Primogene
(Wieder ein Fund aus dem Netz zum Vampire Live, aber auch fürs tisch übertragbar)
Primogen
Was es bedeutet einer der „Führer“ der Kainitischen Gesellschaft zu sein?
Da es im Vampire Larp des öfteren vorkommt, das ein Spieler den Posten des sogenannten Primogens, oder in seiner alten Form Primus Vitae (ältester des Blutes) erlangt, habe n wir hier einen kleinen Ratgeber zusammengestellt um allen Spielern, sowie SLs den Posten, anhand von Beispielen und Auszügen, aus dem White Wolf Supplement: „Counsel of Primogen“ zu erklären und näher zu bringen. Dies soll allen helfen, den Posten mit al l seinen Pflichten, und wenigen Rechten, besser zu verstehen und somit ein adäquateres und WoD konformeres Spiel ermöglichen. Wie es in der Agenda der Chronik 1 vorgesehen und von uns allen gewünscht ist. Zunächst einmal müssen wir mit einigen Missverständnissen und Vorurteilen aufräumen. Wie Eingangs schon erwähnt, bringt der Posten des Primogens eines Clans, wenig Rechte und viele Pflichten mit sich.
- Ältester des Blutes: Wie es sicherlich jedem aufgefallen sein wird, ist im LARP und interessanter Weise auch in den White Wolf Publikationen, nicht immer der Primus Vitae auch wirklich der Älteste seines Blutes. Dies liegt vornehmlich an der OFFPLAY und somit auch INPLAY demokratischen Einstellung der Spielenden und Macher. Jedoch, wo keine wahrhaft Alten sind, müssen eben die herangezogen werden, die den Job am besten machen. Wie es in den nachfolgenden Beispielen gut zu erkennen ist.
- Terminprobleme: Als Primogen bleibt einem meist keine Zeit, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Als „Vertreter“ seines Clans ist man, zumindest in den Augen seiner Clansmitglieder, dazu „verpflichtet“, ihre Interessen vor dem Fürsten und den anderen Primi zu vertreten. Was allein für sich, schon eine Menge Zeit in Anspruch nimmt. Man kann sich natürlich auch weiterhin auf die eigenen Ziele konzentrieren und diese, wie es die meisten Primi auch tatsächlich tun, in den Vordergrund stellen, doch sollte dies nicht zu offensichtlich geschehen. Denn wenn die eigenen Clansmitglieder merken, das ihr Primogen, sich nur ein „schönes Leben“ auf ihre Kosten macht… Nun ja. -Mann muss natürlich auch auf die Clansmitglieder anderer Ältester achten und natürlich seine Mitprimi. (Diese sind auch nicht untätig) Denn ein Primogen ohne die Rückendeckung seines Blutes, verweilt selbstverständlich nicht lange in dieser gehobenen Position. Deshalb ist, normalerweise, auch ein Primogen, welcher nur sich selbst, oder nur ein weiteres Mitglied seines Clans in der Domäne vertritt, ein Unding, bzw. eine Puppe des Fürsten, oder des Rates, denn von ihrer Gnade und dem was sie sich von ihm versprechen hängt meist sein Posten ab.
- Ansehen/Respekt über die Grenzen hinaus: Ein Primogen irgendeines Clans ist, sobald er die Grenzen der Domäne unter deren Prinzen er dient verlassen hat und die einer Anderen betritt, ein Kainskind wie jedes Andere. Sein Titel hat nur Gültigkeit in seiner Heimatdomäne. Er wird in einer fremden Domäne, seinem Status entsprechend behandelt und hat keinerlei offizielle Privilegien zu erwarten. Außer denen die ihm vom Gastgeber einger äumt werden. Man kann ihn solang er bekannt genug ist als,: „würdiger und verdienter Vertreter seines Clans.“, mit Respekt für seine Leistung in der Heimatdomäne bedenken, doch verlangt der Posten des Primus Vitae in einer fremden Domäne, keinerlei Sonderb ehandlung seitens der Gastgeber. Noch hat der Halter des Postens irgendein Recht, dies von den Gastgebern zu verlangen.
- Titel und Würden / Amt und Posten: Zuletzt und vielleicht am Wichtigsten ist, wie vielleicht schon bemerkt wurde, „Primogen des Clans …“ kein offizielles Amt der Camarilla. Sondern lediglich ein Posten innerhalb einer Domäne, von manchem Fürsten benötigt, von manchem geduldet, von manchem gefürchtet wird. Jedoch kein „offizieller Würdentitel“, wie zum Beispiel der des Seneschalls, oder des Blutvogts. Man ist Primogen, um seinen Clan vor dem Fürsten zu vertreten und diesem eventuell mit Rat und Tat zur Seiten zu stehen, mehr nicht. Die Praxis des Ältesten Rates, ist nirgends in den Analen der Camarilla kodifiziert, oder offiziell als Amt anerkannt. Lediglich der Umstand das in den modernen Nächten immer mehr Fürsten sich dieses Hilfsmittels bedienen und es auf eine lange Tradition im geschichtlichen Sinne zurückblicken kann führt dazu, das es geduldet und anerkannt wird. (Dies begründet mit Punkt 3)
Wie also schließt man sich den illusteren, der zumindest ambitionierten, Kreisen des Primogen an? Ein Sheriff oder Seneschall wird ernannt, aber es kann doch nicht so einfach und schnell für einen Rat der Ältesten sein, oder ??? Es kann, aber normalerweise ist es nicht so.
Die präzisen Methoden durch die man Primogen wird variieren von Stadt zu Stadt und von Domäne zu Domäne, und sind im seltensten Fall an verschiedenen Orten gleich. Während sich die Details unterscheiden können, gibt es allerdings ausreichen Ähnlichkeiten in den Methoden, dass man Sie auf eine handvoll Standartvorgehensweisen reduzieren kann. Einige sind leicht, andere Komplex, aber keine ist einfach und ohne Risiko.
Ernennung
Da wir ja nun gerade dabei waren, dass „leicht“ n icht immer auch „einfach“ heißt, nehmen wir diese Methode als erstes Beispiel. In die Position des Primogens ernannt zu werden, ist bei weitem die leichteste Methode einen Platz im Rat zu erlangen.
Jemand mit der Autorität dieses zu tun sagt, : „Du bist Pr imogen.“, und so ist es. Es könnte nicht leichter sein…
Jedoch, eine Stadt zu finden in welcher der Fürst genug Macht über die Primi Vitae hat (oder verzweifelt genug ist) um zu bestimmen wer einen Sitz erhält und wer nicht, ist jedoch alles andere als Einfach. Nebenbei diesen Fürsten davon zu überzeugen, dass du der Richtige für den Job bist, fähig genug diesen Posten zu bewältigen, aber nicht so talentiert oder mächtig um seine Position zu gefährden ist auch nicht grade ein Zuckerschlecken. Es sei denn Du bist wirklich nur ein armer Hanswurst, der in diese Rolle gestolpert ist und nun von seinem Fürsten als willfährige Puppe ausgenutzt wird.
Sich mit den Rachegelüsten und den Eifersüchten derjenigen auseinander setzten zu müssen, die übergangen wurden und die Dich ohne Zweifel als lästige Konkurrenz ansehen, macht es auch nicht leichter. Nur die absolut mächtigsten und despotischsten Fürsten haben den Schneid, zu diktieren wen der Rat annimmt oder nicht. Dieser „eiserne Griff“ befremdet allerdings jene Äl teren die durch dieses Vorgehen ihre eigene Autorität in Frage gestellt sehen.
Somit werden nur Fürsten, welche sich Ihrer Macht absolut sicher sind diese Vorgehensweise überhaupt in Betracht ziehen.
In manch wirklich seltenen Umständen, ist der Rat selbst in der Position den Nachfolger eines der Ihrigen, welcher sich zurückzieht, vernichtet wird, oder anderweitig verhindert ist, selbst zu bestimmen. Dies passiert nur in Städten in denen der Rat aus den wirklich mächtigsten Blutsverwandten der Domäne zusammengesetzt ist und selbst dort nur selten. Ein Primogen, welcher von seinen Kollegen ausgesucht wird, agiert automatisch aus einer Position der Schwäche heraus. Er weiß ganz genau, er dient nur durch das (und dem) Wohlwollen der anderen Ratsmitglieder.
Und jeder von Ihnen mit der Macht Dich auszusuchen, hat auch die Macht Dich wieder Fallen zu lassen, solltest Du ihm nicht mehr von Nutzen sein. Ebenso ein Fürst, welcher Dich zum Primogen machte.
Des weiteren, ist da noch das Faktum das der Neuling in der Sch uld der anderen Ratsmitglieder steht. Es kann nicht gut sein, wenn Deine Clansangehörigen, des Öfteren die Entscheidungen des Rates, zu ihren Ungunsten ausgehen sehen. Weil ihr Repräsentant nicht über den Einfluss verfügt, den er oder sie haben sollte und den anderen Primogenen etwas schuldet.
In jedem Falle, wegen dieser sozusagen „mitgelieferten“ Probleme und der Seltenheit der Umstände, ist die Ernennung in den Rat die am wenigsten genutzte Methode des Aufstieges.
Wahl
Erwählung ist bei weitem nicht die verbreitetste Methode Primogen zu werden, aber die mit der größten Wachstumsrate in den modernen Nächten. Obwohl die meisten Clans nicht grade besonders Eng mit einander verknüpft sind, unterhalten die meisten doch zumindest eine gewisse Form von Interaktion. Die Brujah haben ihre „Stammtische“, die Toreador ihre „Ausstellungen“, die Ventrue ihre „Sitzungen“, die Nosferatu ihren Sinn für Gemeinschaft, die Tremere ihre Hierarchie, die Malkavianer ihr… na, was immer sie auch haben. In vielen Domänen ist es so: Wenn ein Primogen benötigt wird, treffen sich die erreichbaren Mitglieder des Clans und Stimmen darüber ab wer Ratsmitglied wird. Dies funktioniert natürlich nur in den größten Städten, oder in Domänen die sich aus mehreren kleinen Bezirken zusammensetzen. Denn nur die größten Populationen von Blutsverwandten sind fähig ein Wahl abzuhalten.
Es existieren keine spezifischen Nominierungs-Methoden. Wenn sich ein Clan zusammenfindet um ein neues Ratsmitglied zu bestimmen, kann jeder der den Job haben m öchte seine Argumente vorbringen. In den meisten Fällen wird die Wahl direkt abgehalten, ohne den ganzen Zirkus um Versprechen und „Wahlwerbung“, der unter Menschen üblich ist. Somit geht der Sieg in den meisten Fällen, an denjenigen der ohnehin schon den größten Respekt, Reputation und Einfluss genießt. (Dies ist natürlich nur eine Tendenz, nicht die Regel, und die Ventrue flüstern noch immer hinter vorgehaltener Hand, von ihrem Neugeborenen Primogen in Dallas, welcher nur deshalb gewählt wurde weil er der Einzige war, gegen den zumindest die Hälfte der anwesenden Blaublütler keine persönliche Abneigung hatte. Er hielt sich ein Jahr und seine Politik war… ungewöhnlich, um es nicht deutlicher zu sagen.)
In einigen Fällen haben Clans es versucht ihren Mitgl iedern Zeit zu gewähren, um sich auf einen Kandidaten zu einigen. Tage, Wochen Monate gingen ins Land zwischen der Bekanntgabe der Wahl und der eigentlichen Entscheidung. Manche Kandidaten versuchten sich in tatsächlicher Wahlwerbung, indem sie Gefallen einforderten, oder anderweitig versuchten Stimmen anderer für sich zu gewinnen. Dies führte allerdings sehr schnell zu einer unüberschaubaren Schlammschlacht, von Lügen, halbseidenen Versprechungen und verkauften Gefallen. Was den nicht Beteiligten Primogenen wiederum jede Menge Zeit und Ruhe bescherte, um ohne den jeweiligen Clan zu einer Entscheidung zu kommen. Somit blieb diese Vorgehensweise eher die Ausnahme.
Interessanter Weise, gleichwohl dies nicht immer überwacht werden kann, ist eine strikte „keine Disziplinen“ Politik die Regel auf solchen „Wahlzusammenkünften“ der Clans. Ansonsten würde der Sieger so gut wie immer, derjenige mit der höchsten Fertigkeit in Präsenz sein.
Das seltsame an diesen Wahlen ist nun, das sie nicht als absolut bindend empfund en werden. Ein Ältestenrat kann ohne weiteres das neu gewählte Mitglied ablehnen. Das heißt nicht, das er nicht Primogen ist. -Wenn Deine Clansmitglieder zu Dir kommen und Dir ihre Sorgen und Nöte erzählen, damit Du sie dem Fürsten vorträgst und für eine Entscheidung zu ihren Gunsten sorgst, dann bist Du Primogen. – Aber, es heißt für Dich, das Du nicht zu Priomogens -Ratstreffen eingeladen wirst und anderen wichtigen Dingen, wie z.B. Informationen, verlustig gehst und das man von den anderen Clans ignoriert, oder bestenfalls nur geschnitten wird. Ob sich nun die Clansmitglieder für einen Neuen Kandidaten entscheiden, weil dieser eventuell besser geeignet sein könnte, oder den Dich behalten und Dir zutrauen die Probleme in den Griff zu bekommen, liegt in der Gänze bei ihnen. Allerdings verweigern nur wenige Räte einem ordentlich gewählten neuen Mitglied, den Zugang zu diesen inneren Angelegenheiten. Es mag sein das sie den Neuling nicht unbedingt „mögen“ und ihn als unter ihrer Würde betrachten, oder als zusätzliche lästige Konkurrenz. Und sie haben mit Sicherheit kein Interesse daran einem anderen Clan die selbe Macht einzuräumen wie dem ihren. Doch ohne einen geeinten und starken Rat, oder zumindest eine Rat der auch bereit dazu ist sich an einen Tisch zu setzten und Probleme auszudiskutieren, ist die ganze Domäne geschwächt.
Und natürlich ist ein Kandidat mit eine ganzen Clan im Rücken, unabhängig davon ob er einen formellen Titel oder einen Posten inne hat, eine politische Macht die man nicht unterschätzen darf und auf keinen fall ignorieren, unabhängig davon welche persönliche Meinung man von ihm hat. Wenn sie ihn ablehnen, müssen die Mitglieder des Rates zumindest einen Teil ihrer Aufmerksamkeit und ihrer Ressourcen darauf verwenden ihn im Auge zu behalten und eventuell sogar gegen ihn in Aktion zu treten. Sie haben sich selbst einen Feind geschaffen, wo sie im höchsten Fallen einen Rivalen erhalten hätten. Einen Feind der nicht nur eine Rechnung mit ihnen offen hat, sondern auch noch die Unterstützung seines Clans genießt. Spannung zwischen den Clans ist in fielen Städten an der Nachtordnung, doch kann so etwas leicht außer Kontrolle geraten, wenn die Primogene sich nicht einmal an einen Tisch setzen können um Ärger zu bereinigen. Somit wird nur im absolute n Ausnahme Fall, das sämtliche Ratsmitglieder den Neuling auf den (bevorzugt seinen) Tod nicht ausstehen können und die Konsequenzen für erträglicher halten als ihn oder sie, ein von seinem Clan gewähltes Ratsmitglied abgelehnt.
Öffentliches Interesse
Wenn man so will ein naher Verwandter der „Wahl“ ist es, Primogen zu werden allein durch den Grad seiner Bekanntheit im Clan und die öffentliche Meinung. Allerdings ohne all die formalen Fallstricke. Ab und an erlangt ein Blutsverwandter, meist ein Ancilla, seltener ein Ahnsherr, bei seinen Clansmitgliedern den Ruf, die Dinge geregelt zu bekommen und seinem Clan zu Helfen, im Austausch für angemessene Forderungen und nicht übertriebene Gefallen. Ob diese Reputation nun wahr ist, oder nicht ist fast unwichtig. Solange sie sich durchsetzt. Wenn dies passiert, werden Mitglieder des entsprechenden Clans, insbesondere die jüngeren, die selbst noch nicht über entsprechende Möglichkeiten verfügen, sich an den derart bekannten Ancilla/Ahn wenden und ihm ihre Probleme unterbreiten. In der Hoffnung das er ihnen Helfen könne. Wenn er dies gut macht, werden sie in der Folge auch eher seinem Urteil folgen und ihm zuhören wenn es um Clansangelegenheiten geht und er für den gesamten Clan sprechen sollte. Er hat sich sozusage n zum Primogen seines Clans „entwickelt“.
Diese „Primogene bei Reputation“ sind meist die effektivsten. Diejenigen die ernannt werden, oder den Posten durch eigene Machenschaften erlangen, können sich nicht immer auf den Rückhalt ihres Clans verlassen und selbst jene welche gewählt werden, sind meist als „kleinstes übel von allen“ angesehen, die Beste der schlechten Möglichkeiten. Ein Primogen welcher tatsächlich einzig durch seine Beliebtheit und Reputation im Clan zu diesem Posten kommt, kann sich mit Si cherheit auf dessen kompletten Rückhalt verlassen. Zumindest so lange bis er etwas tut um ihn zu verlieren. Die Unterstützung einer ganzen Fraktion der ansässigen Kainskinder ist ein wirklicher Machtfaktor. Sie eröffnet Möglichkeiten und Ressourcen an die ein einzelner Blutsverwandter nie gekommen wäre und weniger beliebte Primogen auch nicht bekommen würden. Nur wenige Dinge machen einem selbsternannten „Ältesten Rat“ mehr Angst, als ein neuer Rivale mit auch nur einem Bruchteil der Sympathie der Massen hinter sich. Viele Ältere machen ihre Abscheu für diesen Emporkömmling, der es nicht aus eigener Kraft schaffte überdeutlich, doch ist dies nur eine Maske, die ihre wahre Furcht und Nervosität verdecken soll.
Genau wie im Falle des gewählten Primogens, ist d er Rat nahezu garantiert diesen Neuling anzuerkennen. Er kann sicherlich die offiziellen Pflichten des Postens weiterhin ausführen, doch finden sich viele bald von einigen wichtigeren Entscheidungen ausgeschlossen. Gleichfalls wie im oberen Falle, wird der Rat ihn zögerlich anerkennen, da ihn abzulehnen weit mehr Probleme hervorrufen wurde.
Wettkämpfe
Für die meisten Individuen welche in diesen modernen Zeiten aufwuchsen, mögen sie Kainskinder oder Menschen sein, ist die Vorstellung einen Führer durch e inen Wettkampf in Können, Kampf, wissen oder einfach nur Glück zu bestimmen absolut unannehmbar. Es wäre als wenn man als FIFA Präsidenten den jeweils besten Fußballspieler einsetzte, oder den jeweiligen „Wer wird Millionär“ Champion als Bundeskanzler. (Was allerdings wenigstens ein bisschen Bildung und Intelligenz in den Bundestag brächte) Viele Ahnen allerdings stammen aus Zeiten, in denen es an der Tages -bzw. Nachtordnung war, einen Führer durch einen Wettkampf zu bestimmen, oder einen Streit durch ein Gottesurteil zu schlichten. Und jemanden zum König zu erklären, weil er ein Schwert aus einem Stein zog war eine absolut anerkannte Methode.
Aus diesem Grunde kann man hier und da noch Domänen finden, in denen Rat und manchmal sogar der Fürst durch eine Serie von Tests bestimmt werden. Normalerweise werden verschiedene Tests ausgewählt, die des Applikanten psychische, physische und supernaturelle Fähigkeiten beweisen sollen. Ab und an wird auch nur ein einzelner symbolischer Test (die moderne Variante des Schwertes im Stein, wenn man so will) genutzt. In diesen Fällen, ist für solche denen die Symbolträchtigkeit des Testes abgeht, meist die jüngeren Kainskinder, die „Wahl“ des Fürsten reichlich abstrus und unverständlich.
Da nun die meisten Angehörigen der jüngeren Generationen, und selbst viele Ältere, diese Vorgehensweise als altertümlich und archaisch ansehen, wird sie heutzutage nur mehr in Städten praktiziert in denen sich die Ahnen besonders ihren eigenen Traditionen verpflichtet fühlen, oder sich zu einfacheren Tagen zurück sehnen. In Amerika ist diese Methode fast unbekannt und in Europa schwindet sie mit jedem vergehenden Jahr.
Persönliche Macht
Mache Ahnen haben in ihrer Domäne genug Macht und Einfluss angehäuft um sich schlicht selbst zum Primogen zu erklären. Und niemand kann etwas dagegen tun. Alles was nötig ist, ist das der Fürst und die anderen Räte Dich anerkennen, sie müssen es ja noch nicht einmal gut finden. In den Nächten vergangener Jahrhunderte, zur Geburtszeit des „Primogens -Rates“ war dies gar die einzige Methode die Zügel eines Clans für sich in Anspruch zu nehmen und eine Position in ihm zu halten. Heutzutage, in den letzten Nächten mit ihren vielen neuen Methoden Primogen zu werden und ständiger Erwähnung von solch modernen und radikalen Dingen wie „sozialer Gerechtigkeit“ und „Einbindung der jüngeren Blutsverwandten“ ist jener Primogen, der sich tatsächlich aus eigener Kraft dazu macht, eher die Ausnahme denn die Regel. Doch es geschieht hin und wieder. Nicht allzu oft, aber oft genug um als anerkannte Methode hier aufgeführt zu werden.
Wie also häuft man genug Macht an um zu verhindern das der Fürst und sein Rat, den Griff nach dem Primogensposten nicht einfach abschmettern und darüber lachen? Erstens durch Gefallen und aktives Schulden anderer erarbeiten. Wenn eine ausreichende Anzahl von ansässigen Ahnen Dir etwas schuldet und/oder wohlwollend auf Dich blickt, kannst Du auf ihre Unterstützung zählen, wenn Du den entsprechenden letzten Schritt machst. Fürsten und Primogene habe n sicherlich keinerlei Skrupel Dich allein in den Boden zu stampfen, doch tendieren sie dazu zu zögern wenn die Hälfte der lokalen Machtstruktur hinter Dir steht. Heimse genug Gefallen ein und Du kannst Dir fast Deinen Weg zum Fürstenthron vormarkieren. Bis natürlich die fraglichen Ahnen entscheiden, dass Du etwas zu ambitioniert bist für ihren Geschmack und sie den Ast im Baum der Macht, den Du Dir mühsam erkämpft hast, einfach absägen. Gefallen und Schulden hin, oder her.
Andere Formen von Einfluss können sich als fast genauso effektiv erweisen. Wenn Du nicht genug Gefallen angehäuft hast um einen Sprung nach der Macht zu wagen, gibt es da gewisse sterbliche Organisationen, die einfach nötig sind, für den geordneten Lauf der Dinge in einer Stadt und in der Camarilla. Wenn Du nun also genug Einfluss in diesen geltend machen kannst, werden Fürst und Primi es sich zweimal überlegen Deinen „Anspruch“ anzulehnen. Wichtige Einrichtungen wie Polizei und Feuerwehr, die lokalen Medien, Transportunternehmen, Schiffs -und Flugverkehr, geben Dir reichlich Druckmittel in der Kainitischen Gesellschaft. Wenn Dir einen Platz im Rat zu geben, der beste Weg ist zu verhindern, das ihre Unterschlupfe nicht tagsüber abgerissen, oder nach Drogen durchsucht werden, sind die meisten Primi Dir sicherlich bereit Dir einen Platz in ihrer Mitte zuzugestehen.
Aber auch hier kann man es leicht zu weit treiben. Sobald es sicherer ist Dich aus dem Weg zu schaffen, als mit Dir zu kooperieren, werden die meiste Ahnen alles in ihrer Macht steh ende tun um Dich los zu werden.
Eine weit bessere Methode ist es Gefallen anzubieten. Wenn Dir eine z.B. eine lokale Fluglinie gehört, ist es ein leichtes den Primi sichere Reise in andere Städte anzubieten. Ohne die Gefahr von Werwolfsangriffen, oder eventuelle Verspätungen bis nach Sonnenaufgang. Mitarbeiter im Rathaus können Dir helfen den Amtsweg zu verkürzen, wenn Primi neue Büroräume für ihre Firmen suche, oder ähnliches. Austausch solcher Gefälligkeiten, kann Dich mindestens so weit bringen, wie dies e Auszunutzen. Und es ist mit dieser Methode lange nicht so wahrscheinlich, ungewollt in engeren Geschäftskontakt mit einem Assamiten zu kommen.
Es ist lebenswichtig für einen Ahnen oder Ancilla über eine genaue absolut und realistische Einschätzung seiner Position innerhalb der Kainitischen Gesellschaft zu verfügen, bevor er einfach versucht sich einen Ratsposten anzueignen. Wenn er seine Fähigkeiten, seinen Einfluss, seinen Stand bei den anderen Ahnen (oder deren Bedrohung durch seinen Einfluss) überschät zt, ist es schlecht um ihn bestellt. Seine Ambitionen werden abgeschmettert, oder schlimmer fällt ihnen zum Opfer. Im besten Falle hat er die Wahl zwischen Zwei Optionen. Er kann sich zurückziehen und sich dem Spott und Hohn der Primi aussetzen, die ihn al s Angeber und Emporkömmling ohne wahre Macht ansehen werden. Oder er kann die Zähne zusammenbeißen und jede seiner Drohungen wahr machen und somit einen kalten Krieg heraufbeschwören, der die Domäne mit Sicherheit schwächen wird und die Ahnsherren nur umso mehr gegen ihn aufbringt. Was ebenfalls zu einem unrühmlichen Ende führen kann. Und Fürst und Rat werden ihn kriegen. Denn nur wenige Kainskinder ganz gleich wie mächtig, sind fähig es lange gegen die versammelte Macht des Rates und des Fürsten auszufechten.
Unbeabsichtigte Beförderung
In machen kleinen und nicht sonderlich strukturierten Städten, kommt es manchmal vor, das niemand so recht den Posten des Primogen übernehmen will. Sei es weil der Clan nicht in genügender Anzahl vorhanden ist und keines seiner Mitglieder die Aufmerksamkeit, der ansässigen Elite auf sich ziehen will und es bevorzugt seine Angelegenheiten unauffälliger als durch ein Amt zu regeln. Sei es weil die Stadt an der Grenze zu Sabbat oder anderweitig feindlichem Territorium liegt und ein Amt zu führen gleich zusetzten wäre damit, ein T-Shirt zu tragen auf dem ein Fadenkreuz und der Schriftzug: „Bitte pflöckt mich!“ aufgedruckt sind. Oder weil der Fürst so dermaßen despotisch ist, das niemand bei klarem Verstand ihm zu nahe kommen möchte. Oder, so seltsam das klingen mag, weil einfach niemand ambitioniert genug ist es zu versuchen.
Was auch immer der Grund sei, ein Clan ohne Primogen ist den anderen Clans gegenüber schwer im Nachteil. Ohne jemanden in den oberen Echolohnen zu dem ma n seine Probleme tragen kann, oder bei dem man um Hilfe ersuchen kann, wenn es einmal hart auf hart kommt, ist man als junger Vampir recht arm dran.
Und wie ein Kinocowboy es mal so schön sagte,: „Es ist ein harter Job. Aber irgendwer muss ihn ja machen.“ Es existieren dort draußen Kainskinder die sich tatsächlich Sorgen um ihre Clansmitglieder machen und nicht jeder Primogen ist nur darauf aus seine persönlichen Pfründe zu mehren. Viele versuchen tatsächlich den Stand ihres Clans in einer Stadt zu bessern und dem Fürsten zu Helfen. Und einige von ihnen finden sich eines Nachts in einem Amt wieder auf das sie es nie abgesehen hatten und bleiben dort weil eben niemand anders es tun kann, oder will.
Der Prozess an sich ist ähnlich dem der Primogens -werdung durch das öffentliche Interesse, wie er oben beschreiben wurde, jedoch ist er eher umgekehrt. Im obigen Beispiel begannen die Clansmitglieder zu der entsprechenden Person zu kommen, weil sie es ihm zutrauten sie zu vertreten. In diesem Fall jedoch, hat der Kandidat den Job übernommen, ohne das irgendeines seiner Clansmitglieder ihn darum gebeten hätte, geschweige denn es bemerkt hätte. Erst nachdem er oder sie die Amtsaufgaben einige Zeit ohne jeden Dank oder Anerkennung, nach besten Kräften erfüllt hat, werden ihre Clansgeschwister merken und beginnen zu verstehen, was dieser Vampir da für sie tut. Hoffentlich.
Aber, werden der Fürst und der Rat die frischgebackene Primogena anerkennen?
Technisch gesehen, ist sie weder ernannt, noch gewählt worden, hatte sie d ie eigene Macht, noch hat sie großen Trubel darum gemacht das Amt übernehmen zu wollen. Sie macht einfach nur ganz leise ihren Job. Und niemand hat sie darum gebeten.
Nun, sie sind keineswegs verpflichtet es zu tun, doch im Normalfalle erkennen sie ihren n euen Kollegen an. Denn ein unwilliger Primogen, ist zwar anscheinend fähig ihre Aufgaben zu erfüllen, doch fehlt das gewisse etwas. Der Funken Ambition, der sie gefährlich machen würde. Sie wollte den Job NICHT. Das macht sie in den Augen derjenigen bereit s in Amt und Würden, zu einem sichereren Kandidaten, als jene die auf den Posten hin arbeiteten. Und solange er/sie nicht den Anschein macht, doch noch einen gewissen Ehrgeiz zu entwickeln, werden sie alles vernünftig mögliche tun ihn/sie dort zu belassen wo er/sie ist.
Das sich diese Methoden sicherlich nicht in jeder Stadt und in jeder Kainskind Population wiederfinden, ist wohl klar. In keiner Stadt herrscht eine Methode der obigen vor. Jeder Primogen kann anders an die Macht gekommen sein. Der Ventrue durch einen Test seiner strategischen und finanziellen Fähigkeiten innerhalb des Clans, der Tremere durch List und Tücke mittels seiner Ressourcen, der Brujah durch eine Wahl, und der Nosferatu durch puren Zufall, weil sonst keiner seiner Leute es sein wollte. Der Toreador durch einige gezogene Stränge im Netz der Gefallen, der Malkavian durch eine Vision zu höherem und ein wenig mentale „Unterstützung“ des Fürsten und der Gangrel weil man grad eben einen brauchte. Alles in allem ist keine der oben genannt en Methoden die ultimative Version der Primogen-Werdung, alle haben ihren Platz in der Gesellschaft der Kainskinder und alle sind mehr, oder minder anerkannt. Jeder Primogen wird die Augen offen halten, danach Wer und Wie dieser den Weg zur Macht beschreit et, um dieses Wissen zu nutzen. Allerdings werden auch die meisten (und schlausten) Primogene versuchen ihren eigene Weg zur Macht möglichst vor den Augen anderer zu verbergen, den solch Wissen ist in der Vampirischen Gesellschaft bekanntlich Macht.
Aufgaben
Was macht ein Primogens Rat eigentlich
Viele haben sich und andere dies sicherlich schon gefragt. Und viele wurden mit einem leeren Blick, oder der Antwort konfrontiert,: „Ein Primogen vertritt seinen Clan vor dem Fürsten.“ Und? Wie macht er das? Warum macht er das? Und was ist mit dieser „Berater des Fürsten“ Geschichte? Auch darauf wollen wir hier einige kurze Antworten geben.
1. Ressourcen Management
Eine Stadt braucht Ordnung!
Und ein Ältestenrat ist dazu da, dem Fürsten zu helfen diese Ordnung bei zubehalten. Wobei der Fürst im Grunde nur die Galionsfigur des ganzen Unternehmens ist. Jeder Clan hält andere Gebiete in einer Stadt unter seiner Kontrolle und kein Fürst ist fähig diese allein, oder nur mit Hilfe seines Seneschalls oder Bluthundes zu patrouillieren. Somit ist es die Aufgabe der Primi, das von ihrem Clan in Anspruch genommene Gebiet unter Kontrolle zu halten und auf eventuelle Maskeradegefährdungen, oder auffällige Aktivitäten ungebetener Gäste (Lupine, Setiten, Jäger, etc.) zu achten und diese Auffälligkeiten entweder zu bereinigen, oder weiterzuleiten. Durch die Mithilfe ihrer Clansgeschwister. Denn auch ein noch so mächtiger Primogen, ist wie schon oft genug gesagt, nichts ohne seinen Clan. Und wenn etwas in seinem Gebiet passiert und ni cht in Ordnung gebracht wird, dann bleibt die Schuld an ihm selbst hängen und niemand wird ihm beistehen wenn der Fürst ihn „zurechtstutzt“.
Die „menschlichen Ressourcen“ sind ebenfalls eine Sache der Primogene. Darf in dem Gebiet des Clans jeder stadtbewohnende Vampir jagen? Oder ist das Jagdrecht ausschließlich seinem Clan vorbehalten? Gibt es bestimmt Verhaltensregeln die Besucher aus anderen Städten wissen sollten? Wie viele Vampire „verträgt“ ein Stadtviertel, bevor es „überbeansprucht“ wird? All dies sind Dinge die ein Primogen wissen muss und die er dem Fürsten mitzuteilen hat.
Zum Ressourcen Management im direkten Sinne gehört natürlich auch der Finanzielle Aspekt. Welche lohnenden Objekte (Firmen, städtische und staatliche Einrichtungen, etc.) sind vor Ort? Darf nur der ansässige Clan diese Nutzen, oder auch ein Angehöriger eines anderen Clans? Welchen Einfluss hat der Clan auf diese Ressourcen? Wer hat diesen Einfluss? Gibt es Elysien im Stadtbezirk auf die zu achten ist? usw. …
Eine Stadt in der diese Fragen unbeantwortet bleiben versinkt über kurz oder lang im Chaos. Wie Eingans erwähnt, ein Fürst kann nicht allein über ein ganze Grosstadt herrschen. In früheren Zeiten, mag er über ganze Landstriche Gericht gehalten haben, und diese in Angst und Schrecken versetzt haben, aber hatten diese Ländereien auch mehrere Millionen Einwohner?
2. Die Balance erhalten
Primi Vitae sind Berater des Fürsten. Das heißt nicht nur das sie dem Fürsten verraten, wer wo und wie seine Finger in welchem Einflussgebiet der Domäne hat. (Als würden sie ihm alles verraten, klar doch…) Nein, es heißt das sie zu einem Gewissen Maße Einfluss auf den Fürsten ausüben können und sogar müssen. Sie haben die Aufgabe, seine Fehler auszubügeln (ihm diese durch die Blume klar zu machen) und seine eventuellen Überreaktionen zu besänftigen. Wenn also einmal der Fürst eine schlechte Nacht hat, weil sein Ghul vergessen hat seine Hosen zu bügeln, dann ist es vielleicht schade um den Ghul, doch muss der Fürst dann nicht jeden Neugeboren en der Hosen trägt gleich des Elysiums verweisen, oder schlimmeres. Einige gezielte beruhigende Worte von den Primi und der Fürst wird sich anderen Dingen zuwenden. Gleichfalls ist es z.B. mit der „Vergabe“ von Jagdgebieten. Wenn der Fürst allzu eindeutig seinen eigenen (oder irgend einen anderen) Clan favorisiert, ist es an der Zeit für die anderen Primi klar zu stellen, das sie solcherlei Praxis nicht lange dulden werden. Diese Liste ließe sich endlos fortsetzen, aber wir denken ihr seht das Gesamtbild.
3. Unterstützung des Regimes
Siehe oben. Stabilität ist des Primogens größter Verbündeter. Solange alles glatt läuft, hat er nichts zu befürchten. Die Primogene müssen den Fürsten unterstützen und der Fürst die Primogene. Ohne die Primogene würde die Macht eines Fürsten nichts mehr wert sein. Ohne einen „vernünftigen“ Fürsten, würde eine Domäne und mit ihr der Rat ins Chaos fallen. Wen jeder täte wozu er grad Lust hätte und wozu ihn seine Instinkte grade treiben, dann hätten wir eine Sabbat Domäne.
Wenn ein neuer Fürst den Thron besteigt, dauert es normalerweise nicht lang bis der Rat seine Zustimmung bekannt gibt, oder diese verweigert. Ein ungewollter Fürst ist schnell wieder entmachtet, wenn sich die Primi einig sind, das er untragbar wäre. Potentie lle „Ursupatoren“ werden es sich zwei mal überlegen, den Fürsten zu stürzen, wenn sie sehen, das der Rat geschlossen hinter ihm steht. Ein zu schwacher Fürst kann manipuliert werden, doch ist er nötig um den Anschein zu wahren. Ein zu starker und despotischer Fürst, kann durch den Entzug der Unterstützung schnell entmachtet werden. Ein idealer Kandidat, der jedoch ohne besonderen persönlichen Einfluss daher kommt, kann aufgebaut und zu einem fairen und gerechten Herrscher „erzogen“ werden. Ein lang etablie rter und akzeptierter Fürst, kann von seinem Rat unterstützt werden und darauf vertrauen, das niemand versucht ihn zu entmachten. Denn man wird sich immer gegenseitig im Auge behalten. Und die Primi werden auch ein schlafloses Auge auf die Machenschaften i hrer Clansmitglieder haben und somit potentiell „aufmüpfige“, oder zu machthungrige Individuen aussieben. Aus Angst um ihren eigenen Posten und aus Angst um die Stabilität der Domäne. Stabilität ist dein Freund!
4. Vertretung der Clansinteressen
Vieles ist hier gleichzusetzen mit den oben genannten Pflichten. Grade das Ressourcen Management kreuzt hier viele Wege, doch ist es nur die eine Seite der Medallie. Seine Clansinteressen zu vertreten heißt auch, den Clan vor Schaden zu bewahren. Durch den Fürst en sowie andere Primi und natürlich auch andere Fraktionen der Nacht. Wenn im angrenzenden Gebiet der Toreador, Werwölfe ihr Unwesen treiben, dann sollten die Brujah und Nosferatu eventuell dazu beitragen dieses Problem in den Griff zu bekommen, sonst könnte es schnell auf eines, oder beide Gebiete übergreifen.
Wenn ein Fürst auf die Idee kommt, alle Gangrel müssten ab sofort im Elysium Glöckchen tragen, dann sollte ihr Primogen sich dies nicht bieten lassen und eventuell die Nosferatu als Unterstützung hinzu ziehen, denn er könnte ja auf eine ähnliche Idee für sie kommen.
Manchmal kommt es vor das ein Clan, welcher nur schwach vertreten ist, in einer Domäne zum Sündenbock gestempelt wird. Ein fähiger Primogen (sofern einer existiert) kann hier viel Leiste n um dies abzuwälzen.
„Die Malkavianer? Wir dürfen dort nicht einmal hin! Das ist Ventrue Gebiet. Können die denn in ihrem eigenen Gebiet nicht für Ruhe sorgen?“
„Wie sollen denn zwei Gangrel die Domänengrenzen bewachen? Ist es nicht viel besser wenn jeder Clan seinen Teil der Domäne kontrolliert?“ etc…
Primogene mögen sich zwar keine Sorgen um eine „Wiederwahl“ machen zu brauchen, aber sie müssen ihre Existenz und ihren Nutzen hin und wieder vor den Ältesten ihres Clans rechtfertigen. Grade bei den Tremere und den Ventrue ist dies Gang und Gäbe. Es ist immer besser wenn man einige „Projekte“ hat die man vorzeigen kann und diese auch irgendwann zur Blüte bringt.
Stereotypen
Was denken die einzelnen Clans und wie sollte man sie führen:
Natürlich hat jeder Clan seine ganz eigenen Ansichten über die Pflichten und Rechte und vor allem die Vorgehensweise seines Primogens. Da in der C1, wie generell im Vampire -LARP, die Vorgaben von White Wolf nur zum Teil als relevant und realistisch angesehen werden können. Versuchen wir hier das beste aus beiden Modellen, in aller Kürze, zu bieten. Spielerfahrung mischt sich mit White Wolf Kanon.
Brujah
Die Brujah haben ein naheliegendes Problem. Sie können sich nur selten einig werden, wer den nun den Job machen soll. Da der Clan in zwei Lager gespalten ist, herrscht natürlich auch keine unbedingte Einigkeit, wer den nun den Posten bekleiden sollte. Obwohl in unserem LARP die „modernen“ Brujah weitaus die Mehrheit stellen, kommt es hin und wieder doch zu gewissen „Problemen“. Einer der ihren wird zum Primogen und erkennt, das er mit seinen „wilden“ und sagen wir „ungezwungenen“ Vorgehensweisen, nicht viel bei den anderen Primi bewirken kann. Es nützt einfach nichts auf den Tisch zu hauen und zu brüllen, wenn der Gegenüber eventuell wesentlich älter ist, oder gar so derart abgebrüht, das ihn dies nicht im Mindesten tangiert. Er wird versuchen sich den Gepflogenheiten anzupassen, um seine Aufgabe gut zu erfüllen. Und da beginnen die Probleme.
Seine Clansmitglieder bemerken sein verändertes Verhalten und sehen ihn ab sofort, als Schleimer und Konformist an, der die Ideale des Clans für die Macht des Postens verraten hat. Na wunderbar… Ein von Vorn herein „gemäßigter“ Brujah, würde gar nicht erst akzeptiert werden. Soviel ste ht fest. Und schon gar nicht einer, der meint er könne einfach hereinspazieren und sagen er sei genau der richtige für den Job. Egal ob er es gut meint oder nicht. Er wird nicht lange einhergehen.
Ein guter Brujah Primogen, sollte also beide Lager bedienen . Oder besser alle Drei. Seine Clansbrüder, in ihrer Zwiespältigkeit und seine Mitprimi in ihrer sozialen und politischen Unflexibilität. Er muss einen sehr schmalen Grad bewandern, um ein von allen akzeptierter „Vertreter“ seines Clans zu sein. (Es sei denn seine Position ist unter einem Brujah Fürsten nur pro forma)
Gangrel
Die Gangrel haben ein ganz anderes Problem. Ihre vorherrschende Rudelstruktur lässt es meist nur zu, das der grade amtierende „Alpha“ auch der Primogen ist. Was aber wenn dieser Alph a, zwar ein guter Kämpfer und ist und sich den Posten in langen Wettkämpfen errungen hat, aber sozio -politisch eine totale Lachnummer? Was tun, wenn der Primogen nicht in der Lage ist seinen Mitprimi, oder dem Fürsten die Stirn zu bieten wenn es drauf anko mmt, da der Clan auch ganz einfach nicht genug relevanten Einfluss hat um ihn entsprechend zu unterstützen. Man hat einfach keine Zeit, sich um so was zu kümmern, bei all der Freizeit und dem Herumreisen. Warum überhaupt einen Primogen haben, wenn man eh immer nur für eine Weile in den jeweiligen Gefilden wandelt? Natürlich gibt es „alt eingesessene“ Vertreter des Clans des Tieres in machen Domänen und sie haben auch schon so machen Einfluss angehäuft, doch was nutzt all der Einfluss, wenn man niemanden hat der einem Informationen bringt über die Geschehnisse in der Domäne? Oder man, aufgrund seiner Wolfschnauze, einfach nicht mehr in der Lage ist lange reden vor Publikum zu halten?
Ein Gangrel Primogen muss sich darüber im Klaren sein, das er einen Großteil seiner wertvollen Zeit, von Stund an mit dem Ränkespiel der Politik verbringen muss und das er ab und an auch einmal eines seiner Clansmitglieder darum bitten muss, etwas für ihn zu tun, oder es ihm gar befehlen muss. Was bei den stolzen Gangrel nicht immer leicht ist. Er muss also über ausreichend Charisma und genug Geschick verfügen, um seinen Clan in Reihe zu halten, darf ihn und sich, aber auch nicht zu sehr „vermenschlichen“.
Malkavian
Ein Primogen der Malkavianer hat sicherlich einen großen Vortei l gegenüber all seinen Kameraden im Amt. Er führt eine Gruppe von übersinnlich begabten und mit gewissen Einsichten gesegneten Individuen durch die ewigen Nächte. Allerdings könnte er genauso gut auch einen offenen Sack Flöhe hüten.
Was tun mit all der Einsicht? Es ist schon wahr, das nur ein Malkavian einen Anderen wirklich versteht, aber welcher der vielen Meinungen und Visionen soll man denn nun Glauben schenken. Oder soll man sich lieber auf die eigene Paranoia verlassen und alle anderen Stimmen aus sei nem Kopf verbannen? Die Mitglieder seines Clans werden sicherlich gern zu ihm kommen und ihm ihr Leid klagen, sollte etwas geschehen. Nur ist es an ihm oder ihr dann festzustellen, was von wirklicher Relevanz für die Domäne und den Clan ist und was nicht. Schließlich sind alle seine Clansgeschwister Individuen. Oder etwa nicht? (Er selbst ist sicherlich keines) Der Weg zum guten Primogen erklärt sich hier fast von selbst. Oder doch nicht?
Nosferatu
Den Nosferatu ergeht es ähnlich wie den Brujah. Wenn ein er der ihren sich der oberen Gesellschaft anschließt und deren Vorgehensweisen imitiert und adaptiert, ist er schnell ausgestoßen und „nicht mehr vertrauenswürdig“, Genau wie die Brujah, verlieren junge Nosferatu schnell aus den Augen, das der Primogen alles nur für seinen Clan tut und das seine Taten ihnen manchmal zwar seltsam und sinnlos erscheinen, doch dies nur weil er einfach den besseren Überblick über die Geschehnisse in der Domänenpolitik hat. Und das er manche Dinge nicht mit seinen Brüder teilt, ist eine der Bedingungen dafür, das ihm die anderen Primi zumindest ein wenig vertrauen.
Es ist ohnehin schon schwierig für sie, jemandem gegenüberzusitzen in dessen „Gesicht“ man nicht lesen kann und der jederzeit eine „unangenehme“ Kleinigkeit aus dem Pr ivatbereich eines Rivalen auf den Tisch bringen könnte.
Dies kann der Primogen allerdings nur mit der Unterstützung seines Clans. Er allein kann nicht die nötigen Informationen sammeln, die er braucht um einen Fürsten zu erpressen, oder den Toreador Primogen höflich darum zu bitten seinem Clan doch etwas mehr Jagdgebiet zuzusprechen, da sonst sein favorisiertes „Jagdlokal“ von Gesundheitsamt geschlossen wird. Ein besonderer Leitsatz für einen Nosferatu Primogen ist : „Zuhören, Zuhören, Zuhören!“
Und, mehr als jeder andere braucht ein Nosferatu Primogen, die Unterstützung seines Clans. Ohne sein Informationsnetz ist er nur ein müffelnder Störfaktor in jedem Ratstreffen, das schnell beseitigt werden wird. Dafür tut der Primogen dann aber auch sein absolut mög lichstes um seinen Clan in der Domäne zu fördern. Auch wenn es den anderen manchmal etwas seltsam vorkommt.
Tremere
Ein Primus Vitae der Tremere hat in den Augen seiner Mit -Primi meist einen ruhigen Job. Da seine Clansgeschwister höchst selten negativ auffallen und sich eh stets korrekt benehmen. Was könnte er dann schon an „Problemen“ zu bewältigen haben. Und seine „Clansführung“ entscheidet ja eh alles für ihn. Er bekommt sozusagen das Brot geschmiert und muss es den anderen Primi nur noch Vorlegen und verkaufen.
Doch da irren die meisten. Denn das „Verkaufen“ ist das Problem.
Alle Entscheidungen von der Clansspitze eingereicht zu bekommen und sie dann in einem Konzil wie dem Primogensrat durchsetzen zu müssen, ist bei weitem keine leichte Aufgabe. Bes onders weil die Entscheidungen der Clansspitze sich, unter Umständen, praktisch stündlich ändern können. Eine Petition für die Tremere in den Primogensrat einzubringen und gegen den Wiederstand seiner Mit Primi durchzusetzen ist für niemanden einfach. Erst recht nicht, wenn demjenigen die „Führungsriege“ ständig auf die Finger schaut und ERWARTET das ihre Befehle und Vorgaben auf das genaueste ausgeführt werden. Ständig der Gefahr ausgesetzt, bei versagen Clansintern degradiert, oder im Rat ersetzt zu werden. Fehler werden nun einmal nicht geduldet und man verlangt von einem Primogen absoluten Gehorsam und absolute Fähigkeit die Erwartungen des Clans zu erfüllen.
Toreador
Toreador Primogen zu sein, ist (ohne beleidigend klingen zu wollen) sicherlich dem M alkavian Gegenpart ein wenig ähnlich. Denn ob es nun Flöhe sind die man hütet, oder Schmetterlinge macht keinen großen unterschied, außer das letztere meist schöner anzuschauen sind. Und dann haben diese Schmetterlinge auch noch Zähne. Sprichwörtlich wie r eal. Toreador sind meist untereinander derartig von Missgunst und Neid zerfressen, das sie es kaum fertig bringen, so sie denn unter sich sind, keine schnippischen Bemerkungen übereinander zu machen. Der Primogen muss dann meist als Schlichter und Vermittler in Erscheinung treten. Wobei er dann allerdings Gefahr läuft, von Einer, oder schlimmstenfalls Beiden Seiten, als „die Andere bevorzugend“ angesehen zu werden. Und wenn er denn die Meinung des Clan vor dem Fürsten vertritt, ist er ein Speichellecker des selben, der seiner Hoheit ja nur in den Allerwertesten kriecht. Kurz er oder sie ist oft gefangen im Kreuzfeuer seiner Clansmitglieder, oder der sprichwörtlichen Wand (Clansfront) und dem harten Gegenstand (Fürst).
Diese einmalige Situation zu meistern verlangt reichlich politisches Verständnis, Einfühlungsvermögen und ein verdammt dickes Fell, wenn es um Gerüchte und Spot geht. Der sozialste aller Clans, ist unter sich kaum sozialer als ein Rudel Hyänen, das um einen Knochen streitet. Und der Primogen ist dazu verpflichtet diese Balgereien in Grenzen zu halten und dem Fürsten zu erklären.
Ventrue
Ventrue wiederum finden sich in einer den Tremere vergleichbaren Situation. Zwar haben sie was ihre Heimat-Domäne angeht, einen größeren Spielraum und mehr Fre iheiten. Aber dennoch flattert ab und an ein Memo auf dem Bürotisch, welches für das Wohl des Clans, um eine bestimmte Sache ersucht, welche dann auch gefälligst zu erledigen ist. Außerdem ist es grade bei den Ventrue recht häufig, das ein Clansmitglied in „Schwierigkeiten“ sich an seinen Primogen wendet. Vornehmlich wenn sich die spezielle Vorliebe, des Sublikanten dem Ende neigt. Natürlich ist man im Grunde selbst für seinen „Geschmack“ verantwortlich, doch gibt es Situationen in denen der persönliche Ein fluss einfach nicht ausreicht. Und, mit wem besser ein solch persönliches Problem besprechen, als mit jemandem der es versteht und vor allem die Möglichkeiten hat, etwas daran zu ändern. Indem er eigene Ressourcen in Bewegung setzt, oder Gefallen bei ander en Primi einfordert, oder den Fürsten überzeugt, das Altenheim doch bitte weiterhin zu sponsern, ohne das klar wird weshalb genau.

