Camarilla
So wuchs denn die Stadt an Häuptern und an Stärke, Kam zu Wohlstand unter meiner Herrschaft. Ich wählte die besten aus ihrem Blute, mir zu dienen, Und die besten unter jenen mir in die Nacht zu folgen. Die Erciyes – Fragmente IV. (Enoch)
Als die Kainskinder sich im dunklen Mittelalter den Menschen offenbarten, machten sie einen großen Fehler. Die Menschen reagierten wie auf alles, was sie nicht verstehen können: mit Angst. Diese Angst machte sich die Kirche zu nutze und rief, in Gottes Namen, zum Kampf gegen die Höllenkreaturen auf. Die Inquisition war geboren und Hexenjäger wurden nun zu Scharen ausgeschickt, um die Kainskinder auf dem Scheiterhaufen brennen zu lassen. Ahnen benutzten ihre Kinder als Kanonenfutter und die Kinder lehnten sich gegen ihre Erzeuger auf (Anarchenrevolte). Um zu überleben, wurde, unter Leitung der Ventrue, im 15. Jahrhundert eine Versammlung der Kainskinder einberufen. Eine neue Organisation (Camarilla) wurde ins Leben gerufen mit dem Ziel, das Kainsmal den Sethkindern (Menschen) zu verheimlichen. Nie mehr sollte sich der Vampir den Sterblichen offenbaren, denn nur so war die Jagd gesichert und die Existenz der Vampire ebenfalls. Doch nur 7 der 13 Clans schlossen sich der Camarilla an: Brujah, Gangrel, Malkavianer, Nosferatu, Toreador, Tremere und natürlich Ventrue. Realistisch betrachtet, besteht die Sekte aus mittlerweile 6 Clans - die Gangrel haben die Camarilla mittlerweile verlassen -, aber jedes Kainskind wird als Mitglied anerkannt, wenn es will und sich an die Regeln hält (die Camarilla glaubt, daß eigentlich alle Vampire in ihre Zuständigkeit fielen- ob sie wollen oder nicht). Die Camarilla hält auch heute noch an ihren Zielen fest: die Aufrechterhaltung der Maskerade und der Traditionen Kains (Kainskodex) und somit Wahrung des Einklangs zwischen Kains- und Sethskinder, aber natürlich auch der immerwärende Kampf mit dem Sabbat,, den sie als direkten Gegner sieht. Obwohl diese Sekte die größte Untotensekte des Planeten ist, beginnt und endet ihr Einfluß auch schon bei den oben erwähnten Zielen. Prinzen dulden keine Einmischungen in die Angelegenheiten ihrer Städte und die alten Methusalems lachen nur über die Kühnheit der Jünglinge, die glauben, im großen Dschihad mitspielen zu können.
In den heutigen Nächten ist die Camarilla keine unbesiegbare Festung mehr, sie mußte schon viel von ihrer Macht „abtreten“. Sie wird praktisch von innen zerrissen: Die ängstlichen Ahnen klammern sich an ihre Machtpositionen und weigern sich, ihre Ämter an jüngere Vampire abzutreten. Dadurch fühlen sich die jüngeren Vampire von der Organisation außen vor gelassen, die von ihnen Disziplin und eisernen Gehorsam verlangt, aber ihnen für ihre Bemühungen nur geringen bis keinen Lohn in Aussicht stellt- wohl aber Strafe, wenn sie scheitern. Durch dieses System ist eine große Kluft entstanden: auf der einen Seite die konservativen Ahnen und auf der anderen Seite die rebellischen Anarchos- und in der Mitte sind die Ancillae gefangen, welche an Macht verlieren würden, wenn sie sich mit den jüngeren Kindern einlassen würden, aber zu jung sind, um bei den Erwachsen (Ahnen) mitzuspielen- ein Teufelskreis. Jedoch haben die jüngeren Kainskinder einen entscheidenen Vorteil gegenüber den verstaubten Ahnen: die moderne Technologie, die für viele ältere Vampire ein Fremdwort ist. Kaum ein Ahn traut sich außerhalb der Korridore seiner Macht, da ein paar Ancilla mit der neusten Technologie und mit dem Geschmack der Diablerie auf der Zunge (um sich in den Machtstrukturen „hoch zubeißen“), seine Lebenserwarten schnell verkürzen könnten. Aus diesem Grund töten viele paranoide Ahnen die Besten und Klügesten der Jüngeren in einem Präventivschlag und das Ergebnis ist eine Organisation, die sich selbst zerfleischt, ohne es richtig zu merken.
Die Struktur der Camarilla (der Sekte, nicht die Struktur einer Camarillastadt): Die Camarilla wird hauptsächlich von den Gründerclans regiert, anderen Blutlinien wird kaum Beachtung geschenkt. Die Organe der Sekte gleichen fast denen der „Vereinten Nationen“, aber durch ihre straffen Organisation hat sie einen großen Vorteil gegenüber den wilden Rudeln des Sabbats.

