Der Schrecken der Tobimora
Vorgeplänkel I
Prolog: Zusammentreffen
Wir schreiben das Jahr 1014BF - oder auch 21 Hal. Das Mittelreich erholt sich derzeit wieder von schweren Krisen. Doch hier, in Tobrien, scheint die Welt noch überschaubar klein und friedlich zu sein…
Diese Kampagne epischen Ausmaßes beginnt an einem Ort an dem man es wohl zuerst nicht vermuten würde. Jene Heldengruppe, die später noch als eine der berühmtesten aller Zeiten bekannt werden KÖNNTE, hatte ihre erste Begegnung auf einem kleinen Steg am Hafen Mendenas, der Hauptstadt Tobriens.
Der sichtlich schlecht gelaunte Schwarzmagier Ramon Yuan dachte noch darüber nach, wie er in diesen Schlamassel geraten konnte, der ihn auf einen kleinen Handelsschiff, das über Al´Anfa und Zorgan nach Mendena und Festum fuhr, nach Tobrien führte (siehe Charakterbeschreibung), als er auf den Steg plötzlich angerempelt wurde. Es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre er vom Steg ins Wasser gefallen. Überaus gereizt drehte er sich um und fauchte den hinter ihn stehenden Mann an. Das er dabei nur gegen die behaarte Brust eines riesigen dicken Tulamiden brüllte, bemerkte er erst dann. Doch zum Glück war dieser Tulamide nicht halb so imposant im Handeln, wie von seinem Aussehen her anzunehmen gewesen wäre, denn mit einer, zu seinem Äußeren gar nicht passenden, Piepsstimme antwortete er nur, dass es ihm Leid täte und er selbst angerempelt wurde. Also wendete sich Ramon wieder ab und schaute noch einmal in den Brief, den er bekommen hatte, um zu sehen, wohin er genau müsse, um diesen Baron Schwammbach zu Diensten zu sein. Da hörte er auch schon von weiteren den Tulamiden von eben mit seiner Piepsstimme schreien, der Geldbeutel sei ihm in dem ganzen Geschubse gestohlen wurden und ein anderer, deutlich normaler unauffällig aussehender, Tulamide rannte ihm entgegen. Für einen Moment überlegte Ramon, ob er ihn aufhalten sollte, doch dann kam er zu dem Schluss, dass dies nicht seine Probleme wären und er doch lieber Gewinn aus dem ganzen schlagen wolle. Also rannte er dem Tulamiden hinterher, was dem dicken Tulamiden nicht gelang. An einer Straßenecke konnte er ihn dann stellen und erwähnen, dass er den Diebstahl mitbekommen hätte und das er die Stadtwachen alarmieren könne. Doch der Tulamide reagierte überraschenderweise recht gelassen und stellte sich freundlich als Kassim al Alam der Schreiberling vor und lud den Magier erst einmal auf einen Trunk in der nächsten Schänke ein. Ramon willigte ein. In der Schänke angekommen, setzten sich die zwei Helden zuerst einmal an einen der freien Stühle und bestellten etwas ordentliches zu trinken. Ramon hatte dabei kein Problem den Geldbeutel Kassims arg in Anspruch zu nehmen und bestellte gleich erst einmal den besten Wein des Hauses. Kassim wies Ramon noch darauf hin, dass er das Kraut das er da rauchte hier nicht so öffentlich genießen solle, da es hier verboten wäre, aber in der Schänke beobachtete sie niemand, also nahm auch Kassim ein paar Züge und die beiden wurden wesentlich lockerer. Nachdem sie sich noch eine Zeit lang unterhalten hatten, wurden die zwei dann auf einen kleinen Zettel aufmerksam, der an eine Tür genagelt war. Auf ihm stand, dass der Händler Harad Huisdorn nach gerüsteten Recken sucht, die ihn auf seiner Reiseroute durch die Tobimora, Baronie Dunkelstein und Baronie Schwammbach wieder zurück nach Mendena begleiten sollten. Am nächsten Morgen werde er sich einige Begleiter aus den Kandidaten aussuchen. Ramon kam dies gerade recht, denn er wollte ja sowieso nach Schwammbach, und Kassim wollte erst einmal aus den großen Hafenstädten verschwinden und brauchte dringend Gold. Also beschlossen die beiden sich am kommenden Morgen bei Harad zu bewerben. Der Wirt der Schänke meinte jedoch, dass sich bisher aber auch kein anderer interessiert gezeigt habe, geschweige denn jemand verrückt genug wäre, von Harad einmal abgesehen, jetzt in die Tobimora zu reisen, wo dort doch zur Zeit der schreckliche Korobar sein Unwesen treibe. Aber die zwei hielten an ihrem Vorhaben fest, konnten sie mit dem Namen Korobar auch gar nichts anfangen. So gingen sie schlafen. Am nächsten Morgen war tatsächlich kein anderer in der Schänke anzutreffen, als Ramon und Kassim eintrafen. Sogar der Wirt musste geweckt werden, damit es etwas zu Essen gab. Ramon fand, wie immer, sein Essen ein wenig fad. Dann betrat endlich Harad den Raum, sichtlich gehetzt und schwitzend, ein typischer Bornländer halt, schaute er sich zunächst im Schankraum um, ging dann zum Wirt und fragte ihn, ob die zwei Typen dort hinten wirklich die einzigen wären, die ihn begleiten wollten. Der Wirt murmelte etwas wie:“ Habe ich doch gesagt..“, und verschwand dann in der Küche. Kassim und Ramon konnten Harad schnell von ihren Qualitäten überzeugen und Harad drängte sogleich darauf aufzubrechen. Also stiegen die beiden auf seinen Planwagen, der vor der Schänke stand und verließen noch am Morgen Mendena.
Auf der Reisen beobachteten die beiden die neue Gegend: Neben den Straßen waren weite Ebenen zu sehen und an einigen Wäldern und auch am Wegesrand desöfteren riesige Steine, Obelisken und Menhire, wie Harad sagte. Am zweiten Tag der Reise auf der gut ausgebauten Reichsstraße musste der Zug einen kleinen Hügel überqueren, doch weil der Planwagen so stark beladen war, schaffte das Pferd den Hügel nicht, also meinte Harad, Kassim und Ramon sollten anschieben helfen, doch Ramon weigerte sich körperliche Arbeit zu verrichten, die nicht in seiner Abmache mit Harad zum Schutze des Wagenzuges vereinbart war. Harad hatte keine Lust zum debattieren und gab Ramon kurzerhand die Zügel und begab sich zu Kassim zum Anschieben. Ramon musste also zum ersten Mal in seinem Leben eine Kutsche lenken. Als die beiden anschoben und Ramon den Pferden die Zügel gab, klappte es zunächst auch ganz gut, doch als der Hügel bezwungen war, geriet der Wagen vom Weg ab und drohte sich in der unebenen Graslandschaft festzufahren, doch Ramon gelang es den Wagen wieder auf die Straße zurück zu dirigieren, auch wenn er dabei fast einen Obelisken gerammt hätte. Er hielt den Wagen an. Als Kassim den Hügel hochkam, trauten die beiden ihren Augen kaum. Ramon sprang sofort vom Wagen ab. Vor ihnen stand ein riesiges, bestimmt vier Schritt langes, behaartes Monster! Zwei Hörner thronten auf seinen Schädel, eins groß, eins klein. Die vier Beine waren am Ende von Horn umgeben. Kassim trat aufgrund der riesigen Übermacht sofort die Flucht an. Ramon war sich zunächst nicht sicher, was er tun solle, wollte fliehen, entschied sich dann doch auf den Dämon loszugehen und ihn anzubrüllen. Doch bevor Ramon diesen tollkühnen, wenn auch dummen, Plan ausüben konnte, kam Harad, sichtlich angestrengt, den Hügel heraufgetrabt und rief in Ramons Richtung:„Lass das sein. Das ist doch nur ein Wollnashorn, die gibt es hier öfters mal am Wegesrand . Sind eigentlich ganz friedlich…“. So traute sich auch Kassim wieder zum Wagen und die Gruppe fuhr weiter. Am Abend kochte Harad den beiden noch eine schmackhafte Suppe, die Ramon jedoch ein wenig fad schmeckend fand. Kurz nachdem die Gruppe am nächsten Morgen aufgebrochen war, wurde sie auch schon von einen Tross Praiosgeweihter überholt. Der Anführer der Geweihten, er stellte sich als Praiodan Güldenglanz vor, ausgeschickt um in der Tobimora Korobar Einhalt zu gebieten, hielt Harads Wagen kurzerhand an und ordnete eine Durchsuchung an. Er wirkte sehr streng. Im Wagen trafen die anderen Geweihten dann natürlich auf Kassim und Ramon, die sofort herausgeschliffen wurden. Ramon, ganz klar als Schwarzmagier zu identifizieren, wurde dann auch gleich etwas genauer unter die Lupe genommen. Praiodan beschuldigte ihn Korobar zu sein und holte sogleich die Peitsche hervor. Die Anschuldigungen prasselten so über Ramon einher, dass dieser erst gar nicht wusste, was er sagen solle. Als dann der erste Peitschenhieb herniederfuhr und Praiodan meinte er wäre schuldig, wenn er nicht die Unschuld beweisen könne, fiel Ramon erst ein, dass er noch den Brief hatte, der ihn als Ramon Yuan ausgab, ausgeschickt nach Schwammbach, und nicht als Korobar, der Schrecken der Tobimora. Nachdem Praiodan den Brief gelesen hatte, musste er dem auch zustimmen und war etwas enttäuscht. Die Bannstrahler zogen dann weiter und hatten in der ganzen Aufregung, zum Glück Ramons, vergessen seinen Rucksack zu überprüfen, indem sich ja noch das Rauschkraut befand.
Auf einem Hügel etwas Abseits des Geschehens auf der Straße stand zudem die Hexe Thyria Fidian, die sich bewusst von den Praiosgeweihten fernhielt und schon seid Wochen in Tobrien unterwegs war, um den Pilz zu finden, den ihre Lehrmeisterin Luzelin von Blautann haben wollte. Als die Praiosgeweihten von dannen zogen, entschloss sie sich zum Wagen zu laufen, denn alleine wollte sie lieber nicht weiterreisen, wenn sie auch Begleitung haben könne. Schließlich weiß man ja nie welches Räuberpack es auf einen abgesehen hat. Sie stellte sich der Gruppe vor und fragte, ob sie sie begleiten könne. Harad hatte kein Problem damit, bezahlen wollte er sie aber nicht, denn er hatte ja schon Kassim und Ramon. So begleitete auch Tyria die Gruppe.
Nach einiger Zeit Reise verließ Harad die Reichsstraße und bog auf eine weniger gute Landstraße ab, um in die Tobimora zu gelangen. Auch die Gegend änderte sich zunehmend. Es wurde verwilderter und Wälder gab es jetzt viel öfter als Ebenen, aber die Obelisken und Menhire an den Waldrändern gab es auch hier in einigen Meilen messenden Abständen immer wieder anzutreffen.


