Sean McGeorge erzählt...
by Loneworld (2004)
Nach den politischen Entscheidungen, die auf jeder Septenversammlung getroffen werden, kam die Zeit der Lieder und Geschichten und Sean McGeorge wurde durch das Blut seines Stammes dazu berufen eine Geschichte seiner Vorfahren zu erzählen. Also erhob er sich von seinem Platz und ging in die Mitte zum großen Lagerfeuer um die volle Aufmerksamkeit seiner Septenmitglieder zu erhalten. Nachdem alle ihn wahrgenommen hatten und ihn erwartungsvoll anblickten, wobei sie untereinander tuschelten, und der ein oder andere dachte: “Ein Ahroun, der was erzählen will, das kann ja heiter werden“, begann Sean McGeorge seine Erzählung:
„Ich möchte mich mit dieser Geschichte bei euch bedanken. Bedanken für eure freundliche Aufnahme in eure Septe. Nachdem mein Rudel gefallen war irrte ich ziellos zwischen vielen Septen hin und her, doch hier habe ich erneut eine Aufgabe gefunden.
Die Geschichte die ich erzählen werde handelt von einem meiner Stammesbrüder der schon vor langer Zeit in den Schlaf der Helden gesunken ist. Zu seinen Lebzeiten war er ein großer Held der Fianna, auch wenn nun seine Taten langsam in Vergessenheit geraten, denn wir leben im Zeitalter der Apokalypse und jede unserer Taten stellt viele frühere in die Schatten. Doch nun genug der Vorrede, meine Geschichte beginnt an einem nebligen Tag im Norden der Schottischen Highlands. Donald McGeorge nahm gerade sein Mittagsmahl in einem hastig errichteten Zelt ein, als der Theurge des Rudels, Brother-of-Trolls, ins Zelt stürzte und aufgeregt die Worte hervorstieß: „ER KOMMT!!“ Donald verlor keine Zeit und ließ das Essen sofort stehen. Er hatte mit Brother-of-Trolls hier im Tellurian auf die Ankunft des „Engländers“ gewartet. Der „Engländer“ war vor kurzem durch das schottische Dorf Kinnoch gezogen. Das Dorf war von ihm niedergebrannt und jeder Einwohner gehängt worden. Das war an sich normal, denn Schottland und England befanden sich im Krieg miteinander und England machte keine Gefangenen mehr, doch diesmal hatten sie die Leichen der Dorffrauen Spiralförmig auf dem Dorfplatz ausgelegt und sämtliche Augen ausgestochen. Zusätzlich hatte eine kurze Überprüfung von Brother-of-Trolls ergeben, das der Gestank des Wyrm über eine bloße englische Armee hinausging. Nachdem also „Fionn’s Call“ alle Toten den heiligen Flammen übergeben hatte und das Dorf vom Einfluß des Wyrms befreit worden war begab sich das Rudel auf die Jagd nach der Armee des Wyrms die in Gestalt der Engländer durch die Schottischen Lande spazierte. „Fionn’s Call“ hatte schon bald die Fährte der Armee gefunden, es war nicht schwer der Spur aus verbrannter Erde und abgenagten Knochen zu folgen, und schlich sich an den Feind heran. Brother-of-Trolls war mit Looks-past-Trees im Umbra unterwegs um sich dort ein Bild der Lage zu machen, und Donald schlich sich gemeinsam mit Ker i’dan und Neil McGregor im Tellurian an den Feind heran. Schon bald erblickten sie die missgeformten Gestalten von Fomori, doch bevor sie das Lager näher untersuchen konnten riefen Brother-of-Trolls und Looks-past-Trees mit der Kraft einer Gabe um Hilfe. Unverzüglich wechselte der Rest des Rudels ins Umbra. Dort erblickte Daniel seine Rudelmitglieder umringt von einer Hundertschaft an Scraglings. Und hundert weitere Plagen geisterten dort, wo die Armee sein sollte. Sofort stürzte sich das Rudel in die Schlacht. Dies war kein Zeitpunkt für lange Diskussionen. Das Rudel arbeitete sich aufeinander zu und bildete dann einen Kreis Mit einem Ruf des Sieges riefen sie alle die Gabe an, die sie durch einen Geist ihrer Vorfahren gelernt hatten. Sofort fing das Schlachtfeld feuer, als das Rudel nun in brennender Raserei durch die Horde an Plagen schritt und eine nach der anderen niedermähte. Nach einer endlos scheinenden Zeit des spritzenden Blutes verstarb auch die letzte Plage und vom einstmals stolzen englischen Heer war nichts mehr übrig. Nach erledigter Arbeit wurden wechselte das Rudel wieder ins Tellurian, wo sie alle Leichen verbrannten, doch der Anführer war nicht zu finden. Der zornige Aufschrei war noch über Meilen zu hören.
Das Rudel erholte sich auf der Jagd nach ihrem Opfer von ihren erlittenen Wunden, Doch auch der „Engländer“ war nicht müßig gewesen und hatte erneut eine Armee gesammelt. Wieder ging das Rudel „Fionn’s Call“ gegen sie vor, und wieder entkam der „Engländer“. Die Jagd dauerte drei weitere Jahre bis zu der schicksalsträchtigen Meldung, das Er im Anmarsch war. Der Kampf ist nicht überliefert, doch waren am Ende der Schlacht viele Tote zu finden. Das Wort besagt, das die Jagd ihr Ende erst in den Tagen der Apokalypse findet und bis dahin der „Engländer“ mit seinen zwanzig getreuen von dem Rudel ‚Fionn’s Call“ gejagt wird. Sie sollen immer wieder hier auftauchen, und wer weiß….vielleicht werden sie auch bald an unserer Septe vorbeiziehen, denn die letzten Tage sind nahe…“
Mit diesen Worten begab sich Sean McGeorge wieder auf seinen Platz und hörte sich dem Met zusprechend die anderen Geschichten an.

