So konnten sie vielleicht Rhazzazor besiegen. Und das Einzige was er dafür tun musste, war einfach zuzustimmen. Er musste nur seine eigene Seele opfern, um die von Tausenden zu retten. Zu einfach, zu verführerisch, ein fairer Handel. Answin stimmte zu und wurde somit selbst zu dem was er lange bekämpft hatte: Ein Paktierer und Frevler wider den Göttern. Doch er redete sich ein, anders zu sein. Seine Ziele, seine Motivationen, waren edel, sie waren gut. Sie würden Rhazzazor besiegen und die Menschen retten. Nur seine Seele war verloren. Das versuchte er zunächst durch Eifer für die Sache zu vergessen doch nach einiger Zeit verfiel er in einen Zustand der Melancholie. Alles erschien ihm belanglos und langweilte ihn. Konnten sie überhaupt ahnen, welch Opfer er für sie darbrachte. Nein, natürlich nicht. Und sie durften es auch niemals erfahren, denn dann war auch er nicht mehr sicher. So verhüllte er sein Dasein als Paktierer mit aller ihm zugeteilter Macht und liess auch die körperlichen Auswirkungen zurückgehen. Answin gab sich schließlich seinem Schicksal hin und war bereit es zu erfüllen. Im finalen Kampf gegen Rhazzazor starben drei seiner Freunde, doch der Drache konnte schließlich, nicht zuletzt durch sein Zutun und das Entreissen des Splitters, besiegt werden. Das Mittelreich und seine Einwohner waren gerettet worden. Doch was sollte aus dem Splitter werden und was aus ihm. Er konnte nicht länger hier bleiben. Früher oder später würde alles auffliegen und er und seine verbliebenden Gefährten wären in höchster Gefahr. Man würde ihnen Dämonenbuhlerei vorwerfen und das zu recht, und man würde ihn nicht verstehen. Und der Splitter: Er konnte ihn sich zwar zu Nutze machen und ihn unterwerfen, aber dennoch blieb es ein dämonisch-chaotisches Artefakt, dass sich irgendwann wieder in Hände begeben würde, in denen es ähnliche Schrecknisse wie in Rhazzazors anrichten würde. Es gab nur einen Weg. Er musste verschwinden. Und der Splitter musste verschwinden. Also entschied Answin sich direkt nach der Schlacht der Drei Kaiser mit dem Splitter davonzustehlen. In eine einfache schwarze Robe gekleidet, die ihm etwas zu groß war, und zum Schutz seiner Identität mit dem schwarzen Endurium-Helm bestückt, den er in seinen Abenteuern zuvor erbeuten konnte, machte er sich auf den Weg in die Warunkei und holte noch seine persönliche Habe aus Punin ab, indem er mittels eines Transversalis in seine eigene Akademie einbrach und dann verschwand. Für den einfachen Soldaten in der Schlacht der Drei Kaiser verschwand er jedoch schon früher. Nachdem er einen mächtigen Zauber wider den Drachen wirkte, der ihn offenbar sehr schwächte (das Entziehen des Splitters), wurde er scheinbar in Luft aufgelöst. In Wirklichkeit hatte der Splitter sich mit ihm davongemacht und er konnte nur einen einzigen Augenblick später, gar nicht so weit entfernt, den Tod des Drachen mitansehen - und den Tod Zoltans, wie er vom Drachen mitgenommen wurde. Das einfache Volk erzählt sich noch immer Geschichten über die Helden von Gareth und ihre Taten, und nicht selten wird behauptet Answin sei als Belohnung von den Göttern entrückt worden. Betrachtet Answin jedoch die Realität so mag er diese Gerüchte als finstere Ironie empfinden.
Entwicklung IV: Der Nekromantenrat
So zog Answin in die ausgehungerten schwarzen Lande, gen Warunk. Er und der Splitter. Der Splitter würde so oder so den Weg finden. Es war besser, wenn er seinen Einfluss auf ihn haben würde, als irgendjemand anderes. Und was hatte er schon groß zu verlieren, nachdem er seine Seele verloren hatte. Sein Lebensziel war erfüllt, das Mittelreich gerettet. Dafür hatte er seine Seele hergegeben. Sein Leben hatte jetzt keinen Sinn mehr und dennoch war er unsterblich und durfte nicht sterben, um den Dämonen nicht zu früh ein Festmahl zu bereiten. Also beschloss er auf den Splitter aufzupassen. Er würde ihm nicht den anderen Paktierern entziehen können, aber er würde letztlich die eigentliche Kontrolle haben. Jetzt war die Zeit für Schadensbegrenzung. Es würde Thargunitoth nicht gefallen, was er tat und wie der Splitter verwendet werden sollte, aber das war ihm egal. Answin störten die möglichen Konsequenzen nicht, denn seine Seele war sowieso verloren und durch die Vernichtung Rhazzazors hatte er noch einiges gut in einem Pakt, in dem beide Parteien ihren Teil zu erfüllen hatten. Und er war IHR mächtigster Diener auf Dere und wusste als einziges um den Namen des Splitters. Seine Gunst würde nach und nach sinken, aber Answin beschloss dennoch seine Macht dazu einzusetzen, die Warunkei zu einem anderen schwarzen Land zu machen. Weniger böse, weniger schlimm für seine Bewohner als die übrigen. Im Laufe der Jahre konnten sich viele der Bewohner mit den Begebenheiten abfinden. Doch bis dahin war es ein harter Weg für Answin. Viele mächtige Nekromanten buhlten um den Splitter und er konnte sich nicht gegen alle stellen, also wurde der Nekromantenrat von Warunk gegründet. Sie alle hatten das Recht den Splitter zu sehen, aber nur er kannte seinen wahren Namen und er besaß als Bringer des Splitters einen großen Einfluss, den er dazu nutzte möglichst viel Leid von den Bürgern Warunks abzulenken, und zwar so das es möglichst nicht auffiel. Das gelang natürlich nicht immer, aber Answin konnte mit gutem Recht behaupten, dass die Warunkei mit ihm besser war als ohne ihn. Er spann Intrigen, um die Mitglieder des Nekromantenrates untereinander zu verfeinden und ging sogar ein geheimes Bündnis mit Rakolus dem Schwarzen ein und bekam somit ungeahnten Zugang auf die Geheimnisse des Molchenberges. Dabei stass er auf Aufzeichnungen, die ihm mit den Erkenntnissen von Mirona ya Menarios und Rhazzazors geplanten Paktbruch seit Monaten wieder etwas Hoffnung für sein eigenes Wohl schöpfen liess. Er begann noch einmal genau über die Geschehnisse nachzudenken und kam schließlich zu dem Schluss, dass das alles kein Zufall gewesen sein kann. Rückwirkend war es lächerlich, dass er, trotz erhöhter Aufmerksamkeit und etwaigen Vorsichtsmaßnahmen, von einem Augenblick zum nächsten in einer einfachen, unbedeutenden Schlacht von vorher nicht auszumachenden Söldnern getötet wurde, während er zuvor und danach viel gefährlichere Taten vollbrachte. Letztlich erkannte Answin es als das, als das es war: Ein Kabale Thargunitoths. Sie musste es von Anfang an geplant haben, um Rhazzazors Seele doch noch zu bekommen und zudem einen neuen mächtigen Diener zu erlangen. Answin war wütend auf sich selbst, dass er darauf hineingefallen war. Aber es war zu spät. Er musste sch eingestehen, dass letztlich die Entscheidung bei ihm lag. Und auch wenn seine Wahl eine zwischen Duglumspest und Zorganpocken war, so hatte er gewählt und es war seine Verantwortung. Er hatte die Götter gefrevelt. Diese Erkenntnis brachte ihn jedoch ein ganzes Stück weiter in seinem Dasein, denn auch wenn seine Seele verloren schien, so war es doch seine Entscheidung, ob er die Götter weiterhin verehrte oder nicht. Er entschloss sich dafür und er fühlte sich wesentlich besser. Doch im Laufe der Jahre sank sein Einfluss im Nekromantenrat und nicht zuletzt bei Thargunitoth. Sein 'Lohn' war beinahe aufgebraucht. Er war zwar noch mächtig im Rat, aber nicht mehr so, wie vor einiger Zeit und er wusste nicht, wie lange das alles noch gutgehen konnte. Sein Glauben an die Götter machte ihn jedoch stark im Geiste und Answin war von Anfang an klar, dass er sich nicht ewig halten konnte. Er hatte viel getan. Bald würden andere kommen müssen - vielleicht Helden wie einst er selbst. Doch beflügelt durch den Keim neuer Hoffnung auf Seelenfrieden, den er im Molchenberg und durch seine Forschungen fand, und sein neues Göttervertrauen erwuchs in Answin die fixe Idee, dass er einst, wenn für ihn in Warunk alles wie ein Spielkartenhaus einzustürzen beginnt, mit einem großen Knall noch einmal so viel Schaden wie nur möglich im Nekromantenrat anrichten wird. Dies würde eine offene Kriegserklärung an Thargunitoth sein; und zugleich ein Fingerwink an die Götter. Dann würde er flüchten und versuchen seine Seele zu retten. Aber er würde nicht probieren die Erzdämonin zu betrügen und sich aus den Pakt zu mogeln, nein, er würde es in die Hände der Götter legen! Vielleicht würde er mit dem Rest seiner alten Gefährten und anderen Helden ausziehen. Ein letztes großes Abenteuer zu Ehren der Götter, eine Queste, die die Welt zuvor noch nicht gesehen hat, etwas wirklich Großes. Und vielleicht würden die Götter gnädig sein und seine Seele erlösen. Wenn nicht, dann hatte er es auch nicht verdient! Ein letztes Körnchen Hoffnung darauf hielt ihn schließlich am Leben. Aber bis dahin ist es an der Zeit noch weiterhin die Warunkei von innen heraus zu zermürben, die Dämonenpaktierer mit ihren eigenen Intrigen zu schlagen und sich möglichst lang zu halten, bis der Zeitpunkt vielleicht einst kommen mag…
Freunde
Im Jahr des Feuers zog Answin mit einigen seiner besten und langjährigen Freunde aus, um das Mittelreich vor den Schergen der Schwarzen Lande zu retten. Mit ihm wurden sie später bekannt als die Helden von Gareth:
- Boltrik Landwehr (Ruben) - ruhiger Kundschafter und Meisterschütze
- Connar Winterkalt (Marcel) - effizienter Söldner
- Cordovan Domotil (Christopher) - geschickter Dieb und Phexgeweihter
- Jasinai Marnion von Perricum (Anna) - fähige Exorzistin
- Lares Zandor von Gareth (Sebastian) - ehem. Weißmagier & Praiosgeweihter
- Wulfgard Nordfalk von Moosgrund (Achim) - Ritter, Baron und größenwahnsinnig
- Zoltan Darben von Wolfsfurth (Manuel) - Krieger und Heißsporn
Nicht selten konnte Answin als Ruhepol der Gruppe dienen, denn es gab schon Unstimmigkeiten in der Gruppe. Desöfteren gab es Konflikte zwischen Lares und Cordovan, Cordovan und Wulfgard, Wulgard und Jasinai, Jasinai und Lares oder Connar und Wulfgard. Answin kam mit allen gut klar. Sogar der ruhigere Boltrik hielt sich oft an ihn, Zoltan war ein treuer Freund, Cordovan teilte sein Geheimnis (Phexgeweihter) und viele Glücksspielstunden mit ihm und auch Connar bevorzugte die Gesellschaft Cordovans und Answins. Lediglich mit Lares kam es selten einmal zu Meinungsverschiedenheiten, doch das Argument des Greifenreiters und der Einsatz verantwortungsvoller Magie und der prekären Lage zog meist.
Aussehen
Answin ist ein recht gut aussehender Mann, Mitte Zwanzig, mit leicht untersetztem, durch viele Abenteuer aber trainierten Körperbau. Die schulterblattlangen, glatten, dunkelblonden Haare trägt er offen und einzelnde Strähnen fallen ihm oft ins Gesicht, bedecken seine Schultern oder wehen im Wind. Auffällig ist sein schwarzer, heftiger Dreitagebart, der auch bei täglichem Rasieren nur ausreichend gestutzt aussieht und seine durchdringenden, ja fast wissend wirkenden Augen in kräftigem Blau. Gekleidet ist er meist in einem mit magischen Stickereien verzierten einfachen grauen Magiergewandt (Reisekutte) und einem dunkelgrauen, robusten, aber edlen Umhang mit hellerer Fütterung aus Pelz. Dazu trägt er hohe Lederstiefel. In der Rechten führt er stets seinen Magierstab mit arkanen Symbolen und Hellsicht- und Metamagieglyphen, sowie einer Kugel am Ende, die in einem Geflecht aus Wurzelranken und stilisierten Schlangen eingelassen ist.
Im Nekromantenrat trägt Answin stets eine einfache schwarze Robe, die ihm etwas zu groß ist, und einen schwarzen Enduriumhelm, der seine Identität verbirgt (wobei nur Rakolus ihn kennt) und zusätzlich seine neue, von ihm ausgehende, dunkle Aura unterstreicht.
Stefan Lösche copyright 2004/2005/2006/2007


