Wir sind die Guten !

Die Helden, ein unehrenhafter Krieger, ein unglaublich schwarzer Schwarzmagier, der mit Giftdolchen hantierende Meuchelmörder-Streuner und ein Geweihter des Namenlosen betreten vom Regen durchnässt etwas schlecht gelaunt das rettende Gasthaus.

Zielstrebig wird die Theke angesteuert. Da es aber leider nur drei freie Stühle gibt, tritt der Streuer mal eben dem alten Rentner da den Stuhl unterm Hintern weg – worauf dieser sich den Rücken verrenkt und wimmernd am Boden kauert. Empört kommt ein untersetzter, aber recht kräftig aussehender Bauer dazu und faselt etwas von „Respekt vor dem Alter“ (oder so). Doch noch bevor der Bauer dem Alten aufhelfen kann, tritt der imposante Krieger der Gruppe hervor, um ihn zum Duell aufzufordern – natürlich durch einen Schlag mit dem Handschuh in dessen Gesicht. Das es sich dabei um einen Panzerhandschuh handelte und der gute Krieger es erst gar nicht für nötig hielt diesen vorher auszuziehen, führte wohl auch dazu, dass dem Bauern schnell die Argumente ausgingen…

Da das nun geklärt ist, wird erstmal bestellt. Das Beste vom Besten soll es sein. Was nur einfaches Bier? Ach, was solls? Nach dem ersten Bier bemerken die Helden, wie sich etwas abseits der Theke eine kleine Gruppe Halbstarker über eine verkrüppelte Frau lustig machen. Na ja, sollen die auch ihren Spaß haben! Nach fünf weiteren Bieren und einer für die Frau schier endlosen halben Stunde voller Hohn und Qual, verabschiedet sich der Jünger des Namenlosen noch schnell von seinen neuen Freunden, denen es dann doch überdrüssig wurde das Krüppelweib zu ärgern – und da so was allein ja auch keinen Spaß mehr macht, begibt sich der Held über Bauer und Rentner hinweg zurück zu seinen Gefährten an die Theke (schließlich hat er ja einiges nachzuholen).

Etwas später stellt sich der Gruppe ein recht passabel aussehender Händler vor. Zunächst wirkt er zwar ein wenig unglaubwürdig, als würde er verzweifelt von einer mächtigen sich jenseits der Sphären befindlichen Person dazu gebracht Dinge zu tun, die unter gegebenen Umständen eher unangebracht erscheinen. Doch als er meint, er fände sie sähen wie erfahrende Abenteurer aus und er hätte erkannt, dass sie durchaus dazu in der Lage gewesen wären diesen Halbstarken Einhalt zu gebieten, die verkrüppelte Frau zu quälen, fassen die Helden doch Vertrauen zu ihm. Der Händler erzählt den Helden, dass einige seiner Transporte von marodierenden Räubern bedroht werden und dass er sie gerne als Eskorte anheuern würde. Sollte der Transport überfallen werden, würde er auch einen Bonus zahlen, wenn die Helden die komplette Räuberbande ausfindig und unschädlich machen würde. Super! Nachdem alle Einzelheiten geklärt sind, fragt sich der Händler nur, wie er sich bloß auf einen solch horrenden Lohn einlassen konnte? Doch als der verstohlen grinsende Schwarzmagier ihm zum Abschied noch die Hand reicht, sind auch diese Zweifel verschwunden.

Drei Bier später beschließen auch die Helden aufzubrechen. Als der komische Wirt sie aber darauf aufmerksam macht, dass sie ihre Zeche noch nicht gezahlt haben, meint der Geweihte des Namenlosen nur abwertend, dass er und seine Gefährten für so eine Plörre doch nichts bezahlen würden und wendet sich wieder ab. Doch der Wirt bleibt hartnäckig, schnellt hinter seinem Tresen hervor und erwischt den Schwarzmagier an der Schulter. Der Blick des Magiers, als dieser sich zum Wirt umdreht, hätte glatt den Großen Schlund gefrieren lassen können. Und nach einigen Worten, die der Wirt zwar nicht verstanden hat, aber nie mehr vergessen wird, bricht dieser unter Todesängsten in einer Zimmerecke zusammen – die perfekte Position, um ihm klar zu machen, dass man einen Helden nicht unaufgefordert anzufassen hat. Da erfahrungsgemäß aber vor einer Zimmerecke immer nur drei Personen Platz finden, um eine andere zusammenzutreten, beschließt der Streuner noch schnell der verkrüppelten Frau von vorhin das Beutelchen abzuschneiden. So aphatisch, wie die immer noch dreinblickt, merkt die sowieso nichts mehr!

So, jetzt ist es aber an der Zeit aufzubrechen! Schließlich sind noch jede Menge Heldentaten zu verrichten…

Fortsetzung folgt (vielleicht) © by Stefan Lösche 2004

groups/dsa_e/wir_sind_die_guten.txt · Zuletzt geändert: 2006/10/03 20:47 (Externe Bearbeitung)