Die Ratten verlassen das sinkende Schiff

—Hier bitte den Teil von vor zwei Wochen einfügen—

Nach einer doch recht kurzweiligen Reise erreichten wir das Heerlager Xeraans mit dem Zollturm, in dem sich das Ziel der Mühen befinden sollte. Dort trafen wir nach etwas suchen die Kontaktperson, den Bauern Helmbrecht Weidenbaum, der uns sogleich auf eine neue abenteuerliche Reise schickte. Mit Pferden ausgestattet sollten wir mit Hilfe des Widerstands einen Goldtransport überfallen. Nachdem wir des Morgens von ein paar Kopfgeldjägern oder Strauchdieben entdeckt wurden, kam es zu einem kleinen Kampf, bei dem sich zeigte, wie gefährlich eine laufende Dunkelheit sein kann. Die Steckbriefe, die die Männer bei sich trugen, nahmen wir an uns und bestatteten die Leichen ordnungsgemäß. Wir setzten unseren Weg dann fort und trafen auf den Widerstand, mit dem wir eifrig Pläne für den Überfall schmiedeten. Man entschloss sich für einen Hinterhalt, bei dem zwei der Maultiere durch einen Zauber gebunden wurden, wodurch der Zug ins Stocken kommen sollte. Dann sollten die Magier des Zuges durch die Armbrustschützen ausgeschaltet werden und als letzte Waffe sollte ein in Dunkelheit gehülltes Nashorn den Männern des Zuges den Garaus machen. Gesagt, getan! Zuerst wurden die Späher durch Darian und Laila ausgeschaltet, woraufhin der Rest des Plans begann. Die Armbrustschützen trafen vortrefflich, sodass die Magier nach einer Salve ausgeschaltet waren. Das Chaos in dem Transport nutzte Mondino/das Nashorn, um Verwirrung und Angst zu stiften (und natürlich auch den einen oder anderen zu Boron zu schicken). Nachdem keine Gegenwehr mehr zu befürchten war, nahmen die Helden das Geld an sich und brachten es zu einem Hesinde-Sanktuarium in der Nähe. Zwar dürfen sie das Geld, was sie dort lassen, nicht für egoistische Zwecke verwenden, aber ein Taschengeld von einigen hundert Dukaten sollte für die nächste Zeit ausreichen. Nach einer Rast ritten Helden zurück zum Feldlager, wobei sie schon ihren nächsten Coup planten (und natürlich den Verräter Sindelfing nicht vergaßen, der wohl für den kleinen Zwischenfall im Morgengrauen verantwortlich war).

Nach einiger Zeit der Planung beschlossen Jarim und Darian, sich in das Lager einzuschleusen, um weitere Informationen zu erhaschen. Getarnt als Wundarzt und Gehilfe konnten die beiden relativ unbehelligt im Lager sein und das Lager ausspähen. Nach einem Tipp von Just stellten die Helden, die noch im Bauernhof waren fest, dass weitere Verbündete von Vorteil wären. Sein Hinweis verwies auf die Magdaleaenata, die Xeran nicht besonders freundlich gesonnen sind. Nur durch ihre Hauptfrau sind sie an den Herrscher gebunden. Aus den Informationen schlossen wir, dass der Tod der Hauptfrau die Magdaleaenata gegen Xeran aufbringen würde und wir ein bisschen ungefährdeter unseren Auftrag erfüllen könnten. Laila ging in das Lager und nach einer Unterhaltung mit ihren Gefährten schlich sie sich im Lager der Magdaleaenata unter dem Vorwand, Mitglied werden zu wollen, ein. Sie wurde aufgenommen und bekam einen Platz im Lager zugewiesen. Sie konnte in Erfahrung bringen, dass die Hauptfrau eine mächtige Paktiererin ist und besser nicht allein angegriffen würde. Nach einer langen Nacht im Lager trafen sich die anderen Helden auf dem Bauernhof, um noch einige Ideen auszutauschen. Nach einem harten Trainingstag mit den Magdaleaenata ritt die Hauptfrau aus, wobei Laila sie begleitete. Glücklicherweise konnten die anderen Helden das beobachten und schlossen sich zusammen, um der Hauptfrau einen Hinterhalt zu legen. Der Plan ging auf und die Hauptfrau wurde, nach dem sie vom Pferd gestürzt war, durch einen Paralysis von Mondino versteinert. Nach dem der Zauber wieder aufgehoben wurde, bereitete Darian ihr ein schnelles Ende. Daraufhin brach im Lager eine Unruhe los und die Helden machten sich auf verschiedenen Wegen auf zum Turm, in dem der Krug sich befinden sollte. Nachdem alle an der Mauer angekommen waren, gelangten die Helden mit magischer Hilfe auf die Mauer, um dann in den Turm einzudringen. Nach einem harten Kampf mit einem der Wächter musste Darian medizinisch versorgt werden, während die anderen das Innere des Turmes betraten. Einen kleinen Kampf mit weiteren Wachen konnten Goljew und Laila für sich entscheiden. Doch was folgt weiter innen im Turm???

Die Helden drangen weiter in die oberen Etagen des Turmes vor. Mitten im Besprechungsraum ein Stockwerk höher stand ein großer Tisch, auf dem eine Landkarte lag, auf der die verschiedenen Truppenbewegungen dargestellt wurden. Noch ein Stockwerk höher lag Xeraans Schlafzimmer, eingerichtet mit einem prunkvollen Bett, dessen Matraze mit Dukaten gefüllt war. Desweiteren ein Schreibtisch, mehrere Truhen, ein Kleiderschrank und ein wertvoller Tulamidischer Teppich, auf dem ein Pentagramm gestickt war. VOn diesem Symbol stieg stinkender Rauch auf und ein Dämon in Kutte mit Schwert und Peitsche erschien, nur um von den Helden besiegt zu werden. Auf einem Schreibtisch lag eine Dokumentenrolle, in der sich eine kodierte Nachricht sowie deren Übersetzung befanden. Der Text legte nahe, dass ein Spion mit Decknamen Zecke in Ilsur seinen Posten bezogen hatte und auf weitere Befehle wartete. In einer der Truhen, deren Schlösser alle magisch gesichert waren, fanden die Helden den echten Krug der Heiligen Hildegard und tauschen ihn gegen die Fälschung aus. Eine weitere, kleinere Schachtel, die sich später als leer heraustellen sollte, nahmen sie ebenfalls mit.

Der Rückweg verlief überraschend unkompliziert und ohne weitere Schwierigkeiten. Zwar mussten die Helden alles, was sich im Marketenderlager befand, zurücklassen, doch das war kein großer Verlust. Beim Bauern Weidenbaum holten sie ihren übrigen Besitz ab und ritten zusammen mit Just gen Ilsur, wo sie unter feindlichem Beschuss mit einem improvisierten Flooß die Blockade durchbrachen und die Stadtmauern erklommen. Der Heilige Krug wurde der Perainekirche übergeben.

Am nächsten Morgen wurde die Leiche des Archivars Helmbrecht gefunden, der letzte Nacht an seinem Schreibtsich von hinten mit zwei Stichen von rechts in den Hals erstochen worden war. Unter seinem Körper ist ein Blatt Papier weggezogen worden. Sein Schreibtisch war zur Flurtür ausgerichtet. Die Tür zum Archiv, in dem sämtlicher Schriftverkehr aufbewahrt wurde, lag in seinem Rücken. Auf dem ersten Blick sah das Archiv nicht chaotischer aus, als man erwarten sollte. Später behauptete Nana, die Schreibgehilfin, die die Leiche gefunden hatte, dass das Archiv seit dem Mord ganz durcheinander sei. Laut Zeugenaussage hatte der Archivar am Abend kurz vor seinem Tod beim Essen verlauten lassen, ihm sei etwas Ungewöhnlches in einem Brief aufgefallen, der angeblich vom tobrischen Kanzler aus Perainefurten stammte. Womöglich enthielt er eine versteckte Nachricht. Die Personen, denen er das erzählte, waren Isilde, die Obergeweihte der Perainekirche, seine Assistentin Nana und der etwas beschränkte Handwerker Ugdalf. Später am Abend habe auch Dankrat, der vor kurzem beförderte Oberst der Wache, davon erfahren, dessen Vorgänger vor etwa drei Wochen von einem Pfeil getötet worden war - etwa zeitgleich wurde die verschlüsselte Nachricht an Xeraan abgeschickt. Zur Tatzeit hat er nach eigenen Aussage geschlafen. Isolde war nach eigenen Angabe zur Tatzeit im Tempel gewesen. Sie berichtete, Nana sei eine Waise, deren Eltern bei den Kämpfen ums Leben kamen und die dann von den Geweihten aufgezogen worden war. Seitdem der ca. 40 jahre ältere Helmbrecht einmal zu zudringlich geworden war, hatte sie ein gestörtes Verhältnis zu ihm. Nana durchsuchte für die Helden noch am selben Tag das Archiv nach dem verdächtigen Brief. Zur Tatzeit hat sie nach eigenen Aussage in ihrer Kammer geschlafen. Im Archiv werden sämtliche eingegangenen Briefe verwahrt. Sämtliche verschickten Briefe werden in ein spezielles Buch kopiert. Zudem wird aller Briefverkehr in einem weiteren Buch sorgsam protokolliert. Anscheinend gab es vor etwa einem Mond schon einmal einen auffälligen Brief, doch sowohl dieser als auch der aktuelle waren aus dem Archiv verschwunden. Um die Brieftauben sowie um fast alle anderen Nutztiere in der Burg kümmert sich der Perainegeweihte Adebert. Ihm war vor einer Woche ein Sack Vogelfutter gestolen worden. Statthalter Tarkon von Donnerbach, Rondrageweihter, erklärte, die Briefe aus Perainefurten werden allen Offizieren vorgelesen und gehen dann ins Archiv, sodass nur ein Kreis von ca. 20 Personen Zugriff auf sie hat. Auf Vorschlag der Helden hin wurde eine Brieftaube entsannt, mit der Bitte, die Protokolle der Briefwechsel abzugleichen. Die Helden haben Oberst Dankrat über mehrere Tage beschattet und sowohl seine Schreibstube als auch sein Schlafgemach durchsucht, ohne etwas Verdächtiges zu finden. Eine groß angelegte Suchaktion mit Hilfe der Wache entdeckte in der hintersten Ecke des höchsten Dachbodens der Burg einen kleinen Verschlag mit zwei Tauben und den gestolenen Futtersack. Durch ein Loch im Dach hatte der Spion und Mörder höchstwarscheinlich seine Nachrichten an Xerann geschickt. Der Dachboden dient als Rumpelkammer, von wo Ugdalf oft Holz für sein Handwerk holt. Er wurde darauf hin befragt und festgenommenm, doch da er weder lesen noch schreiben kann und eigentlich keinen Zugang zu den ominösen Briefen gehabt haben konnte, scheidet er als Verdächtiger aus. Zwei Tage später kam ein Schreiben aus Perainefurten mit den Ergebnissen des Protokollvergleichs: In der Tat waren die beiden verdächtigen Briefe nicht von ihnen abgesandt worden.

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