Der Traum
In Bearbeitung. Der folgende text ist nur eine loses Ideensammlung. Für Vorschläge und Feedback bin ich immer offen. Hier gibt es einen Thread dazu.
Evercity - Die ewige Stadt
Eine Stadt im Nichts, umgeben von Abgründen und Nebel, weit entfernt von jeder Realität. Eben noch bist du in deiner Welt zu Bett gegangen, nun bist du hier. In der Stadt, aus der es keinen Ausweg gibt, bis auf die Zeit. Ein Gefängnis für die Einen, ein Paradies für die Anderen und die Hölle für den Rest. Wirst du lange genug überleben und bereit sein, wenn die Zeit deiner Rückkehr gekommen ist?
Mein jüngste Projekt „Evercity“ (Arbeitstitel) dreht sich um eine Stadt im Loch der Manteltasche der Realität. Sie existiert unabhängig von Dimension und Zeit und folgt ihren ganz eigenen Regeln, was das Ganze zu einem ziemlich abgedrehten Urban Fantasy SteamPunk Setting macht, mit recht ungewöhnlichen Ideen auf wartet und hoffentlich viel Abwechslung bietet, trotz der Beschränkung auf eine einzige Stadt. Das Ganze kann man entweder ernst nehmen und ein richtig düsteres Setting daraus extrahieren, oder mit einem Discworld ähnlichem Humor in Evercity seinen Spaß haben. Je nach belieben.
Bevor sich jemand den folgenden (sicher etwas länger werdenden) Text antut, möchte ich die Idee hinter der Idee einmal kurz zusammen fassen *Luft hol* Eine überbevölkerte, organisch gewachsene, verwinkelte, chaotische, enge, dunkle Medieval SteamPunk Fantasy Stadt, die auf einem großen Felsen im Nichts erbaut wurde und schon immer existierte. Ihre Bewohner kommen aus den verschiedensten Dimensionen, Zeiten, Realitäten oder Welten und haben keinen Schimmer, warum sie dort sind, was sie dort machen oder wann sie wieder zurück in ihre Welt kommen. Sie wissen nur das sie eines Tages in ihrer eigenen Welt eingeschlafen und in Evercity wieder auf gewacht sind. Seit dem leben sie dort und warten auf den Tag, an dem sie erneut einschlafen und in ihrer eigenen Welt wieder auf wachen. Zumindest hoffen sie, das sie das tun. Bekannt ist nämlich nur, das immer, wenn ein neuer Bewohner in Evercity auf taucht, ein anderer für immer verschwindet.
Genau wie die Menschen tauchen auch ab und zu diverse Dinge auf, die dann in dunklen Ecken oder mitten auf der Hauptstrasse gefunden werden. An Dingen (im weitesten Sinne, Schlüssel bis Schrankwand) mangelt es also nicht, was das Stadtbild vornehmlich prägt. An reinen Rohstoffen wie Ziegeln oder Bäumen mangelt es nämlich sehr wohl. Es ist billiger, eine Tür aus diversen Dingen zusammen zu schrauben, als ein echtes, glattes Stück Holz dafür zu verschwenden. Nur mit der Elektrizität hapert es, die scheint dort nicht richtig zu funktionieren. Genau so wenig wie Magie. Dampfkraft allerdings funktioniert hervorragend Smiley
Es gib noch ein gutes Dutzend weiterer Naturgesetze, die in Evercity auf den Kopf gestellt sind. Zum Beispiel schläft um Punkt 0 Uhr jeder Bürger einfach ein und wacht frühestens eine Stunde später wieder auf, ganz egal wo er gerade war. Und neue Dinge findet immer der, der sie auch gebrauchen kann. Und jeder spricht die gleiche magische Sprache. Alle Sonderbarkeiten aufzuzählen wäre zu viel für diese versprochen kurze Zusammenfassung.
Die Worte des Meisters
„Der Beginn einer Geschichte bestimmt das Ende“, so sprach einst ein weiser Gelehrter aus meiner Heimatwelt, dessen Name hier nicht weiter von Bedeutung sein soll. In gewisser Weise stimme ich ihm zu, denn der Beginn ist immer derselbe und das Ende ist immer gleich. Wir erwachen, leben und schlafen ein.
Doch der Lauf der Geschichte, das Leben, die Zeit, die uns bleibt auf dieser Welt, wird nicht bestimmt vom Schicksal oder der Vorsehung. Die Wege, die wir gehen, liegen in unseren Händen. Und genau aus diesem Grund schreibe ich diese Zeilen. Um den Weg zu weisen, euch und all denen die noch folgen werden.
Wenn ihr diese Zeilen lest, bin ich nicht mehr auf dieser Welt. Doch mein Wissen haltet ihr in euren Händen. Nutzt es, findet euren Weg und gebt es an eure Nächsten weiter, auf das der Lauf eure Geschichte einen guten Weg nehmen möge.
Das Erwachen
Ihr seid sicher verwirrt, an diesem Ort erwacht zu sein. Ich war es auch, als ich mich vor über 20 Jahren in diesem Zimmer wiederfand. Doch glaubt mir, es ist kein Traum, auch wenn es sich so anfühlen mag. Da ihr mein Tagebuch gefunden habt und eifrig darin lest, gehe ich einmal davon aus, das ihr schon wieder bei Verstand und vom Schock erholt an meinem Schreibtisch sitzt. Wenn nicht, dann schaut einmal im Wandschrank nach, rechts neben der kupfernden Maschine. Dort findet ihr Tee, Zucker und auch ein Fläschchen Baldrianessenz, wenn es nötig sein sollte. Heißes Wasser gibt es im Kessel über dem Kamin. Mit Alkohol kann ich nicht dienen, da seine Wirkung auf den Geist in eurer Lage eher hinderlich als nützlich wär. Aber ich schweife ab.
Ihr seid wahrscheinlich vor nicht allzu langer Zeit in eurer wohlbekannten Welt zu Bett gegangen, eingeschlafen und plötzlich hier erwacht. Das Zimmer, in dem Ihr euch befindet, war nun über 20 Jahre mein Arbeitsplatz, Labor und Leben. Bitte entschuldigt die Unordnung, aber euer Besuch kam unerwartet. Genau wie mein Verschwinden. Fühlt euch wie Zuhause, denn von nun an ist es eures. Alles was ihr seht. Ich vermache es euch, wie es das Gesetz verlangt. Aber eines nach dem Anderen.
Ihr befindet euch in Abadon. Die einzige Stadt dieser Welt, um genau zu sein. Und Euch ist das Gleiche widerfahren, wie jedem Anderen in dieser Stadt und wie es schon seit Hunderten von Jahren geht. Nein, es ist kein Traum, aber auch nicht wahr, wie Ihr euch sicher denken könnt. Es ist etwas seltsames dazwischen, ein Tor oder Kuriosum, eine Dimension oder Merkwürdigkeit. Wie auch immer Ihr es nennen wollt, Ihr seid daran gebunden für die nächste Zeit. Darum ist es wichtig, es genauestes zu verstehen. Und dabei will ich euch zur Seite stehen.
Ich möchte Euch mit diesem Buch erzählen, was ich weiß, um ein paar der Fragen zu beantworten, die euch mit Sicherheit schon auf der Seele brennen. Lasst euch Zeit dafür und habt keine Hast, Ihr seit hier sicher. Ihr habt alle Zeit der Welt.
Abadon: Die Stadt am Rand der Realität
Abadon ist keine gewöhnliche Stadt. Es ist nicht einmal eine gewöhnliche Welt, in der wir leben. Manche der unumstößlichsten und grundlegendsten Gesetze der Natur und Wissenschaft scheinen hier von jeder Gültigkeit befreit. Die wichtigsten Besonderheiten seien hier erwähnt, auch wenn diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Doch seid gewarnt und vorsichtig, mit wem Ihr dieses Wissen teilen wollt. Nicht jeder Geist ist stark genug, die Wahrheit zu verkraften. Ich hoffe nur, dass Euer Geist mir Glauben schenkt. Wenn nicht, dann werdet Ihr wo anders Eure eigene Wahrheit suchen müssen.
Die Stunde Null
Der wohl wichtigste Moment im Tageslauf eines jeden Bürgers dieser Stadt, und das nicht ohne Grund, ist die Stunde Null. Jede Nacht um Mitternacht, wenn alle Bürger schlafen, verschwindet einer und ein anderer erscheint. Wer verschwindet und warum, lässt sich weder lenken noch vorher bestimmen. Manche verschwinden nach Jahrzehnten erst, andere schon nach Wochen. Weder Alter, noch Stand oder Taten lassen darauf schließen. Sicher ist, dass jede Nacht nur einer geht und einer kommt. Diese Nacht ward Ihr es, und ich verschwand. Aber irgendwann erwischt es jeden, wie mein Meister einst zu sagen pflegte, bevor auch er verschwand, ohne jede Spur.
Die Magie dieser Stunde lässt sich nicht verleugnen, so sorgt der Zauber auch dafür, dass pünktlich zum zwölften Glockenschlag ein jeder Bürger in tiefsten Schlaf versinkt, ganz egal ob er im Bette lag oder gerade in den dunklen Gassen vor ein paar Räubern floh. Er schläft ein, ungeachtet seiner Lage und erwacht erst nach frühestens einer Stunde wieder. Ob in dieser oder einer anderen Welt, lässt sich wie bereits erwähnt, nicht ohne weiteres vorherbestimmen.
Der, der erscheint, tut dies am selben Ort an dem sein Vater, wie wir die Verschwundenen oft nennen, sich zum Schlafen hingelegt hat. Man kann dem Neuen dann nur wünschen, dass ein weiches Bett und großes Zimmer das Erste ist, was er zu sehen bekommt von dieser sonderbaren Stadt. Dem Gesetze nach gehört ihm alles, was sein Vater einst besaß, einschließlich eventueller Schulden und Verpflichtungen, versteht sich.
Ihr hattet Glück, ihr seid mein Sohn in dieser Welt und damit hoch im Stand. Ihr werdet mich nicht sehen und mir nicht danken können, denn ich, euer Vater, bin wieder dort, wo ich einst war. Wache auf in meinem Bett und setze mein Leben fort, das ich vor 20 Jahren unterbrach.
Ich war nicht ganz präzise, man möge es mir verzeihen, was die Vorhersehbarkeit betraf. Es gibt sehr wohl eine Möglichkeit, zu messen, wann die Zeit, die einem Bürger hier noch bleibt, zur Neige geht. Zumindest ist das meine Theorie.
So ergaben meine Studien der letzten Jahre ganz eindeutig, dass auch die Sterne entstehen und verschwinden, jede Nacht genau ein Paar, wie bei den Menschen. Ein schwacher Stern wird ausgelöscht und ein neuer, heller Stern entsteht. Wenn man nun Buch führe um jeden Stern und jeden Bürger, so möge man am Schein des Sternes erkennen, wann die Zeit gekommen ist. Leider fehlte es mir an Daten. Doch konnte ich die Sterne gut beobachten und führte seit Jahren schon Buch darüber. Jedoch wusste ich nie, wann ein Bürger verschwand und erschien. Aber ich schweife ab, zurück zum Thema.
Die Erwachten
Auch wenn Ihr es am eigenen Leibe schon erfahren habt, möchte ich euch nun von den Erwachten erzählen, wie wir die Neuen zu nennen pflegen. Sie kommen aus den verschiedensten Welten, Anders- oder Außenwelten genannt, manche aus einer fernen Zukunft, andere aus der dunkelsten Vergangenheit. Ganz egal, woher sie kommen, eines verbindet sie alle: Sie schliefen ein in ihrer Welt und erwachten in dieser, wie in einem Traum. In der Tat beschreiben viele die ersten Stunden nach ihrem Erwachen als verschwommen und unwirklich, als ob sie träumten, doch schnell wird der Traum zur Realität und viele Fragen kommen auf.
Nun, was soll man ihnen sagen, aus ihrer Welt gerissen und mit all ihren Erinnerungen an geliebtes und gewohntes, plötzlich allein und ohne jeden Halt in dieser Stadt zurückgelassen? Trost spendet nur der Glaube, dass man zurückkehrt in seine Welt, sobald die Zeit gekommen ist. Doch so lange man hier weilt, gibt es einiges zu wissen und zu lernen, um das Leben hier erträglich zu gestalten.
Darum ist es die Pflicht eines jeden Bürgers und Gesetz dieser Stadt, dass jeder Erwachte eingeführt wird in die Gesetze von Abadon, und zwar vom Ersten, der ihn fand, dem Mentor genannt.
In eurem Fall ist es mein Buch, das Euch als Mentor dienen soll, denn ich vertraue nicht dem Schuft, der sich mein „Kollege“ schimpft und mit Sicherheit schon wartet, dass ich verschwinden mag und er sich mein Labor und meinen Titel einverleiben kann. Ganz egal, was er erzählt, ich bin euer Vater und alles ist Euers, was Ihr hier seht. Lasst Euch nicht von ihm bestehlen.
Nicht ohne Grund hängt in jedem Haus und jeder Gasse eine Bronzetafel mit den Gesetzen darauf geschrieben.
Lest sie, doch beachtet auch die Kommentare, die ich euch gelassen hab.
Sprache ist dabei kein Hindernis, wie Ihr sicher selbst schon wisst. Jeder Erwachte spricht die Sprache dieser Stadt wie seine eigene, ungeachtet seiner Herkunft. Wer will, kann sich zwingen seine alten Sprachen zu verwenden, doch intuitiv nutzt jeder die magische Sprache, wie sie hier schon seit Jahrhunderten gesprochen wird.
Die Dinge
Etwas ganz besonders sonderbares sind die Dinge, die überall in Abadon jede Nacht erscheinen. Gegenstände verschiedenster Form und Größe aus allen möglichen Außenwelten. Manche primitiv und einfach, andere hoch kompliziert, aber ohne jeden erkennbaren Sinn. Mal liegen sie in dunklen Nischen versteckt, mal findet man sie auf offener Straße. Nur verschwinden sie nicht, wie die Bewohner, sondern bleiben und dienen uns als Werkzeuge und Quelle für Materialien und Stoffe, die man hier sonst nicht finden kann. Es sind nicht viele jede Nacht, aber über die Jahrhunderte hat sich ein erstaunliches Sammelsurium an Dingen angehäuft. Die Gilde der Finder, wie sie sich nennen, hat es sich zur Aufgabe erklärt, diese Dinge zu suchen und meistbietend zu verkaufen. Auf ihren Auktionen findet man häufig kleine Schätze und ein Besuch in der Gilde lohnt sich alle Male, wenn man das Gold dafür in der Tasche hat.
Da einige Bewohner in ihrem Anderleben begabte Tüftler, Bastler, Erfinder oder Handwerker waren und ihre Kunst auch hier zu Brot und Gold machen, mangelt es nicht an sonderbaren Nützlichkeiten. Ich persönlich war Astronom, ein Beobachter der Sterne und hatte eine Schwäche für die Glaslinsen, die man im Gläserviertel erwerben kann. Sie erleichterten mir die Suche nach neuen Sternen ungemein und mein verbleibendes Wissen aus der Anderswelt ermöglichte es mir vor einigen Jahren, das Projekt meines Mentors, ein großes Observatorium auf dem Dach des Gildehauses der Sternenleser, zu vollenden. Aber ich schweife wieder ab.
Auch wenn ich selbst nicht viel davon verstehe, vermag ich von Leuten zu berichten, die in ihrer Anderswelt einer Magie namens 'Elektrizität' mächtig waren und versuchten, diese Magie auch hier zu nutzen, um scheinbar sinnlose Dinge zum Leben zu erwecken. Sie experimentieren mit seltsamen drehbaren Apparaturen aus Magneten und Metallspulen oder versuche, in stürmischen Nächten Blitze einzufangen, doch ich weiß von keinem, der jemals Erfolg bei seinen Bemühungen hatte. Elektrizität, wie sie es nannten, scheint in dieser Welt nicht zu funktionieren.
Dampfkraft, von begabten Ingenieuren und Handwerkern durch Rohre geleitet und mit Zahnrädern und Bändern auf Achsen übertragen, funktioniert allerdings hervorragend. Das große Teleskop in meinem Labor wird von dieser Kraft bewegt und es erleichtert die Arbeit ungemein. Eine Schande, dass es so wenig Leute gibt, die diese Kunst beherrschen.
Stand der Dinge.

