Dieser Text entstammt der Website http://www.huc-tremere.de und wurde von P.Croon und R.Lewin geschrieben. Er bildete einen Teil des Clanskonzeptes Tremere der Deutschland umspannenden Vampire Live „Chronik Eins“. Alle Eigennamen stehen unter Copyright von White Wolf.

Blut Certámen

Die alte Kunst des Certámen ist eine rituelle Praxis des sterblichen Magiordens, aus dem die Tremere stammen. Obwohl die Tremere keine wahre Magie mehr ausüben können, haben sie einen Weg gefunden mittels Thaumaturgie Certámen weiterhin auszuüben. Dieses Blut Certámen unterscheidet sich zwar in den magischen Prinzipien von dem traditionellen Certámen der Magi, ist aber in Ausübung und Auswirkung identisch und wird nachfolgend auch einfach als Certámen bezeichnet.

Ein Certámen ist ein magisches Duell zwischen zwei Magiern, das unter festgelegten Bestimmungen abläuft. Die Praxis (das Ritual) des Certámen ist schwer zu erlernen und nur unter den älteren (und einflussreichen) Tremere verbreitet. Der Zweck des Duells ist es Streitigkeiten und Konflikte um Führungsposten, Entscheidungen oder Beleidigungen auszutragen, ohne Untergebene, Gefolgsleute und andere Ressourcen dafür zu verbrauchen, so dass dem Clan kein zu großer Schaden entsteht.

Für den Ausgang des Duells sind Willenskraft, die okkulten Kenntnisse und der kreative Einsatz dererlei von ausschlaggebender Bedeutung.

Für die extrem traditionsbewussten Ahnen des Clans ist ein Certámen ein göttlicher Richtspruch und alle werden das Ergebnis eines Certámen akzeptieren. Meisterliche Beherrschung des Certámen kann so zu großer Macht und Einfluss im Clan verhelfen. Jeder der über Kenntnis des Certámen verfügt (und das sind keine Adepten), kann bei jeder Gelegenheit andere Tremere zu einem Certámen herausfordern, um sie zu zwingen, sich seiner Meinung anzuschließen. Nur ein deutlich unterlegener Herausgeforderter darf ohne Statusverlust so eine Herausforderung ablehnen. Damit wird aber die Überlegenheit des Herausforderers anerkannt und dessen Meinung als die richtige akzeptiert. Gleich- oder Höhergestellte können ein Certámen nicht ohne den Verlust von Status oder ihrer Position vermeiden.

Ablauf des Certámen

Zuerst wird eine formelle Erklärung der beiden teilnehmenden Duellanten abgegeben in der sie festlegen, über welche Sache das Certámen eine Entscheidung herbeiführen soll und welche Regeln für die Dauer des Kampfes gelten sollen.

Anschließend wird ein Kreis von 10 Schritt Durchmesser mit Blut gezeichnet, der den Austragungsort festlegt. In diesem großen Kreis werden zwei kleine Kreise von je 2 Schritt Durchmesser gezeichnet, in denen sich die beiden Kontrahenten gegenüber stehen. Die inneren Kreise tangieren dabei den äußeren Kreis.

Sobald die Duellanten ihren jeweiligen Kreis betreten, erklärt der Herausforderer noch einmal was genau er durch das Certámen zu gewinnen hofft. Der Geforderte darf daraufhin seine drei Bedingungen wiederholen oder Restriktionen festlegen, in welcher Form der Kampf geführt werden soll (Zeit und Ort des Duells, Zeit für Vorbereitungen, nur Elementarmagie, kein Feuer, kein Einsatz von Artefakten oder Waffen etc.). Dann rezitieren beide Kontrahenten das Ritual des Certámen und der Kampf beginnt. Links hinter den Duellanten stehen ihre Sekundanten, die bei Bedarf Ritualzutaten reichen können und einen Duellanten der in Raserei verfällt ruhig stellen müssen. Das Certámen wird von einem (eventuell) neutralen Richter überwacht, der auch das Certámen abbrechen und einen Gewinner bestimmen kann. Es kann auch vorkommen, dass er das Certámen für Unentschieden erklärt. Das Certámen wird ansonsten solange weitergeführt, bis einer der Teilnehmer vernichtet wird, aufgibt oder seinen Kreis verlässt.

Die Magie des Certámen bewirkt, dass die heraufbeschworenen magischen Kräfte eindrucksvolle Effekte annehmen. Wird Feuermagie genutzt, um den Gegner zu verletzen, manifestiert sich diese in Form von mächtigen Waffen oder wilden Tieren, die sich auf den Gegner stürzen. Beschworene Geister erscheinen in der Gestalt von angreifenden Soldaten. Defensive Magie (z.B. eine Wasserwand zur Abwehr des Feuers oder Schutzrunen gegen Geister) nimmt die Form von Schilden oder Rüstungen an.

Betrug

Es ist schwierig während eines Certámen zu betrügen, aber schon vorgekommen. Ein leichter Fall von Betrug wäre z.B. wenn Gegenstände oder Artefakte eingesetzt werden, die vorher nicht genehmigt wurden oder die durch die Bedingungen des Herausgeforderten verboten waren. Zur Strafe kann das Certámen vorzeitig und zu Ungunsten des Betrügers beendet werden oder er muss sich einer Strafe des Richters beugen (z.B. zusätzliche Einschränkungen im weiteren Certámen). Eine Manipulation des Certámen-Ritual selbst oder des Austragungsortes (im Vorfeld) kann bei Entdeckung erhebliche Strafen nach sich ziehen. Das Duell gilt für den Betrüger auf jeden Fall als verloren und eventuell kann er sogar zum Ausgestoßenen erklärt werden.

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