Sewa
Die 21 jährige Sewa ist eine erwachte Bastet und gehört der tot geglaubten Blutlinie der Bubasti an. Ihre bernsteinfarbene Haut, die langen tiefschwarzen Haare und ihre wachen grünen Augen verleihen der geheimnisvollen Frau ein eigensinniges, exotisches Aussehen. Ihre Figur ist schlank, fast schon mager, doch ihr Auftreten wird ihrem Katzenblut mehr als gerecht. Selbst für eine Bastet bewegt sie sich außergewöhnlich anmutig und elegant.
Die Katzenform: Trotz ihrer für eine Hauskatze beachtlichen Größe wirkt ihr Körper leicht und so schlank, das man die Rippen erkennen kann. Wie bei den ägyptischen Katzenrassen üblich hat sie einen relativ kleinen, länglichen Schädel, große Augen, feine spitze Ohren und eng anliegendes kurzes Fell. Sie sieht den Bastet-Staturen im Museum erstaunlich ähnlich. Im Gegensatz zu den bekannten ägyptischen Züchtungen (Mao-Katzen) ist ihr Fell allerdings absolut schwarz. Nicht einmal der kleinste helle Fleck ist zu erkennen.
Hintergrund und Gerüchte
Die folgenden Informationen sind teilweise leicht zu entdecken, teilweise erst nach einer gründlichen Recherche heraus zu finden.
- Sewa kommt aus Ägypten und kann ihre Muttersprache fließend sprechen. Sie hat sogar noch einen (längst abgelaufenen) ägyptischen Pass. Allerdings scheint sie recht früh nach Europa gekommen zu sein, da sie sich den europäischen Bräuchen sehr gut angepasst hat und bis auf ihr Äußeres problemlos als geborene Europäerin durch gehen würde. Über die Umstände ihrer Einreise ist nichts bekannt.
- Sewas Wege sind kaum zurück zu verfolgen. Kaum jemand kennt sie länger als ein paar Wochen und niemand wies, wo sie vorher war. Da sie hauptsächlich in Hotels und Pensionen lebt, liegt die Vermutung nahe, das sie überhaupt keinen festen Wohnsitz hat. Die wenigen Leute, die sie länger kennen, erzählen das sie gelegentlich ohne jede Spur verschwindet und erst Wochen oder Monate später wieder auf taucht. Selbst ihr Handy bleibt in der Zeit stumm.
Spoiler
Es folgt Wissen, das keinem der Charaktere bekannt ist. Lesen auf eigene Gefahr.
Die Bibliothek: Sewas Bibliothek ist in mehreren Bankschließfächern untergebracht. Sie hat dutzende Schließfächer überall in der Stadt und einen dementsprechend großen Schlüsselbund bei sich. Die Nummern sind allerdings heraus gefeilt. Sie kann sich den richtigen Schlüssel anscheinend gut merken.
Unterschlupf: Da Sewa hauptsächlich in Hotels, Motels oder Pensionen wohnt, hat sie keinen festen Wohnsitz und kaum Hab und Gut. Trotzdem sichert sie ihr Zimmer grundsätzlich mit dem Ritus des Wachens, um auf Nummer sicher zu gehen.
Sewas Erbe: Sewa besitzt mehrere dunkel goldene Schmuckstücke ägyptischen Stils, die sie fast immer bei sich trägt. Darunter sind zwei Armreifen, eine Haarspange und ein kleines Amulett mit einem Skarabäus aus dunklem Stein. Auf den ersten Blick wirken die Stücken wie gewöhnliche Imitate alt ägyptischer Schmuckstücke, deren Stil man ab und zu auch in Museen wieder finden kann. Auf den zweiten Blick sind sie jedoch recht schäbig und zerkratzt und scheinen nicht viel Wert zu sein. Selbst die Vergoldung wirkt sehr dunkel, als ob das darunter liegende Kupfer hindurch scheint. Trotzdem haben die Stücke für Sewa einen hohen ideellen Wert. Hintergrund: Die Stücke sind Echt und etwa 4350 Jahre alt. Die dunkle Färbung kommt durch die Einarbeitung von Blut in das Gold, eine längst vergessene Kunst. Sie stammen aus der 5. Dynastie des alten ägyptischen Reiches und sind außerdem hochadligen Ursprungs. Geheimnis: Sollte Siwa jemals auf einen Bubasti treffen, zeichnen die Schmuckstücke sie als Blutstochter (Wiedergeburt) Nebets, der Gemalin des Unas (Pharao 2380 bis 2350 v. Chr.) aus. Siwa selbst weis nichts davon. Für sie sind die Stücke nur sehr wertvolle Erbstücke, die sie von den Kheper (Die Ältesten) nach ihrem Aufnahmeritus geschenkt bekam.
Die drei Gesichter der Katze
Nur wenige Wissen um dieses Geheimnis, doch in allen Katzen schlummern drei Wesenszüge: Der Tag, die Nacht und das Zwielicht. Bei Sewa geht diese Teilung noch einen schritt weiter. Sie ist so ausgeprägt, das man von drei völlig verschiedenen Persönlichkeiten sprechen kann. Ohne Vorwarnung und von einem Augenblick auf den nächsten kann es passieren, das sich ihr Wesen grundlegend verändert. Meistens in Situationen starker Gefühle oder im Zorn übernimmt eine andere Seite von ihr die Kontrolle und zwingt sie, alles hinter sich zu lassen. Sewa selbst nennt es ihren Fluch, doch sie hat gelernt, damit zu leben. Genau wie ihre Schwestern: Azali und Skara.
Der Tag: Sewa Ameni
Sewa Ameni ist eine elegante Frau und gern gesehener Gast in gehobenen Gesellschaften. Wer sie kennt, wies ihre Kenntnisse als Sammlerin und Expertin für antike Bücher und Schmuckstücke zu schätzen. Außerdem scheint sie ein Gespür für die wirklich wichtige Person einer Gesellschaft zu haben und sich mit den Reichen und Mächtigen hervorragend zu verstehen. Ihr Einfluss ist schwer einzuschätzen. Einerseits verkehrt sie in höchsten Kreisen, andererseits kennt sie kaum jemand länger als ein paar Wochen. Niemand weiß genaueres. Das macht sie gerade so interessant für viele.
Aussehen: Ihre Kleidung wählt sie grundsätzlich passend, schwarz und elegant, wobei sie immer auf einen ägyptischen Hauch achtet und wenig Haut zeigt. Die schwarzen Haare trägt sie offen und lang, den Schmuck sichtbar aber dezent. In der Öffentlichkeit achtet sie auf ein erhabenes, unantastbares Äußeres, was ihren Ruf und ihre geheimnisvolle Aura nur weiter untermalt.
Identität: Privat lebt sie hauptsächlich in Hotels und lässt sich nicht selten von wohlhabenden Männern aushalten. Generell genießt sie ihre Freiheit und lebt so Luxuriös, wie möglich. In ihrem Zimmer liegen lokale Museumsführer, Eintrittskarten für Opern und Orchester, Adressen von guten Restaurants und Zeitungsberichte über Benefiz Veranstaltungen und Gala Abende verstreut. Mit etwas Glück findet man auch Bibliotheksausweise, Leihzettel für gute Kleider und Schuhe, Taxiquittungen und Visitenkarten mit Telefonnummern darauf. Sie scheint eine kulturell sehr interessierte und aktive Person zu sein, aber nichts von Ordnung zu halten. In ihrem Zimmer herrscht Chaos.
Gerüchte: „Ich kenne sie nicht, aber sie wird wohl wichtig oder reich sein, sonst wäre sie nicht hier.“ „Ist wohl mit dem Sohn des Senators hier. Man, hat der ein Glück.“
Das Zwielicht: Azali Kaem
Azali Kaem ist eine Beobachterin. In dieser Phase kennt sie kaum jemand und es ist sehr schwer, sie ausfindig zu machen, wenn sie nicht will. Die meiste Zeit verbringt sie in der Felis-Form oder Rucksack-Reisende in den Straßen der Stadt, dort, wo die wirklich dunklen Geheimnisse zuhaue sind. Sie sucht die Gefahr im Zwielicht, greift aber niemals ein. In dieser Phase zieht es sie auch oft zu den Werwölfen in die Wälder, um mit ihnen zu spielen.
Aussehen: Schlicht und dezent gekleidet verbirgt sie ihre Schönheit so gut es geht, um nicht zu sehr auf zu fallen. Die Haare sind unter der Kapuze versteckt und der Schmuck fast völlig unsichtbar.
Identität: Da sie die meiste Zeit auf der Straße verbringt, benötigt sie nur ab und an ein einfaches Hotelzimmer, um zu ruhen. Jobs hat sie in der Zeit keine.
Gerüchte: „Nettes Mädchen, aber nie zu hause. Hat wohl nachts irgendwo nen Job.“ „Bezahlt die Miete in Bar. Auf der Durchreise, hat sie erzählt.“ „Wer sagen sie? Kenn ich nicht.“
Die Nacht: Skara Ahad
Skara Ahad ist Sewas dunkelste Seite. Sie ist einzelgängerisch und skrupellos, wenn es darum geht, Information für ihre Zwecke auszunutzen oder neue werke für ihre Bibliothek zu beschaffen. Wer sie kennt, hat meistens noch eine Rechnung mit ihr offen. Sie macht sich in dieser Phase viele Feinde.
Aussehen: Der Situation entsprechend. Sie verkleidet sich in dieser Phase häufig.
Identität: Sie wechselt täglich ihr Hotel und ist ständig auf der Jagt und der Flucht zugleich. Mehrere Institutionen kennen sie als Informantin und geben ihr gelegentlich sogar konkrete Aufträge, die sie niemals ohne Eigennutz erfüllt.
Gerüchte: „Ich wies nicht, wie sie an den Kerl ran gekommen ist, aber er hat geredet. Sie müssen verschwinden. Beide!“ „Frag sie, sie könnte etwas wissen. Aber bring Bares mit.“
Ziele, Gedanken und Geschichte
Chronologisch geordnete Sammlung von Gedanken. Jedem Kapitel folgt eine Reflektion der anderen Charaktere aus der Sicht einer der Persönlichkeiten.
Sewa: Die Begegnung
Verdammt, wie bin ich da nur rein geraten!?
Die letzten Tage waren entschieden zu gefährlich. Zwei Untoten, deren Macht kaum vergleichbar ist mit allen, die ich vorher beobachtet habe; Ein Magier, der sie Erwecken aber nicht kontrollieren kann; Und eine seltsame Katze mit dünnem Blut und unberechenbaren Launen. Ich weis nicht, ob die ganze Geschichte nicht doch eine Nummer zu groß für mich ist. Die Sache beginnt, aus dem Ruder zu laufen. Ich muss vorsichtig sein.
- Bern: Ich mag die Stadt. Aber ich mag jede Stadt, die ich noch nicht kenne. Langweilig wird es hier sicher nicht.
- Arthur Stein: Es war reines Glück, das ich noch Lebe. Glück, und mein kleines Geheimnis natürlich. Ich hätte zu gerne ein Foto von seinem Gesicht von dem Moment, als ich die beiden über 800 Jahre alten Untoten erwähnte. Ich wusste ja, das die Politik bei den Untoten gerade kriselt, aber das er so erpicht auf ein Treffen war.. Das Risiko könnte sich auszahlen. Hoffentlich geht das gut.
- Nil: Ein verlorener Bruder, mehr Mensch als Katze, mehr Kind als Krieger. Er sucht seine Geheimnisse an den falschen Orten und verbrennt sich dabei. Ohne meine Hilfe wird er nicht lange überleben. Er wäre ja bereits tot. Aber ich kann einfach nicht zulassen, das ein so seltenes Geschöpf von den Untoten ermordet wird. Sie haben nicht das Recht dazu.
- Carolus Magnus: Hinter dieser alten Fassade schlummert eine noch viel ältere Bestie, das spüre ich. Die unnatürliche Aura der Macht, die er ausstrahlt, macht mir Angst und fasziniert mich zugleich. Ich spiele mit dem Feuer, doch das tut er auch. Einer von uns wird sich sicher verbrennen.
- Karim Bashîr: Ich fühle mich zu ihm mehr hingezogen als zu jedem Anderen dieses flüchtigen Rudels. Wenn ich etwas neues über meine Heimat erfahren kann, dann von ihm. Er ist mit meinem Volk verbunden, auch wenn er nicht weis, auf welche Weise. Das hoffe ich zumindest. ich habe das ungute Gefühl, das Blut fließen wird, sollten wir uns eines Nachts erinnern. Vielleicht ist es gut, das Carolus ihn kontrolliert.
- David Xanatos: So viel Potenzial! Ein Kind der Priester, sterblich, aber grenzenlos frei. Faszinierend, genau wie in den Geschichten. Wir haben uns einmal gut mit ihnen verstanden. Damals. Doch genau wie damals ist auch dieser Priester zu gierig. Er kann nicht beherrschen, was er erschaffen hat. Menschen sind so kindisch, so wütend und unfähig, der Versuchung zu widerstehen. „Schenke ihnen einen Funken, und die Städte werden brennen“, an dem Sprichwort ist was dran. Oh David, wir könnten so viel voneinander lernen… Warum mussten deine Väter nur so töricht sein? Warum seit ihr Menschen so naiv?
Skara: Ruhe vor dem Sturm
Hat sie völlig den Verstand verloren? Und ich dachte, ICH lebe gefährlich. Aber ich nehme, was ich bekomme. Vielleicht wird das Spiel, das Sewa begonnen hat, ja sogar etwas für mich abwerfen. Wir werden sehen.
Ich hab es aufgegeben, Anton zu beschützen. Zu gefährlich und zu wenig Nutzen für mich. Ich weis nicht einmal seinen richtigen Namen. Gut, er meinen auch nicht, aber was solls. Er lebt noch. Warum, kann ich mir kaum erklären. Was auch immer dieser Dummkopf für sein Leben getauscht hat, ich hoffe, es waren seine eigenen Geheimnisse und nichts, was mich betrifft. Nachdem Karim dieses Flohkissen unter seiner Kontrolle gebracht hat, wendet sich das Blatt auf jeden Fall in die falsche Richtung. Das hier läuft aus dem Ruder. Ich muss was tun.
Die Sache mit Arthur Stein ist recht gut gelaufen. Man kann wohl wirklich mit denen verhandeln. Sie schulden mir was, das können nicht viele von sich behaupten. Mal sehen, wann sich daraus was entwickelt. Das Carolus nun weg ist, macht die Sache noch einfacher. Karim ist ein berechenbares Risiko. David sowieso.
Eigentlich wird es Zeit, mich zurück zu ziehen. Aber diese Dolche klingen einfach zu interessant. Ich muss am Ball bleiben, auch wenn es mich langsam wirklich ankotzt, die Sewa zu mimen. Gott, wie kann die nur in diesen hochhackigen Schuhen laufen?
Mary. Scheiße… Ich hasse solche Überraschungen. Sie gibt sogar offen zu, den Spitzel für die Untoten zu spielen. Dabei lief gerade alles so glatt. Sie ist im Weg. Ich muss sie irgendwie los werden. Nicht zuletzt wegen der Sache mit Raoul. Anscheinend kann sie ihre Kraft nicht einmal selbst kontrollieren.
Der Flug nach England war ruhig, auch wenn die Vorbereitungen eher chaotisch waren. Mir gefällt es nicht, von Anton abhängig zu sein. Aber was tut man nicht alles…
- Arthur Stein: Ein einfacher Handlanger, und Sewa hatte schon Angst vor ihm. Es gibt noch viel Gefährlichere als ihn.
- Nil: Sein Blut ist tot und das hat ihn wohl an den Rand des Wahnsinns getrieben. Mal sehen, wie lange ich dieses Wrack noch davon abhalten kann, ins Verderben zu rennen.
- Carolus Magnus: Ein Monster, das die Haut eines Gelehrten trägt. Stur und gelähmt durch die Jahrhunderte. Zum Glück. Ich sollte mein Spiel spielen, solange es noch geht.
- Karim Bashîr: Ich will nicht wissen, wie viele schon durch seine Hand gestorben sind. Er ist zu gefährlich, um.. was rede ich, ich will es wissen! Er muss Geheimnisse kennen, die es wert sind. Schau ihn dir doch an, diese Augen! Ach verdammt!
- David Xanatos: Oh David, du steckst so voller Wissen, das nur darauf wartet, aus dir heraus gerissen zu werden. Teile es, sonst geht es verloren. Ihr Menschen seit so zerbrechlich.
- Mary: In ihrer Gegenwart zu sein ist gefährlich. Sie schmeißt mit Geheimnissen um sich, das ich mich frage, warum die Untoten diese Frau nicht schon längst still gelegt haben. Entweder ist sie mächtig genug, um sich diese Dummheit zu erlauben, oder … Wie auch immer, die Chance ist zu verlockend, um sie zu ignorieren.
Azali: Das Spiel beginnt
Skara hat das Spiel gewonnen, aber die Schlacht verloren. Zu ihrer Verteidigung, niemand hätte ahnen können, das ein einfaches Spiel so eskaliert. Ich werde warten, bis sich der Staub gelegt hat.
Armer David. Bricht deine heile Welt gerade auseinander? Siehst du endlich mit offenen Augen, was du erschaffen hast? Genieße den Moment der Erkenntnis, denn du wirst noch einige Stunden in diesem Keller hocken müssen.
Ich hatte wirklich Mitleid mit ihm, als ich ihn so rennen sah. Auch wenn es mich gereizt hätte, zu sehen, wie weit ihn Marys Fluch noch getrieben hätte. Mary ist gefährlich, da hatte meine Schwester Recht. Aber nur für den, der zu unbedacht mit ihr spielt. Mir wird der Fehler nicht passieren.
David, du bist so naiv. Du bittet mich allen ernstes, die Untoten für dich zu verbrennen? Warum sollte ich das tun, David? Sag es mir. Nun gut, ich lasse dich in dem Glauben. Aber das Spiel macht keinen Spaß, wenn man alleine spielt. Und meine Chancen auf den Sieg sind besser, wenn ich das Team wechsle. Viel Glück, David. Du wirst es brauchen.
- Nil: Ich kenne ihn nur durch meine Schwestern.
- Karim Bashîr: Er hat seine Wege, ich hab meine. Zeige dich Dankbar, Karim, und nimm meine Geschenke an. Aber vergiss nicht deinen Teil des Paktes. Ich warte schon.
- David Xanatos: Meine Schwestern glauben an dich. Ich nicht. Aber wir werden schon sehen.
- Mary: Wir sind uns ähnlicher, als ich dachte. Nur an ihrer Lautstärke muss sich noch etwas ändern.

