Dieser Text entstammt der Website http://www.huc-tremere.de und wurde von P.Croon und R.Lewin geschrieben. Er bildete einen Teil des Clanskonzeptes Tremere der Deutschland umspannenden Vampire Live „Chronik Eins“. Alle Eigennamen stehen unter Copyright von White Wolf.
Der Blutbund an den Clan
Hierbei handelt es sich um ein sehr drastisches Mittel der Kontrolle oder Bestrafung, welches in manchen Fällen von elitären Tremere als quasi vom Clan gegebener Segen interpretiert wird. Jene gehen davon aus, daß der Blutsbund an den Clan, im übrigen der einzig clansintern geduldete Blutbund, gleichbedeutend mit einem „tiefer und inniger in die Arme des Clans fassen“ ist.
Dieser Blutbund unterscheidet sich grundsätzlich in Art und Wirkungsweise vom üblichen Blutbund, da jener:
1. nicht von einem Kainskind zum anderen geschmiedet wird 2. sich zu den sieben Ratsherren des Inneren Rates des Hauses Tremere emporrankt 3. massiv von hermetischer Blutmagie durchdrungen ist 4. nicht Liebe per se erzeugt
Jeder Tremere hat bereits einmal das magisch angereicherte Blut des Inneren Rates der Sieben zu sich genommen. Dies geschah im Moment seiner/ihrer Erschaffung, während der Erschaffungszeremonie, die durchaus eine höhere Festivität im Rahmen eines Gildenhauses darstellt.
Kein Tremere würde im Rahmen einer Revolution oder anderen sterblichen Wirrungen „auf die Schnelle“ in einer dunklen Ecke oder einem Keller ein Kind zeugen. Das Recht Kinder zu zeugen, ist mehr noch: es stellt das Privileg dar, seinen Lehrling zu erwählen und seinen Consillarius zu unterrichten und die Erwählung zur Weitergabe des Erbe des Hauses.
Bei „normalen“ Blutbünden ist es Fakt oder auch nur Mythos, daß der Gebundene spürt, wenn seinem Herren ein Leid widerfährt und umgekehrt. Dies ist hier nicht so. Ein an den Clan gebundenes Mitglied des Hauses würde wohl wahnsinnig werden, wenn es jedes einzelne Leid eines jeden einzelnen Tremere auf dieser Welt spüren würde.
Ein „normaler“ Blutbund erzeugt eine gewisse Form pervertierter Liebe, von der sich der gebundene zumeist bewußt ist, daß diese erzwungen wurde. Dennoch kann er/sie sich nicht des blinden Vertrauens und der bedingungslosen Loyalität erwehren. Des weiteren ist es möglich, einen an sich Blutgebundenen Kainiten ohne Augenkontakt unter den Einfluß der Disziplin Beherrschung zu bringen.
Im Falle des Bundes an das Haus tritt jene pervertierte Form der Liebe nicht in Kraft, wohl aber ein wesentlich verstärkter Drang, dem Hause in allen Fällen zu dienen und dessen Ruhm und Einfluß zu mehren.
Dieser Drang beinhaltet allerdings nicht einen aufkeimenden Größenwahn, daß jegliche Aktionen, egal, wie unsinnig sie sein, die im Auge des Gebundenen Macht bringen würden, auch tatsächlich vollzogen werden.
Viel eher wird der Gebundene jede seiner Aktion tie-fensondierend überdenken und überprüfen, ob sie tatsächlich den Ruhm und die Macht des Hauses mehren und auch dem Willen der Obrigkeit ohne Interpretation entsprechen.
Keinesfalls ist der Blutbund primär auf den Rat der Sieben ausgerichtet und der Gebundene wird keinerlei Bedrohung oder gar Verletzung geschweige denn Vernichtung eines Ratsherren verspüren. Genau so wenig wird dies in umgekehrter Reihenfolge geschehen. Dieser Fakt rührt von der magischen Anreiche-rung des präparierten gemischten Blutes der Sieben her, die unter anderem solcherlei Emotionen, die sich nur störend auswirken würden, unterbinden soll.
Für einen an den Clan gebundenen Tremere steht Kooperation und Gehorsam der Obrigkeit gegenüber an aller erster Stelle, niemals würde er/sie auf die Idee kommen, einen eigensinnigen Alleingang ohne Absegnung anderer Clansbrüder zu unternehmen. Ebenfalls ist für einen gebundenen Tremere die Obrigkeit immer im Recht, denn deren Entscheidungen sind die Worte Tremeres und können demzufolge nicht angezweifelt werden.
Das Allgemeinwohl des Hauses steht über jeglichen privaten Belangen, Gelüsten und Ideen.

