Weeded
Das Kiffer Pen&Paper
Weeded ist ein sich noch im Entwicklungsstadium befindliches freies Pen&Paper-Spiel, also ein Erzählspiel, das kostenlos kopiert und verbreitet werden kann. Die Copyright liegt zwar beim Autor, aber jeder möge sich angesprochen fühlen es nach belieben zu verändern und zu erweitern und seine Vorschläge dem Autor und anderen Interressierten HIER mitzuteilen. Vielleicht werden einige Vorschläge dann in die 'offiziellen' Regeln übergehen.
Die Idee:
Weeded soll ein leichtes und nicht ganz ernst gemeintes Rollenspiel für 2 bis 5 Personen sein. Dabei verkörpert man einen Kiffer, der mit seinen anderen Kifferfreunden dem schönen Leben und leichten Drogen fröhnt und durch seine Verpeiltheit immer wieder in den tollsten Schlamassel gerät. Jetzt gilt es dem wieder zu entrinnen. Aber wie, wenn man eher schwächlich, notorisch pleite und nicht ganz ernst zu nehmen ist? Ganz einfach: Durch Einfallsreichtum, Glück, Zufall und die Kraft des Weed! So tapst man von einem Fettnäpfchen ins nächstem, immer auf der Flucht vor 'Kifferkeile' und diffusen Gestalten, die einem das Leben schwer machen wollen, und hofft stets durch eine geniale Aktion das Ruder doch noch rumreißen zu können. Inspiriert wurde dieses Spiel zugegebenerweise durch den Film 'Ey Mann, wo ist mein Auto !?' und in diesem Style sollte man sich das Rollenspiel auch vorstellen.
Weeded soll vorallem folgenden Zielen gerecht werden:
- Einfachheit: Weeded soll mit möglichst wenig und einfachen Regeln auskommen, damit es auch für Personen, die sich weniger mit Rollenspiel beschäftigen, und Gelegenheitsspieler attraktiv ist. Eine kurze 5-Minuten-Einführung sollte reichen um einen neuen Spieler einzuweihen und sofort loslegen zu können (ähnlich einem leicht verständlichen Gesellschaftsspiel).
- Leichtigkeit: Neben der Einfachheit soll Weeded möglichst 'leicht' sein, d.h. es soll keinerlei Vor- und Sonderwissen, wie in anderen Rollenspielen oft üblich, von Nöten sein, um sich in der Spielwelt von Weeded zurecht zu finden. Die Welt gleicht der realen in beinahe allen Punkten. Alle neu eingeführten Elemente sollten leicht verständlich und an irdische Vorbilder angeknüpft sein.
- Freiheit: Innerhalb der Spielwelt von Weeded ist alles möglich. Mache dir keine Gedanken über die möglichen Folgen, sondern entwerfe Gegner, Charaktere, Fähigkeiten und Abenteuer nach deinem Ermessen und handle in diesen, wie es dir beliebt. Alles was irdisch erdenklich ist, kann auch in Weeded passieren - und vieles mehr.
- Spaß: Das Hauptziel von Weeded ist es, vorallem Spaß zu machen. Diesem Ziel sollten sich alle anderen Ziele und Regeln unterordnen. Daher lautet die oberste Regel: Ändere die Regeln so ab, dass deine Spielgruppe den meisten Spaß hat.
Ein kleiner Hinweis noch: Die diesem Spiel innewohnende Einstellung 'weichen' Drogen gegenüber soll keineswegs drogenverherrlichend oder -verharmlosend sein. Sie dient lediglich dazu, die Atmosphäre des Spiels zu fördern, um ein unterhaltsames und lustiges Rollenspiel zu ermöglichen. Drogen sind und bleiben eine ernste Sache und es sind schon genug Leben daran zu Grunde gegangen, als das man sie auf die leichte Schulter nehmen sollte. Letztendlich bleibt es aber jedem selbst überlassen, wie er bestimmten Dingen gegenüber steht und wer immer sich von der Einstellung dieses Spiels 'weichen' Drogen gegenüber gestört fühlt wird dazu aufgefordert sich nicht weiter damit zu beschäftigen - niemand wird gezwungen dieses Spiel zu spielen. ^^
Charaktere
In Weeded verkörpert man einen Kiffer. Allerdings gibt es viele Typen von Kiffern. Einen dieser Charaktere muss man sich auswählen. Hier sind einige Vorschläge aufgelistet. Tut euch aber keinen Zwang an, euch weitere auszudenken, wenn alle Mitspieler damit einverstanden sind. Allen Kiffern sollte aber gemein sein, dass sie A notorisch pleite, B körperlich eher schwach, C schön verpeilt aufgrund Drogengenusses, und D eine entscheidene Schwachstelle haben, die immer wieder eine Rolle spielt.
Der Standard-Kiffer:
Der Standard-Kiffer ist ein Kiffer, wie man ihn sich vorstellt: Anfang bis Mitte Zwanzig, geht er zwar einem mehr oder weniger regelmäßigen und schwachsinnigen Job nach, aber nur um sich seinen Lebensstil voller Gras und Party´s, sowie seine eigene Bude zu finanzieren. Diese ist oftmals Treffpunkt seiner Kifferfreunde und nicht selten teilt er sie sich mit einen von ihnen, da eine WG ja billiger ist. Und genau das ist das Problem des Standard-Kiffers: Weil er ständig Stoned ist und sein Geld für Drogen verschwendet, hat er auch ständig Probleme mit seinem Arbeitgeber und seinem Vermieter. Sei es, weil er mal wieder völlig breit mit einer ganzen Ladung Pizza´s verschwunden ist, oder weil er seit 3 Monaten schon keine Miete mehr gezahlt hat.
Schwächen:
- Kiffer-Keile - Boss - Vermieter
Der Kiffer mit Freundin:
Der Kiffer mit Freundin ist ein selten anzutreffendes Exemplar. Er hat neben seinem Charisma auch das Glück gehabt, sich eine Freundin zu ergattern. Diese ist meist sogar bildhübsch, hat sich ihren Freund allerdings nur erwählt, weil sie eher unsicher ist und denkt, von ihm habe sie nichts zu befürchten. So kommt es, dass er, obwohl sie schon ewig zusammen sind (also länger als ein halbes Jahr), immer noch nicht ran durfte. Doch darauf arbeitet er hin. Mit immer neuen Ideen und Aktionen versucht er ihren Ansprüchen gerecht zu werden - und diese sind oft übertrieben hoch angesetzt. Meistens jedoch katapultiert er sich dabei aber von einem Schlamassel in den nächsten und muss hinterher wieder alles ausbaden. Der Kiffer mit Freundin hat zwar auch einen Job und eine eigene Bude, hat aber nicht solche Probleme mit Boss und Vermieter, wie der Standard-Kiffer.
Boni:
- +1 Charisma
Schwächen:
- Kiffer-Keile - Freundin
Der Schüler:
Der Schüler wohnt noch Zuhause und geht noch zur Schule (logisch). Dort ist er aber eher Außenseiter und trifft sich daher nach der Schule mit seinen Kiffer-Freunden, die eine eigene Wohnung haben, ständig kiffen und überhaupt soo cool sind. Das Problem des Schülers ist, dass seine Eltern langsam Verdacht schöpfen und er sich von einer Ausrede in die nächste rettet, nur um von seinen Freunden dann wieder äußerst ungeschickt reingerissen zu werden, wenn sie ihn Zuhause besuchen und so tun, als sein sie normale Leute. Daher muss er stets den Abschub ins Internat befürchten.
Boni:
- Harmlose Gestalt
Schwächen:
- Kiffer-Keile - Eltern
Der Chemie-Student:
Der Chemie-Student ist ein Kiffer, der seine Leidenschaft zu seinem 'Beruf' gemacht hat. Er vollzieht ein Chemie-Studium und ist so in der Lage sich die schönsten Drogen selbst herzustellen und zu züchten. Ständig fällt ihm eine neue Zutat oder eine neue Modifikation ein, die es auszuprobieren gilt - notfalls mit mehr oder weniger willigen Versuchskaninchen. Er kennt sich mit Drogen am besten aus und stellt ständig welche her, um sie, neben Eigenkonsum, zu verticken („Komm, wir verticken das Gras!“), und so seinen Unkosten gerecht zu werden. Aber langsam gerät er in den Verdacht der Gesetzeshüter. Und sollten die ihn erwischen, ist er aus mit dem schönen Leben und es drohen äußerst unschöne Resozialisierungsmaßnahmen (ohne Drogen).
Boni:
- +2 Weed-Kunde - +1 Chemie
Schwächen:
- Kiffer-Keile - Gesetz und Ordnung
Der Psychologie-Student:
Der Psychologie-Student ist ein Kiffer der intellektuellen Sorte. Mit esoterischen Gelaber und Gefühlsduselei konnte er sich bisher durchs Leben schlagen und das läuft soweit ganz gut. Sieht man einmal davon ab, dass meist zuerst auf ihm herumgehakt wird, weil er ja so ein Schwächling ist und es ein Schlägertyp besonders auf ihn abgesehen hat und ihn scheinbar ständig verfolgt. Manchmal jedoch wächst er über sich hinaus und kann alle beeindrucken, doch das passiert eher selten. Er hat ebensolche Probleme mit Boss und Vermieter wie der Standard-Kiffer.
Boni:
- +1 Psychologie - +1 Intelligenz - +1 Charisma
Schwächen:
- Kiffer-Keile ++ - Boss - Vermieter
Der Retro-Kiffer
Er ist - innerlich, wie äußerlich - in der Zeit stehengeblieben und liebt es, beim gemeinsamen Weed-Genuss den anderen Kiffern von der guten alten Zeit zu erzählen, als das Gras noch besser und die Bullen noch so stoned waren, wie der Rest der Welt. Im Gegensatz zu den anderen Kiffern hat der Retro Kiffer ein Auto, wenn auch nur einen alten, bemalten VW-Bus, der durch das häufige stoned-am-Steuer-sein schon relativ zerbeult ist.
Boni:
- +3 Weed-Kunde
Schwächen:
- Kiffer-Keile + - Gesetz und Ordnung
Charaktererschaffung
Die Charaktererschaffung von Weeded geht schnell und sehr einfach vonstatten. Hier eine Kurzfassung:
Zusammenfassung:
- Charakter und Namen wählen - 5 Attribut-Punkte verteilen - 3 Hintergrund-Punkte verteilen - 10 Talent-Punkte verteilen
1: Charakter und Name: Zunächst sollte man sich einen Charakter wählen und einen Namen vergeben. Eine Hintergrundgeschichte ist in Weeded längst nicht so wichtig, wie in anderen Rollenspielen und kann ohne weiteres auch im Spiel erdacht und ausgespielt werden, kann allerdings auch nicht schaden.
2: Attribute: Der erste eigentliche Punkt der Charaktererschaffung ist die Vergabe von 5 Attributspunkten, wobei jedes Attribut maximal auf zwei gehoben werden darf. Die Boni des Charakters kommen dann noch zusätzlich oben drauf (womit auch mehr als ein Wert von 2 erreicht werden kann). Es gibt keinen Stärke-Attributswert. Es wird einfach davon ausgegangen, dass ein Kiffer schwach ist. Die Attribute sind:
- Geschicklichkeit - Charisma - Intelligenz - Weeded
Auf ihre Bedeutung wird weiter unten in den Regeln der Proben weiter eingegangen. Ein Kiffer könnte also z.B. seine 5 Attributspunkte so verteilen, dass er 2 Punkte in Geschicklichkeit und jeweils einen Punkt in den anderen Attributen aufweist. Investiert man in ein Attribut keinen Punkt, um in zwei Attributen 2 und in einem 1 Punkt zu haben, hat es einen Startwert von 0.
3: Hintergründe: Jetzt werden 3 Hintergrunds-Punkte vergeben. Hier seien den Spielern wiederum allerlei Freiheiten gegönnt. Wenn Ihnen noch weitere Hintergründe einfallen und alle damit einverstanden sind, zögern Sie nicht sie in Ihr Spiel zu inplementieren.
Hier einige Beispiele für Hintergründe (alle können mehrfach gewählt werden):
- Kontakte: Der Kiffer kennt eine Person, die ihm, je nach Art des Kontaktes, bestimmte Gefälligkeiten erweisen kann, z.b. die Bedienung in einem Fastfood-Restaurant, die ihm umsonst abgelaufene Burger besorgen kann. Über die genaue Art des Kontaktes bestimmt der Spielleiter. - Dealer: Ähnlich einem Kontakt; der Kiffer kennt einen Dealer oder eine merkwürdige Gestalt, bei dem er allerlei Stoff kaufen kann. - diffuses Hobby: Der Kiffer hat sich ein diffuses und meist völlig sinnloses Hobby angeeignet, das ihm nur sehr selten etwas bringt. Das könnte z.b. das Auswendig lernen sämtlicher Star-Trek oder Scrubs-Folgen sein, oder der Discovery-Channel, oder Skateboarden, oder das Zusammenbauen von Streichholz-Modellen. Ein diffuses Hobby wird als Talent gewertet. Wer einen Hintergrundspunkt investiert, erhält einen Talent-Punkt, der nicht zu den 10 Start-Talentpunkten zählt. Es darf maximal einen Startwert von 2 annehmen. Der Spielleiter bestimmt welchem Attribut es zugeordnet wird.
4: Talent-Punkte: Letztendlich werden noch 10 Talentpunkte vergeben. Der Maximalwert pro Talent beträgt wieder 2. Es können mittels des diffusen Hobby´s als Hintergrund weitere Talente erstellt werden. Die Standard-Talente sind:
Geschicklichkeits-Talente: - Auto fahren - Entkommen - Video-Games - Wett-/Show-Essen
Charisma-Talente: - Lügen - Ausreden - Baggern - Etikette
Intelligenz-Talente: - Weed-Kunde - TV-Kunde - Computer - Allgemeinwissen
Die Regeln
Die Regeln von Weeded sind im Vergleich zu anderen Rollenspielen sehr einfach angelegt.
Proben: Für alle Proben in Weeded wird lediglich ein W6 gebraucht. Ja, richtig gelesen! Es ist pro Probe nur ein Würfelwurf mit einem stinknormalen sechsseitigen Würfel nötig. Das macht das Ganze um einiges simpler als in den meisten anderen Rollenspielen. Es funktioniert dann so: Der Spielleiter verlangt aus irgendeinem Grund eine Probe, z.B. auf das Talent Video-Games. Jedem Talent ist ein Attribut zugeordnet, in diesem Falle wäre das die Geschicklichkeit. Jetzt addiert der Spieler seine Werte für Geschicklichkeit und Video-Games (bei einem Geschicklichkeitswert von 2 und einem Video-Games Wert von 1 wären das dann folglich 3) und würfelt einen W6 dazu, der dann ebenfalls addiert wird (würfelt der Spieler z.B. eine 4, wäre das Endergebnis eine 7). Dieses Ergebnis wird dann einfach mit dem Schwierigkeitsgrad verglichen, den der Spielleiter vorher bestimmt hat. Ist er gleich oder höher, ist die Probe geschafft, ist er niedriger, ist die Probe danebengegangen. Der Spielleiter bestimmt aus dem Resultat was passiert.
Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung der Proben-Prozedur: · Spielleiter verlangt Probe auf Talent und sagt Schwierigkeit an · Spieler addiert seinen Talent-Wert mit dem dazugehörigen Attributs-Wert · Spieler addiert einen gewürfelten W6 dazu und vergleicht mit Schwierigkeit
Findet sich kein passendes Talent, kann der Spielleiter auch einfach eine Probe auf ein Attribut (also z.B. Intelligenz) fordern. Dabei wird nur der Attributs-Wert zu einem W6 addiert. Die Probe sollte allerdings etwas leichter ausfallen, da ja kein Talent-Wert zusätzlich addiert werden kann.
Hier eine Erläuterung der Schwierigkeitsgrade: · 01-02 - Extrem leicht, jeder Vollidiot würde das hinbekommen · 03-04 - Sehr leicht, selbst Leute, die keine Ahnung davon haben müssten das schaffen · 05-06 - Leicht, jeder, der ein wenig Ahnung davon hat, kann das schaffen · 07-08 - Mittel, für Anfänger schwierig, für etwas Fortgeschrittene durchaus drin · 09-10 - Anspruchsvoll, für Fortgeschrittene sehr schwer, für Profis durchaus drin · 11-13 - Schwierig, für Profis schwer, für Fortgeschrittene fast unmöglich · 14-16 - Sehr Schwierig, selbst für absolute Könner noch eine Herausforderung · 17-20 - Extrem Schwer, unter normalen Umständen von Experten nicht zu schaffen
Dem aufmerksamen Leser mag jetzt bereits aufgefallen sein, dass einige Proben für Start-Charaktere mit einem maximalen Attributs- und Talent-Wert von 2 garnicht zu schaffen sind. Doch keine Sorge: Jedes Talent und jedes Attribut kann später noch bis 5 gesteigert werden.
Weed!: Nun, selbst wenn man ein Attribut und das dazugehörige Talent auf einem Wert von jeweils 5 hat und eine 6 würfeln würde, könnte man maximal eine Schwierigkeit von 16 erreichen. Wie soll man dann noch schwierigere Proben schaffen? Oder was tun, wenn man garnicht solch hohe Werte hat? Ganz einfach: Nutzt die Kraft des Weed!
Neben den Attributen Geschicklichkeit, Intelligenz und Charisma, die für die einzelnen Talente wichtig sind, gibt es noch ein weiteres Attribut: Weeded. Weeded verkörpert inwiefern Ihr Charakter zu einem wahren Kiffer geworden ist, wieviel er kiffen kann und wie stark er die Macht des Weed nutzen kann.
Jede Drogensession in Weeded hat einen Stoned-Faktor, der zwischen 1 und 10 liegt (ähnlich einem Schwierigkeitsgrad). Der Stoned-Wert ist kein fester Wert in Weeded, er ändert sich während des Spiels ständig und nimmt im Laufe der Zeit ab. Wenn ihr Kiffer sich soeben eine Bong reingezogen hat, könnte er z.B. einen aktuellen Stoned-Wert von 4 haben.
Jetzt muss Ihr Kiffer vor jeder Talent- und Attributs-Probe eine Weed-Probe durchführen. Die Schwierigkeit entspricht dem Stoned-Faktor, addiert wird ein W6 auf das Weeded-Attribut. (Würfeln sie für ihren Kiffer z.B. eine 3 und ihr Kiffer hat einen Weeded-Wert von 2, so ergibt das ein Ergebnis von 5, das mit dem Stoned-Faktor als Schwierigkeit verglichen wird. Gleich oder drüber ist wieder ein Erfolg, niedriger ein Misserfolg.) Schafft er die Probe, bekommt er den halben abgerundeten Stoned-Faktor als Bonus auf die folgende Probe, misslingt die Probe, bekommt er stattdessen einen Malus, der ebenso groß ist (in diesem Fall bekäme man also einen +2 Bonus auf die nächste Probe, weil der Stoned-Faktor 4 betrug).
Wenn man Stoned ist, lassen sich also durchaus schwierige Sache genial lösen, oder man vergeigt schon mal eher leichtes, weil man eben so breit ist, das man zu verpeilt ist.
Hier eine Erläuterung des Stoned-Faktors: · 1 - leichte Nachdröhnung ohne irgendwelche Auswirkungen · 2-3 - leicht bekifft · 4-5 - stark bekifft · 6-7 - total krass drauf · 8-9 - die Überdröhnung · 10 - Blow your Mind on Heaven!
Abenteuerpunkte: Das Abenteuerpunkte-System in Weeded ist sehr simpel gestaltet. Hier eine Liste wofür es jeweils einen Abenteuerpunkt gibt:
· Teilnahme an einem Abenteuer-Spieltag · Ende eines Abenteuers · bestandene gefährliche Situation (Schwächen) · besonders gelungene Aktion (Spielleiterentscheid)
Steigern: Gesteigert werden dürfen Attribute und Talente nach oder zwischen den Abenteuern. Hintergründe (bis auf diffuse Hobby´s, die als Talente zählen) können nicht gesteigert werden, können aber vom Spielleiter zusätzlich direkt vergeben werden. Der Maximalwert eines jeden Talent- und Attributwertes beträgt 5.
· Ein Attributswert zu steigern kostet 5 mal den aktuellen Wert. · Ein Talentwert zu steigern kostet 1 mal den aktuellen Wert.
Währung sind natürlich die Abenteuerpunkte. ^^
'Tod' und Schwächen: Da Weeded größtenteils kein gewalttätiges Spiel ist oder sein sollte und für die Kiffer auch keine echte Lebensgefahr besteht, werden Schadenspunkte und der 'Tod' eines Charakters etwas anders gehandhabt.
Je nach körperlichen Schaden, dem man z.B. als Kiffer-Keile erhalten hat, legt der Spielleiter einen Wert fest, der fortan über einen bestimmten Zeitraum als Mali auf alle Proben gilt (also abgezogen wird und somit die Proben schwerer macht). Dieser Wert sollte so zwischen 1 und 3 liegen.
Ein Charakter kann normalerweise nicht sterben, da keine echte Lebensgefahr existiert. Ein Charakter gilt daher als 'tot', wenn er zu oft unter seinen Schwächen gelitten hat und beschließt 'normal' zu werden. Ein Standard-Kiffer z.B. könnte beschließen sein Leben ernster zu nehmen, nachdem sein Vermieter ihm nach ausstehender Miete mehrfach darauf hingewiesen hat, er würde ihn rausschmeißen, so dass er obdachlos wäre. Ein Schüler-Kiffer wird von seinen Eltern auf ein Internat geschickt, nachdem sich herausgestellt hat, dass er mit Kiffer-Freunden abhängt, ein Chemie-Student wird eingebunkert, nachdem er sich mehrfach bei der Polizei aufgrund Drogenhandels auffällig gemacht hat, der Kiffer mit Freundin beschließt 'normal' zu werden, da er schon mehrfach seine Freundin verärgert und diese ihm verlassen hat, oder ein Kiffer verlässt einfach die Stadt, weil er einfach zu oft von Halbstarken Kiffer-Keile bezogen hat.
Jeder Charakter hat seine Schwächen; alle haben Kiffer-Keile als Schwäche. Jede Schwäche startet auf einen Wert von 0, erreicht sie einen Wert von 5 gilt der Charakter als 'tot' und man darf ihn nicht mehr spielen. Daher sollte ein Kiffer immer versuchen sich aus brenzlichen Situationen, in die er, verpeilt, wie er nunmal ist, sowieso früher oder später gerät, möglichst geschickt herauszureden, wegzulaufen, oder genial improvisierend das Ganze noch zu kippen. Wird das halbwegs vernünftig ausgespielt, kann der Meister eine Probe verlangen, die bestimmt, ob man einen Punkt auf seine Schwäche bekommt oder nicht. Schafft man die Probe bekommt man natürlich keinen Punkt dazu.
Bei besonders gelungenen Aktionen kann es der Spielleiter (evtl. nach einer Probe) auch zulassen, dass wieder ein Punkt von der entsprechenden Schwäche abgezogen wird. Dies sollte allerdings schon eine wirklich gelungene Aktion sein. So könnte ein Standard-Kiffer endlich einen Teil seiner Miete bezahlen oder seinen Chef beeindrucken, der Kiffer mit Freundin könnte ihr ein stilvolles Geschenk machen, oder man könnte es den Halbstarken, die Kiffer-Keile verteilen, mal so richtig heimzahlen, indem man ihre Schnürsenkel verknotet, so das sie im Fastfood-Restaurant mit dem Gesicht im Wackelpudding landen - dann sollte…
Szenariovorschläge
Dies soll weniger eine Vorstellung bereits ausgearbeiteter Abenteuer, als eine Aufführung von gebräuchlichen Szenariotypen, die man als Spielleiter von Weeded verwenden kann, um seine eigenen Abenteuer zu gestalten.
Das 'Was-ist-passiert?' Szenario Wer den Film 'Ey Mann, wo ist mein Auto?' gesehen hat weiß, was gemeint ist. Die Kiffer-Freunde erwachen nach einer durchzechten und durchkifften Nacht völlig verpeilt in ihrer Wohnung oder anderswo. Doch etwas stimmt nicht. Sei es, dass ihr Auto verschwunden ist, sei es, dass sie in Mädchen-Schuluniformen und an bestimmten Stellen tätowiert aufwachen, oder dass sie auf einmal ein Päckchen mit 1kg Koks ihr eigen nennen. Irgendwie gilt es jetzt herauszufinden, was passiert ist und es schleunigst zu bereinigen, denn irgendwann letzte Nacht hat man wohl auch einige andere Personen verärgert. Und die sinnen auf Rache oder Kiffer-Keile.
Das Hintergrund-Szenario Während man in jeden Abenteuer den Hintergrund und die Schwächen der Charaktere anspielen kann, geht es in diesem ganz und völlig darum. Der Schüler-Kiffer droht ins Internat geworfen zu werden, also machen seine Kiffer-Freunde sich auf, ihm zu helfen und ihn besonders gut bei der Schulaufführung aussehen zu lassen. Dass das nicht ganz so einfach klappt und diverse Fettnäpfchen warten, dürfte klar sein…
Das Reise-Szenario Die Kiffer-Freunde reisen gemeinsam los, um sich z.B. das 'Wacken'-Festival reinzuziehen, doch anstatt ihr eigenes Auto zu nehmen, verwechseln sie dieses mit dem eines ost-tschechenischen Terroristen-Pärchens. Eine lustige Verfolgungsjagd beginnt und auch die Kiffer-Keile verteilenden Halbstarken sind wieder mit von der Partie, denn ihr eigenes Auto hat einer der Kiffer die Nacht zuvor im Vollrausch in deren Swimming-Pool versengt.
NSC-Vorschläge
Die Halbstarken Eine ständige Landplage! Überall können einen diese Wahnsinnigen auflauern und sie machen sich einen Spaß daraus und überspielen ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe damit, auf anderen herumzuhacken. Darum ist eines ihrer Hobby´s Kiffer-Keile. Meistens kann man der Kiffer-Keile nur entkommen, indem man ihnen verspricht etwas für sie zu besorgen oder zu machen, was allerdings oft von den Kiffern für das Abenteuer selbst gebraucht wird. Doch obwohl sie im Vergleich zu den Kiffern recht stark sind, kann man sie desöfteren überlisten, weil außer Stroh nicht viel in ihren Köpfen zu finden ist. Alle Halbstarken hören auf ihren Anführer, der nicht minder dämlich, aber noch stärker ist. Der wiederum hört meistens nur auf seine Möchtegern-Freundin und seinen Vater, der ihn für einen Versager hält (Ödipus-Komplex ^^).
Die Sci-Fi Spinner Diese Verrücken gibt es in jeder größeren Stadt. Allen ist gemein, dass sie über enormes technisches Wissen und oft überraschend krasse technische Geräte verfügen können. Doch ihre große Leidenschaft ist Star-Trek und sie kennen alle Folgen auswendig (und streiten sich ständig darüber, wieviele es denn nun sind). Die Sci-Fi Spinner sind noch schwächer, als der gemeine Kiffer und wirklich jeder hackt auf ihnen herum oder macht sich über sie lustig. Sie sind die totalen Außenseiter: schüchtern, schwächlich, überaus 'merkwürdig' und verdammt trottelig. Doch wann immer es um Aliens oder Star-Trek geht, sind sie zur Stelle um in dämlichen Plastik-Popp Anzügen und angeführt durch ihr Komunenoberhaupt ZOLTAN die Kiffer für ihre Sache einzuspannen. Ihr Anführer wohnt übrigens noch Zuhause und ist ein Muttersöhnchen.
Die geile Schnitte Jede Stadt hat mindestens eine davon und jeder ist geil auf sie. Das gilt auch für die Kiffer. Diese machen sich nicht gerade Freunde, wenn sie sie anbaggern, denn oftmals ist sie auch die Möchtegern-Freundin des Halbstarken-Anführers.
Der Hippie-Dealer Ein nicht unwichtiger Kontakt der Kiffer. Denn hier gibt es neuen Stoff. Und gratis dazu spirituelle und geistige Beratung (lol), denn der Hippie-Dealer ist ein Joga-, Karma- und Feng-Chui-Freak. Ein Irrer, aber manchmal hilft auch sowas. Meistens hat er ein Haustier, das ebenso scharf auf Gras ist, wie er selbst.
Todt, der Penner Eine skurile Gestalt und ein Joker für alle Fälle. Todt lebt im Keller der Kiffer-WG und niemand weiß genau warum. Jeder denkt er sei ein Kumpel des anderen, aber im Grunde genommen spielt das auch keine Rolle, denn Todt kommt sowieso nur einmal am Tag nach oben, um sich Verpflegung zu holen und die Topfpflanze der Kiffer zu bewässern. Mehr als ein „Hey Jungs!“ sagt er dabei selten. Doch wenn ihre Kiffer einmal nicht weiter wissen, dann kann auf einmal Todt auftauchen und Deus-Ex-Machina-mäßig den Tag retten, denn wer sagt denn, dass Todt nicht ein Experte für Kernphysik ist?
Sonstige Ansonsten sind als NSC´s alle erdenklichen Arten von Menschen zu gebrauchen. Aber auch Aliens dürften drin sein, denn wer würde schon einen Kiffer Geschichten über Aliens glauben und wer weiß, vielleicht war man ja wirklich einfach zu breit und hat sich das ganze nur eingebildet, genauso wie diese kleine, rosa Christina Aguilueras überall… ah… arghh!! Als NSC´s sind außerdem besonders skurile und übertrieben dargestellte Personen geeignet. Der schmierig-eklige Wirt, der knallharte Bulle mit polierten Stiefeln und Revolver, die tuntige Schwuchtel, der fiese Direktor, der unglaublich unauffällige FBI-Agent, der Politiker-Strahlemann oder die schwerhörige und kaum die eigene Sprache verstehende Fastfood-Restaurant Bedienung.
copyright Stefan Lösche 2005

