Dieser Text entstammt der Website http://www.huc-tremere.de und wurde von P.Croon und R.Lewin geschrieben. Er bildete einen Teil des Clanskonzeptes Tremere der Deutschland umspannenden Vampire Live „Chronik Eins“. Alle Eigennamen stehen unter Copyright von White Wolf.

Die Geschichte des Clans Tremere

Phoenix ex Favilla

Der heutige Clan Tremere entstammt in alter Tradition einer langen Linie von echten sterblichen Magiern, dem sogenannten Hermetischen Orden. Nur eines von vielen Häusern, war es bereits damals eines der mächtigsten des Ordens und wohl auch kleinsten. Im Gegensatz zu den anderen Häusern des Ordens realisierte Haus Tremere, dass etwas sich änderte in der damaligen Welt. Um 950 n.Chr. herum erschien es als unabwendbar, dass die Magie sterben würde. Und mit ihr wohl auch diejenigen, welche die Magie wirkten. So also begann das Haus Tremere, geführt durch ihren Großmeister, mit Namen Tremere, nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit zu suchen. Um 1000 n.Chr fanden sie das Geheimnis der Unsterblichkeit, das Geheimnis sich selbst in Untote zu verwandeln.

  • Was man heute weiss:

Die kaltblütigen Verbrechen des Clans sind heute in Vergessenheit geraten. Man ahnt nur noch an dem skeptischen Verhalten der Gangrel und an dem tiefen Hass der Tzimisce, dass ältere Sünden verborgen liegen. Auch ist es nur noch Stoff von Mutmaßungen, dass sie einst vor 1000 Jahren noch Sterbliche waren Dennoch, auch heute, ist der Weg eines Tremerespielers der Weg der Einsamkeit, wo nur und ausschließlich dem eigenen Clan zu trauen ist. Freundschaft ist eine Lüge!

Die Magier beobachteten die hohe Rasse Kains und fanden alsbald heraus, welche komplexe Kultur sich hinter der Maske der Untoten verbarg. Kainskinder der Clans Gangrel und Tzimisce wurden gefangen und in langen Nächten, vollzogen durch schwarze Magie, obduziert und analysiert. Die Tzimisce, bislang unangezweifelte Herren der vampirischen Magie, spürten dieses und erhoben sich gegen die baldigen Neuankömmlinge. Ein langer Krieg sollte beginnen. Dieses konnte jedoch nur geschehen, weil Ceoris, Heiligste Festung der Tremere, sich tief in den karpathischen Bergen verbarg, just im Heimatland der Tzimisce. Dennoch konnten auch diese beiden Clans nicht aufhalten, was unaufhaltsam war. In einer sturmumtosten Nacht, schaffte es Goratrix, einer der direkten Assistenten von Tremere, den Trank zu entwickeln, der den gesamtem Clan in die heutige Daseinsform bringen sollte. Etrius, rechte Hand von Tremere, wies diese Möglichkeit zuerst von sich, doch gab letztendlich nach. Tremere und seine Gefolgsleute wurden zu Kainskindern und gaben den Fluch der Unsterblichkeit an das gesamte Haus weiter. Unter den ersten, die umgewandelt wurden, waren: Tremere, Goratrix, Etrius, Meerlinda, Calderon

Der erste Krieg

Die Neuankömmlinge in der Vampirgesellschaft wurden mit starken Vorurteilen und kalter Skepsis betrachtet, denn man warf ihnen vor, nicht der wahren Abstammung von Kains Blut zu entsprechen. Die Tremere untereinander wunderten sich jedoch, dass eine Abstammung von einem verrückten und mörderischen Bauern etwas ist, auf was man stolz sein kann.

Dennoch eskalierte die Situation und die Tremere wurden auf allen Fronten aufgrund ihrer Abstammung sowohl physisch als auch sozial attackiert. Tzimisce, Gangrel und Ventrue bildeten die Hauptfront gegen die junge Blutlinie, welche sich dem Problem gegenüber sah, dass sie wohl ungeheuer mächtiges Blut in den Adern hatten, aber nicht wussten, wie damit umzugehen sei. Mehr Forschung musste stattfinden, um die wahre Macht des Blutes Kains zu entschlüsseln. Die alten magischen Theorien wurden auf das Blut angewandt und die Thaumaturgie, die Ars Magna et Ultima wurde geboren. Damit war der Blutlinie eine geeignete Waffe gegen die Angreifer gegeben.

Das Wissen um die neue Kunst verbreitete sich rasend durch das Haus und bald sahen die Angreifer sich ihnen vorher unbekannten brachialen Kräften gegenüber. Die größte Kraft des Hauses Tremere war und wird auf ewig sein, sich immer wieder neuen Situationen anzupassen. Eine der persönlichen Assistentinnen von Goratrix sollte die fürchterlichste Waffe des Hauses entwickeln, die gefürchteten Gargylen. Der Ruhm wird jedoch Goratrix zugerechnet. Kraft dieses war es selbst möglich gegen die Ausgeburten fleischlicher Verformung der Tzimisce vorzugehen. Gegenschlag um Gegenschlag drängte die Angreifer zurück.

Sogar eine Ghulfamilie, die Ducheski, defektierte von ihren alten Tzimisceherren und lief zu den Tremere über.

Der Clan nutzt diese Macht, um sich über ganz Europa zu verbreiten und nahm, ihren alten Erfahrungen als Berater von Fürsten und Herrschern folgend, just dieses Position innerhalb der Kultur der Kainskinder ein, Bald waren die Gildenhäuser uneinehmbar geworden und aus Hass Ihnen gegenüber wurde Angst und Verzweiflung. Wie konnte es geschehen, dass ein so junges Blut 9000 Jahre Erfahrung der anderen so schnell besiegen und unterwandern konnte?

Die Tremere hatten und haben nie Menge der anderen Clans, doch sollten sie dieses auch be-absichtigen, denn ihre Ziele waren andere.

  • Garygylen

Steinerne Diener, geschaffen aus dem Fleisch und Blut von Gangrel, Nosferatu und Tzimisce. De facto sind es Vampire, doch nahm man Ihnen die Fähigkeit eigenen Willen zu entwickeln und Kinder zeugen. Der perfekte Krieger war geboren. So dachte man zuerst…. Nach den Aufständen der Gargylen gibt es heute nur noch wenige ihrer Art. Zwei derer, Acridiel und Raphael, beschützen das Muttergildenhaus Norddeutschlands. Einer, Azrael, ist der Gilde Assindia zugewiesen. Man munkelt, dass noch eine vierte Gargyle existieren soll, Galatea ihr Name, welcher prachtvoller und schöner als jede marmorne Traumgestalt ihr Dasein fristen soll

Ein geraubtes Erbe

Aufgrund des selbstherbeigeführten Zustandes des Vampires wurden die Tremere nie als Clan betrachtet, sondern immer nur als mindere Blutlinie. Um diese letzte Hürde zu nehmen, wurden weitere Forschungen betrieben, was zu tun sei, um Clansrecht zu erhalten.

Bald stellte sich heraus, daß es der Anwesenheit eines echten Clansgründers, einer der mystischen dritten Generation, in den eigenen Reihen bedarf. Da dieses schwer zu bewerkstelligen war, forschte man weiter. Bald offenbarte sich, dass es ebenfalls akzeptiert sei, wenn ein Mitglied einer Blutslinie der dritten Generation angehört.

Das Geheimnis des Amaranth bereits entschlüsselt, lokalisierten die Tremere mittels ihrer Magie mehrere Clansgründer in ihren Ruhestätten. Der augenscheinlich schwächste jener, Saulot der Heiler, wurde erwählt und in einer dunklen Nacht drang der innerste Rat des Hauses Tremere in die Höhle seiner Ruhestätte ein.

Kein Kampf, keine Fallen, nichts dergleichen sollte sie dort erwarten. Tremere selbst öffnete den Sarkophag und trank gierig dessen Herzblut und Seele. Die Legende sagt, dass Saulot bei dieser Szenerie gnädig gelächelt haben soll.

Kurz zuvor begann ein Feldzug der Tremere gegen die Kinder Saulots, die Salubri, der seinesgleichen suchen sollte in der Geschichte der Kinder Kains. Überall wurden die Salubri diskrediert und als Dämonenhafte Seelenfresser dargestellt und trotz aller Skepsis gelang diese Propaganda. Salubri wurde nicht nur von Tremere weit über ganz Europa und im vorderen Orient gejagt und vernichtet. Nun stand dem Aufstieg des Clans nichts mehr im Weg.

  • Was man heute weiß:

Die Tremerepropaganda hatte vollen Erfolg. Niemand weiß heute nahezu noch von der üblen Taktik der Tremere. Selbst den eigenen Adepten wird nicht die Wahrheit gelehrt.

In der Geschichte der Kinder Kains sind die Tremere als Wohltäter eingegangen, welche die Salubridämonen von der Erde tilgte und sogar ihr mächtigster selbst, Tremere, opferte sich, um dem Dämonen Saulot Einhalt zu gebieten und sperrte dessen Seele in seinen eigenen Körper

Die großen Feuer

Die Menschheit grub sich aus den dunklen Zeiten des Mittelalters empor und es begann eine Zeit des Wissens und des Glaubens. Die Tremere entsandten Vertreter in jeden noch so abgelegenen Winkel Europas.

Der Innere Rat erschuf das Amt des Pontifex (Mehrzahl: Pontifices) und gab jedem der diesen ein durchaus großes Territorium zur Verwaltung.

Die Kreuzzüge sollten über den Nahen Osten fegen und die Kirche wandte sich ebenfalls nach Innen, um Ketzer und Ungläubige zu vernichten. Die Inquisition war geboren. Kainskind um Kainskind sollte ihren Feuern zum Opfer fallen und bald wanderte der Ruf nach Gegenmaßnahmen durch alle Elysien Europas.

Zum allerersten Mal musste die Hohe Rasse der Kinder Kains lernen, dass die Herde in der Tat fähig war, sich zu erheben und gegen ihre Dunklen Herren vorzugehen.

  • Die Sünde Goratrix's:

Als 1205 die Inquisition von Papst Innozenz III. einberufen wurde, erschuf die Kirche ihre mächtigste Waffe. Diese Waffe durfte nicht ungenutzt bleiben. Goratrix selbst begann die Kirche zu infiltrieren und zu manipulieren. Doch der Glaube an Gott war zu stark, als dass die Inquisitoren auf das unheilvolle Flüstern eingegangen wäre. Stattdessen war die Aufmerksamkeit der Inquisition auf die Kinder Kains gelenkt, deren Existenz sie vorher nicht kannte. Goratrix hatte unwissentlich unaussprechliches begangen. Etrius und Meerlinda entschieden, dass es genug wäre und Goratrix einmal zu oft über die Strenge geschlagen hatte. Nach einer langen Anhörung und heftigem Streit floh Goratrix aus Ceoris und ward bis 1733 nicht mehr gesehen. Grimgroth aus Mistridge nahm den leeren Sitz im Rat ein.

Die Camarilla

Als ein Kainskind nach dem anderen in den Flammen der Inquisition umkam und angsterfüllte Individuen und Herrscher Emmisionäre in die umliegenden Städte zu senden, um zu wissen, wie es den Blutsverwandten dort erging, begann eine neue Ära der Kooperation. Viele Clans erkannten, dass Kooperation angesichts einer gemeinsamen Bedrohung ein zwingendes Muss ist. Es wurde viel geredet, doch niemand wollte den ersten Schritt wagen. Uralte Fehden und Missgunst sollten diese erste Nächte des Überlebens regieren und niemand traute dem anderen.

Dennoch war sich jeder bewusst, dass nur ein Treffen im Geheimen, weitab vom Prunk der Herrschaft der Finsternis, von Erfolg gekrönt sein kann. Um die Inquisition zu besiegen, musste man den Menschen aufzeigen, dass es keine Kinder Kains mehr gibt. Nur im Verstecken lag das Schicksal.

1394 versammelten sich die Ahnen, die heute als die Gründerväter der Camarilla bekannt sind, auf Einladung von Meerlinda. Clan Tremere war vertreten durch die Dame Fanchon. Auf dieser geheimen Zusammenkunft unterbreitete die Emmisionärin des Clans Tremere die Idee eines Konzeptes einer Allianz als politisches Zweckbündnis und zum gegenseitigen Schutz.

Die ersten Konklaven waren fürchterlich. Ahnen, die es gewohnt waren, sich vor nichts und niemand zu beugen, mussten lernen, ihre monumentalen Egos zu kontrollieren und an einem Strang mit ihrem Todfeind zu ziehen. Nicht alle Clans kamen zu diesen ersten Treffen und so kristallisierten sich 7 Clans, die auch heute noch die Clans der Camarilla bilden. Diese 7 sollten den Worten und Argumenten der Gründern glauben, dass nur in Koexistenz das Überleben liegt. Die erschlagende Wahrheit der durch Europa strömenden und mordenden Assamiten, der Anarchenaufstände, der Inquisition; aller Greuel dieser Zeit kettete diese 7 Clans zusammen.

1450 war es soweit, die legendäre Rede des Toreador Raphael di Corazon, in welcher er immer und immer wieder die Traditionen wiederholte, führte zur Gründung.

Heutzutage sind es die Ventrue, die den Ruhm für die Ehre der Gründung der Camarilla ernten und es sind die Toreador, die stolz von sich behaupten, durch ihre flammenden Reden die nötige Einheit und den Glauben an das Projekt genährt zu haben.

Doch tatsächlich war es die Wertgeschätzte Dame Fanchon, Gründerin der Camarilla für die Tremere, die Hardestadt dem Älteren des Clans Ventrue die Idee einer Union servierte und es war auch die edle Dame Fanchon, die Raphael di Corazon die berühmte Rede in den Mund legte.

Ohne die Hexerei des Clans Tremere wären die Treffen schutzlos gewesen und ohne das vermittelnde beratende Talent des Clans wäre ein Blutsbad nach dem anderen geschehen, wenn aufgebrachte Ahnen ihre Ehre und ihre Herkunft beschmutzt sahen. Auch bewirkten die Tremere eine Verschnellerung des Prozesses, denn offenbar waren sie die einzigen, die die Bedrohung sahen.

Mit der Camarilla am Ende des 15. Jahrhunderts kam die Akzeptanz der Sechs Traditionen, die aus dem zuvor üblichen Kodex Kain rekodifiziert wurden. Der Kodex Kain wurde als sektenfeindlich deklariert. Auch erhielt der Clan Tremere das Recht, seine Gilden als Clanslehen zu betrachten und dort die Traditionen zu forcieren. Ebenso wurde dem Clan das Recht eingeräumt, Verräter selbstständig zu jagen und zu richten ohne den lokalen Herrscher zu konsultieren. Dies alles geschah, nachdem der Kodex Tremere der Camarilla bei Gründung vorgelegt wurde.

Der Plan hinter der Gründung der Camarilla gelang. Den Sterblichen wurde der Begriff des Aberglaubens ausgetrieben und man glaubte nicht mehr an „kindische Dinge wie Vampire“. Clan Tremere tat sein Scherflein dabei, in dem man Universitäten und andere Orte des faktischen Wissens vielerorts eröffnete oder unterstützte.

  • Der wahre Plan:

Auch wenn die Tremere tatsächlich die treibende Kraft hinter der Camarilla waren, waren ihre echte Beweggründe gänzlich andere. Nach dem Pogrom gegen die Salubri und der Vernichtung und Diablerie an Saulot hatte man viele Feinde, die nur danach lechzten, den nur wenige hundert Jahre alten Clan zu vernichten. Durch eine Einheit wie die Camarilla war man kein einzelner Clan mehr, sondern man war ein Teil eines Gesamt, bei dem alle 7 Teile in den Gründungsverträgen gleichberechtigt waren. Dies war die Vollendung eines langen Planes. Manche munkeln, dass die Tremere in Erreichung ihrer Pläne erst die Inquisition generell auf die Kainskinder aufmerksam machte oder sie sogar gründeten.

Zwei Flüche

Als das Zeitalter der Aufklärung die Finsternis des Mittelalters vertrieb, kamen immer mehr Herrscher zum Banner der Camarilla und immer mehr wandelten sich vom düsteren Grafen auf seiner Feste zum im Versteckten lebenden noblen Jäger. Während in den entferntesten Winkeln Europas sich noch die alte Feudalherrschaft hielt, begann die junge Camarilla sich dem Reigen der Intrigen in prachtvollen Höfen der Sterblichen zu widmen und lernte, ihre Feinde durch Einflussnahme und zarte Gespinste voller Lüge zu besiegen. Das Zeitalter des Schwertes schien vorbei zu sein und die Aufklärung brachte den Geist und das Wort.

Doch mit der Einheit kamen die ersten Probleme. Gangrel und Brujah rebellierten gegen die Unterdrückung durch die Camarilla, Malkavianer und Nosferatu irrten wie Ausgestossene durch die Elysien der Städte. Nur die sogenannten Patrizierclans, Ventrue, Toreador und Tremere waren es, die volle Rechte genossen.

Und während Ventrue und Toreador Hof hielten, waren es die Tremere, die sich an ihre einstige Rolle als Ausgestossene erinnerten und den schwachen Clans ihre Hand und ihre Stimme liehen, um sie auch voll in den Genuss der Rechte der Camarilla kommen. Wenige nur nahmen diese Hilfe an, doch diese fanden sich alsbald mit an den Tafeln in Königshöfen sitzend. Erst Jahrtzehnte später wurde einiger dieser rehabilitierten Individuen klar, in welcher Schuld sie sich befanden.

Doch war es bereits zu spät. Die Selbstgefälligkeit der Ahnen und die Würde der Camarilla spornten Gift an, zu entstehen. Dieses Gift waren die jungen Kinder, welche sich erhoben gegen die Alten und müde waren, die Fesseln des Blutbundes und des Alters zu ertragen. Tief in den Karpathen fanden einige Neugeborene unter Zuhilfenahme von Tzimiscehexerei das Geheimnis, wie der Blutsbund zu lösen ist.

Das Lauffeuer der falschen Freiheit breitete sich wie ein Krebsgeschwür über Europa aus und bald erhoben sich an vielen Orten die Jungen und vernichteten ihre Ahnen. Clan Lasombra und Clan Tzmisce nahmen die Gelegenheit war und erhoben sich, um die Jungen, die fortan Anarchen genannt wurden, anzuleiten. Eine Ära der blutigsten Kriege, die die Vampire je sahen, begann.

Und als ob es nicht genug wäre, wandte sich Goratrix ab vom Clan Tremere und verschwand in der Dunkelheit, einmal zu oft der Ablehnung trotz so vieler machtvoller Taten überdrüssig. Erst 1733 sollte man wieder von Ihm hören.

Doch der grösste aller Schrecken erhob sich über die Camarilla und von der Bergen im Nahen Osten kamen die Assamiten, angelock von so viel Blut, welches floss und schwappten über Europa wie ein rasendes Raubtier. Jeder, den sie fanden, fiel. Zu dieser Zeit war es, dass Clan Tremere zum ersten Mal seine wahre Macht offenbarte und wieder einmal die Camarilla schützte. In Nächten, die erfüllt waren von unaussprechlichen Riten und machtvollster Magie, die jedes sensible Kainskind unwissend erwachen liessen, donnerten Worte unglaublicher Macht durch die Sphären und sprachen zwei Flüche:

  • Einer, der die Assamiten für immer verdammte und jedes Blut von Kainskindern für sie giftig, wenn nicht gar tödlich, werden liess.
  • Einer, der die Verräter des eigenen Clans, jene, die Goratix folgten, für immer mit dem Siegel des Verräters auf der Stirn brandmarkten.

Angesichts dieses Macht zerbrach die Anarchenrevolte und diejenigen, die nicht reuhmütig zurückkehrten, flüchteten an der Seite der Lasombra und Tzmisce nach Skandinavien oder in die neuen Kolonien, in die USA. Diese Überreste der Revolte gründeten den Sabbat.

  • Das Siegel des Verräters:

Nur für Tremere der Camarilla sichtbar, erscheint es als glühendes rotes Mal, welches auf der Stirn schwebt und von keiner Kopfbedeckung verdeckt wird. Alle Tremere antitribu, welche an nur einem Ritus des Sabbat teilnehmen, bilden es aus

Die neue Welt

Früh bereits wurden die Tremere von Etrius nach den neuen Kolonien im Westen entsandt und leider hatte dort auch bereits der Sabbat Fuß gefasst. Ein Wettlauf mit der Zeit begann, den die Camarilla durch ihre überlegene Steuerung der Menschheit für sich gewinnen konnte und unter subtiler Anleitung wurden befestigte Städte in der Wildnis errichtet.

In Europa wurde zeitdessen das Muttergildenhaus des gesamten Clans von Ceoris nach Wien verlegt; dunkle Gerüchte begannen die Feste zu umspannen. Die unheilige Magie, welche dort gewirkt wurde, hatte unheiliges angelockt.

Die Abtrennung von der Europäischen Herrschaft kam nicht überraschend für die Tremere, denn diese hatten sich wohlweislich nach den erste Anzeichen darauf eingerichtet. Meerlinda wurde entsandt, um über Nordamerika zu herrschen . Trotz aller Vorbereitungen konnte man den Krieg nicht abwenden und er wurde zum Rhythmus des Tages – aber auch der Nacht.

Der Sabbat nutzte immer wieder die Zeiten der Unabhängigkeitskriege und stiess in die Städte der Camarilla vor. Langsam begann Clan Tremere seine wertvollen Schriften in gut gesicherten Gilden zusammen zu tragen, wohlwissend, dass eine feindliche Armee einer Bibliothek wenig Aufmerksamkeit schenken würde.

Als die Unabhängigkeit der USA gesichert war, drang Clan Tremere weiter in die Wildnis und nach Kanada vor. Der Sabbat war nun zurückgetrieben in das Chaos von Mexico.

Nach dem Krieg kann der Wohlstand. Der „Goldrush“ trieb selbst die Kinder Kains mit sich und die Populationsdichte explodierte. Kinder, die kaum den Status eines Ancilla trugen, eröffneten ihre eigenen Domänen in Bretterbuden-Städten, die nahe den Goldadern errichtet wurden. Die Städte wuchsen, die Industrie wuchs, die Herde wuchs. Und Clan Tremere profitierte von dem Aufschwung und bald geschahen auch Veränderungen im Clan Tremere.

Das Pontifikariat, bislang nur regional bezogene Herrschaftstitulatur, wurde in Nordamerika auch als Würde für die Kontrolle der Wirtschaft eingeführt. John Diamond hat bislang den Titel seit Einführung inne. Durch die Steuerung des nordamerikanischen Marktes wurde Clan Tremere immens wohlhabend und stand auch an einer Schlüsselposition in der Weltwirtschaft.

Die Bürgerkriege sollten alles etwas drosseln, konnten aber den steten Machtgewinn und die Ausbreitung nicht stoppen. Der Krieg, mit all seinen neuen Waffen, zeigte jedoch deutlich auf, dass die Menschen jetzt noch gefährlicher wurden, denn sie hatten keine Forken, Fackeln und Pieken, sondern Maschinengewehre und Kanonen.

Der grosse Krieg

Als die industrielle Revolution voranschritt, sprangen auch viele Tremere auf den neuen Ast der Wissenschaft und Technologie auf. In Europa jedoch war man nicht so euphorisch und zeigte sich eher verhalten. Dennoch, alles ging schneller und einfacher von statten und schien, als ob die Menschen auf dem Rücken einer Dampfmaschine rasend schnell voranschritten.

Clan Tremere, dessen stärkste Eigenschaft immer die Anpassung war, verband die Technologie mit ihren natürlichen Talenten und gewann weiter Einsicht und Erkenntnisse und auch wieder Macht.

Doch mit Wohlstand der Welt kam Neid, mit Neid Missgunst und mit Missgunst letztendlich Krieg. Zwei große Kriege erschütterten die Welt und zerbrachen Städte, Menschen und Familien und wieder einmal erkannten die Tremere als mit einzige der Vampirfamilien, dass die Zerstörungskraft der Menschen unermesslich ist und die Kinder Kains nicht den Hauch einer Chance gegen eine neue sich erhebende Inquisition hätten. „Die Menschen, die diese Waffen haben, müssen gelenkt werden, wenn sie sich nicht selbst vernichten wollen“, entschloss man.

Entgegen aller Aussagen haben die Tremere nie wirklich viel mit den Entwicklungen des Dritten Reiches zu tun gehabt. In den Anfangsjahren soll es eine Gruppe von Tremere gegeben haben, die sowohl auf Seiten des Widerstandes als auch der Nationalsozialisten standen und es als soziales Experiment betrachteten.

Ab 1944 verliert sich jedoch die Spur dieser Gruppe. Heute weiß man nur noch, dass eine Gruppierung im Widerstand namens „Der Schwarm“ existierte. Dieser „Schwarm“ wurde von Amsterdam aus geführt, vom sogenannten „Raben von Amsterdam“. Viele der Mitglieder dieser Gruppe sitzen noch heute unerkannt in Schlüsselpositionen der Camarilla und man munkelt mehr als einmal von einer großen Verschwörung, die die Camarilla in Deutschland seit Jahren lenkt.

Als der zweite grosse Krieg vorbei war, atmete man auf und durchstöberte die Trümmer der vielen verbrannten Gilden in Deutschland und rettete das gesammelte Wissen der Ahnen.

Die Gegenwart

Als die Menschheit voranschritt in das atomare Zeitalter und letztendlich das Informationszeitalter, stand Clan Tremere wieder im Schatten und beobachtete und lenkte. Mit dem Kommen der Computertechnik veränderte sich das Antlitz der jungen Tremere. Früher wurde ein Hexer als jemand definiert, der die Wege der Magie steuern konnte und sie sich untertan machte. Clan Tremere definierte der Hexer neu. Fortan sollte die geeignete Fusion aus Magie und damit Macht und den Mitteln der Technik gefordert.

Die Ahnen, erschrocken angesichts dieses Blasphemie, schrien auf, doch als 1990 die ultimative Fusion zwischen Magie und Technik entwickelt wurde, lauschten selbst jene Alten interessiert auf. Der Durchbruch war geschehen, die Technomancia war geboren.

Wieder einmal passte sich Clan Tremere an und Gargylen, welche einst die Gilden schützten, sahen sich nun Seite an Seite mit sensorgesteuerten Selbstschusssystemen. Die Tremere wussten früher, dass es Unerklärlichem bedarf, um sich selbst zu Göttern zu machen. Nun haben sie begriffen, dass sie die Macht der Technik mit dem Unerklärlichen mischen müssen, um sich erneut zu Göttern zu erheben.

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