Thyria Fidian
Die Geburt des Mädchens war bei Thyria schon eine Besonderheit…. Denn sie schlüpfte aus einem Ei.
Ihre Mutter gab sie daraufhin untypischerweise an die mächtige Luzelin von Blautann in Ausbildung. Diese wurde schon um 1000BF sehr von ihren Schwestern geschätzt, so war dieser Schritt nachvollziehbar. Dennoch konnte sich Erlinde nur schwer von ihrer Tochter trennen. Schließlich war sie eine der wenigen Hexen, denen die Ehre zu Teil wurde, eine Tochter auf so besondere Weise zu bekommen.
Aber um die Ausbildung ihrer Tochter zu fördern, gab sie sie an die mächtigsten Hexe in den Weidenschen Gefilden: Luzelin.
Auch Thyria schien sehr unter der Trennung von ihrer Mutter zu leiden, und je länger sie von ihr getrennt blieb, desto unruhiger wurde ihr Schlaf.
Nur wenn sie ihre Mutter traf, konnte sie ausnahmsweise die darauffolgenden Nächte durchschlafen.
Luzelin war eine äußerst strenge Lehrerin, die ihre Schülerin von so manche beinahe unlösbare Aufgabe stellte.
Thyria war dennoch recht glücklich bei ihrer Lehrmeisterin.
Die meiste Zeit verbrachten sie im Freien und Luzelin wies sie darin ein, Pflanzen und Tiere benennen und unterscheiden zu können. Außerdem begann sie das Mädchen vorsichtig an die Magie heranzuführen. Luzelin widmete Thyria viel Zeit und Aufmerksamkeit. So stellte sie auch schnell fest, dass Thyrias magische Kräfte wie gehemmt scheinen, wenn geschmiedeter Stahl in der Nähe war. Allerdings konnte sie diese Schwäche eindämmen, so dass Thyria nur noch Probleme bekommt, wenn sie direkten Körperkontakt zu dem Metall hat.
Schon immer genoss das Mädchen die Zeit draußen, umgeben von Tieren sehr. Und so beschloss sie mit zwölf Jahren sich auch ein Tier zu suchen, dass sie immer bei sich haben wollte, wie Luzelin ihren Kater.
So war es wenig erstaunlich, dass sie eines stürmischen Herbsttages mit einem kleinen grauen Kätzchen in ihrem Rock eingewickelt, selbst triefend nass bei Luzelin herein stürmte und ihr stolz ihren „Vertrauten“ präsentierte.
Daraufhin lagen allerdings Thyria samt Katze erst einmal für beinahe vier Wochen krank im Bett.
Auch schien sich die Katze, die auf den Namen Maunzer hörte, nie richtig davon erholt zu haben. Und so war es, in Luzelins Augen, kein Wunder, dass Maunzer nur zwei Götterläufe lebte.
Für Thyria allerdings brach eine Welt zusammen.
Sie wollte nie wieder ein Tier haben, und auch nichts mehr mit ihnen zu tun haben.
So hörte sie auch damit auf Fleisch zu essen und es war ein harter Kampf, dass sie Milch noch trank und Eier noch aß.
Auch um Luzelins Kater machte sie einen weiten Bogen.
So verging das nächste halbe Jahr eher schleppend, Thyria begann sich gegen den Unterricht zu sperren, bis sie eines Tages aufgeregt aus dem Wald gerannt kam.
Hinter ihr sprang eine kleine Katze her.
Überglücklich erzählte Thyria Luzelin, dass sie diesen kleinen Streuner nicht mehr los werde.
Der Kater, ein grauschwarzer Mischling, der von da an auf den Namen Rabauke hören sollte, und Thyria wurden von nun an unzertrennlich.
Auch widmete sich Thyria wieder mehr Luzelins Lektionen.
Diese wurden allerdings immer weniger interessant und auch Luzelin schien das Interesse an Thyria verloren zu haben. Sie schien kaum mehr Zeit für Thyria zu haben, sondern widmete sich immer mehr ihren Forschungen.
So kam es auch, dass sie zu Thyria 1014 BF fortschickte. Sie könne ihr nichts mehr beibringen, aber als Lohn für ihre Mühen solle Thyria ihr einen Pilz bringen. Der Pilz, so sagte Luzelin, sei sehr selten und sie wisse auch seinen Namen nicht.
Aber damit Thyria in erkennen kann, gab Luzelin ihr einen Holzanhänger in Form dieses Pilzes mit.
So zog Thyria aus, auf der Suche nach dem seltsamen Pilz…
Nach einer anstrengenden Suche konnte sie den Pilz am Sichelstieg finden, machte dabei zwar einige unangenehme Erfahrungen mit Goblins und Druiden. Dennoch fand sie in ihrer Reisegruppe einige neue Freunde.
Als sie allerdings den Pilz Luzelin bringen und somit ihre Ausbildung beenden wollte, wurde sie von der Hexe Achaz überrascht. Nach einem kurzen Kampf entkam Achaz mit dem Pilz.
Aber Luzelin war dennoch der Meinung, Thyria habe ihr bestes gegeben und entließ sie aus der Ausbildung.


