Answins Gefährten II

Teil 2 - Wulfgard, Zoltan, Connar und Boltrik

„Am nächsten Morgen traf ich mich mit Jasinai und ihren Gefährten am östlichen Stadttor. Normalerweise pflegte ich, aus Erfahrung, stets mit gerüsteten Begleitern zu reisen und hatte mir schon etwas Sorgen gemacht, schließlich war es ein langer Weg nach Gareth, währenddessen man allerlei Gesindel begegnen könnte; und die zierliche Jasinai wirkte auf mich als würde sie auch kaum bessere Kampffertigkeiten aufweisen als ich. Doch meine Bedenken erwiesen sich als unbegründet. Zu Jasinais Begleitern zählten vier, so schien es, erfahrende Recken, denen der Kampf nicht fremd war. Einer von ihnen war sogar Abgänger der Kriegerakademie zu Beilunk und einer ein Edler. Sie unterhielten sich gerade bei ihren Pferden als ich eintraf. Nachdem sie mich zunächst etwas abwertend gemustert hatten, stellten sie sich als Krieger Zoltan Darben von Wolfsfort und Burggraf Ritter Wulfgard Nordfalk von Weiden zu Moosgrund und Baliho vor. Hohe Gesellschaft! Sie drangen sehr darauf baldig aufzubrechen und ritten voran. Obwohl ich für nicht wenig Gold eine Kutsche gemietet hatte, war die Reise anstrengend. Doch im Laufe meines Abenteuerdaseins hatte ich mich auch daran etwas zu gewöhnen geschafft. Seltsamerweise verlief die Reise zunächst aber recht ereignislos. So nutzte ich die Zeit, um mir Gedanken über die interressanten Phänomene zu machen, die Jasinai widerfahren waren und studierte noch einmal die Notizen, die ich mir dazu gemacht hatte. Neben Jasinai, auch in der Kutsche sitzend, saß Connar Winterkalt, ein Söldner aus dem Norden, der kein Pferd, wie seine adligen Kampfgenossen besaß. Nachdem wir etwas ins Gespräch gekommen waren, erzählte er mir von einer Queste auf Drakonia (dem ewigen Konzil der elementaren Gewalten im Raschtulswall), bei der er einen Trank von einem der dort beheimateten Magiern erhalten hatte. Ich stand dieser Geschichte zunächst etwas skeptisch gegenüber, obwohl Connar auf mich nicht unehrlich wirkte. Es waren zuvor nicht viele Besucher auf Drakonia gewesen, doch Jasinai bestätigte, nachdem Connar zunächst etwas verärgert reagiert hatte, was er sagte. Und als Connar kurze Zeit in seinem Rucksack gekramt hatte, zeigte er mir eine kleine Glasampulle mit einem Filzkorken, in der sich eine unscheinbare Flüssigkeit verbarg. Jetzt wurde ich neugierig! Ich bat Conar mir die Flasche für einen kleinen Moment zu überlassen, damit ich sie untersuchen könne und er händigte sie mir aus. Ich wirkte zunächst einen ODEM ARCANUM und stellte fest, dass es sich wahrlich um einen Zaubertrank handelte. Die Matrixgestalt mit ihren fein ineinander gewobenen Fäden deutete bereits an, er war aus einem Cantus aus elementaren Humus und curativen Merkmalen in fremdartiger, aber sicher gildenmagischer Repräsentation entstanden. Ein folgender ANALYS ARCANSTRUCTUR bestätigte dies und brachte mir zudem die Erkenntnis, dass ein modifizierter BALSAM SALABUNDE durch seine neue Affinität zum elementaren Humus die curative Wirkung auf lebende Wesen der dritten Sphaere noch verstärken würde. Der Elementarist aus Drakonia, der diesen Trank angefertigt hatte, hatte ganze Arbeit geleistet! Ich berichtete Connar von der Qualität seines Trankes und gab ihn ihm zurück. Er schien zufrieden zu sein und meinte, der Trunk wuerde ihm noch gute Dienste erweisen. Am Ausdruck seiner Augen, als er die Ampulle in seinen Rucksack zurückgleiten ließ, konnte ich erkennen, dass Connar genau wusste mit welchen Gefahren er es als Söldner zu tun hatte. Wir unterhielten uns noch etwas. In einem späteren Gespraech stellte sich sogar heraus, dass es sich bei Connar um einen echten 'Drachentöter' handelte - und ich hatte keinen Grund mehr daran zu zweifeln. Unser vierter Begleiter, der Kundschafter Boltrik Landwehr, redete nicht viel und hielt sich stets etwas abseits. Er schien jedoch recht wildnisbewand zu sein. Obwohl er immer mal wieder im Wald verschwand und mit aufgefüllten Feldflaschen oder einigen Beeren und anderen genießbaren Pflanzenwerk zurückkam, schaffte er es stets, uns, auf der Straße reisend, und in der Geschwindigkeit trabender Pferde, die die Kutsche zogen, wieder einzuholen.“

- Magus Answin Fredor von Punin, leicht angetrunken disputierend in einem Gasthaus in der Nähe Gareths

Stefan Lösche copyright 2004

groups/dsa_e/answins_gefaehrten_ii.txt · Zuletzt geändert: 2006/10/03 20:47 (Externe Bearbeitung)